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Bovenden Bovenden will mit Mitfahrbänken Mobilität in Lenglern und Eddigehausen verbessern
Die Region Bovenden Bovenden will mit Mitfahrbänken Mobilität in Lenglern und Eddigehausen verbessern
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16:42 24.07.2019
Wollen die Mobilität von Senioren in Adelebsen verbessern: Adelebsens Ortsbürgermeister Horst Prutschke (SPD) mit Werner Lindemann auf einer der Mitfahrbänke. Quelle: Foto: Wenzel
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Um die Mobilität insbesondere von Senioren zu steigern, werden im Raum Göttingen sogenannte Mitfahrbänke aufgestellt. Nun gibt es das – verhalten angenommene – Angebot auch in Bovenden.

Entfernungen von einigen Kilometern können zur unüberwindbaren Distanz werden, wenn kein Auto zur Verfügung steht und Busse nicht fahren. Abhilfe versprechen Mitfahrbänke. Wer in den Nachbarort oder in die Stadt will, lässt sich dort nieder und zeigt mit einem Hinweisschild an der Bank sein Fahrziel an. Autofahrer stoppen und nehmen die Tramper mit.

Als erstes Dorf im Landkreis Göttingen erhielt Gerblingerode 2016 eine solche Bank. Angelika Wachtel von einer örtlichen Frauengruppe hatte die Initiative dazu ergriffen. Die Bank steht am Ortsausgang Richtung Duderstadt, Höhe Musikantenweg. Mit Schildern lassen sich die Fahrziele in der Brehmestadt – Krankenhaus, Einkaufszentrum Feilenfabrik und Innenstadt – angeben. „Besonders gut wird die Bank nicht genutzt“, beobachtet Ortsbürgermeister Dieter Thriene (CDU). Ein Grund: Stündlich halte der Bus, der Duderstadt und Heiligenstadt miteinander verbinde, im Dorf.

In Adelebsen seit 2017

In Adelebsen gibt es seit April 2017 Mitfahrbänke. Werner Lindemann vom Mehrgenerationen-Zentrum hatte dafür gesorgt, dass die Idee Eingang in das Quartierskonzept fand. „Am stärksten genutzt wird die Bank bei Edeka“, berichtet er. Die ebenfalls gut genutzte Bank bei Rewe wurde im vergangenen Jahr aufgrund des Supermarkt-Neubaus und der Ungestaltung des angrenzenden Bahnhofvorplatzes demontiert. Ein neuer Standort wird noch gesucht. Auf der Bank vor dem Rathaus sitzen hauptsächlich Jugendliche, die das dort kostenlos verfügbare WLAN nutzen. Nicht angenommen werden die Bänke an der Bushaltestelle Lödingser Straße und beim Friedhof.

„Die beiden Mitfahrbänke, die seit Dezember 2017 in Bilshausen an den Ortsausgängen Richtung Bodensee und Ebergötzen sowie Richtung Wulften, Lindau und Gieboldehausen stehen, nur sehr schleppend angenommen“, sagt Verwaltungsmitarbeiter Klaus-Dieter Grobecker. Er glaubt, dass das mit der tagüber guten Busanbindung des Orts zu tun hat. Die Idee mit den Bänken hatte Birgit Hundeshagen vom Runden Familientisch. Der Rat der Gemeinde setzte das Projekt um.

Mitfahrdaumen und WhatsApp-Gruppen

Ältere Menschen tun sich mit dem Trampen schwer. Diese Erfahrung haben Kommunen im Landkreis mit Mitfahrbänken gemacht. Am besten scheint das Angebot in der Nähe eines Supermarkts zu funktionen, wo ständig Autos starten. So lehrt es die Erfahrung Adelebsens. Bänke, die an anderen zentralen Punkten oder am Ortsausgang stehen, werden dagegen so gut wie nicht angenommen.

Eine ähnliche Erfahrung hat Obernjesa bereits 2006 gemacht. Damals erhielt das Dorf einen sogenannten Mitfahrerdaumen, ein Schild mit dem Tramperdaumen. „Die Mütter bei uns im Ort fahren ihre Kinder lieber selbst“, berichtet Mitinitiator Siegfried Reichler ernüchtert.

Besser genutzt werden WhatsApp-Gruppen, wie es sie zum Beispiel in Spanbeck seit 2015 und in Bühren seit 2016/17 gibt. Dort sind jeweils rund 50 Bürger registriert. Wer eine Mitfahrgelegenheit benötigt, stellt sein Gesuch ein und erhält postwendend Antwort. So kommt im Schnitt jeweils mindestens eine Fahrt in der Woche zustande.

Grone hat seit 2017 Mitfahrbänke

Im Göttinger Stadtteil Grone stehen seit November 2017 Mitfahrbänke am Nachbarschaftszentrum in Grone-Süd und am Thieplatz in Grone-Nord. „So weit ich das beobachte, werden sie kaum genutzt“, berichtet Ortsbürgermeisterin Brigit Sterr (SPD). Von Bürgern erhielt sie bisher keine Rückmeldung. Die Aufstellung war 2016 von Ortsratsmitglied Maria Gerl-Plein (Grüne) angeregt worden.

„In der Gemeinde Katlenburg-Lindau setzt sich eine Projektgruppe im Zuge des Programms Dorfregion für rund 15 Mitfahrbänke in den sieben Ortschaften ein“, berichtet Bürgermeister Uwe Ahrens (parteilos). Ein Förderantrag soll nach den Sommerferien gestellt werden. Der Landkreis Northeim unterstützt das Projekt. Verschiedene andere Kommunen haben Interesse, ebenfalls Bänke aufzustellen und das Angebot zu vernetzen.

In Bovenden kam der Anstoß im November 2017 von der SPD. Der Rat beteiligte alle Ortsräte an der Diskussion. In einem ersten Schritt sollen nun Bovenden an der Göttinger Straße einmal Richtung Lenglern und einmal Richtung Eddigehausen solche Bänke erhalten. In Eddigehausen steht die Bank vor dem Alten Pfarrhaus, in Lengerln an der Kreuzung Angerstraße Ecke Asternweg. Schüler der örtlichen IGS haben die Bänke gebaut. Die offizielle Freigabe ist am Donnerstag um 16 Uhr am Alten Pfarrhaus, Kirchplatz 1, in Eddigehausen.

Von Michael Caspar

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