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Bovenden Vom Status quo der Schulen im Flecken Bovenden
Die Region Bovenden Vom Status quo der Schulen im Flecken Bovenden
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20:00 18.06.2019
Zu den vier Grundschulen im Flecken Bovenden gehört die Grundschule am Sonnenberg. Quelle: Meinhard
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Bovenden

In eine Ortschaft gehört eine Schule. Wird sie aus Gründen zurückgehender Schülerzahlen geschlossen, verlieren auch die hier lebenden Menschen ein Stück Identität. So sieht das der Bürgermeister des Fleckens Bovenden, Thomas Brandes (SPD). „Ohne Schule haben die Menschen das Gefühl, abgehängt zu sein“, sagte er am Dienstag im Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Heimatpflege, der unter dem Vorsitz von Harm Adam (CDU) in den Räumen der Ländlichen Heimvolkshochschule Mariaspring tagte. Ein Tagesordnungspunkt war der Bericht der Schulleiter zum Status quo ihrer Bildungseinrichtungen.

„Ich schaue erstmal, was kaputt ist“

Im Flecken Bovenden gibt es neben der weiterführenden Integrierten Gesamtschule (IGS) vier Grundschulen: Die Schule am Sonnenberg in Bovenden, die Eibenwaldschule in Eddigehausen, die Grundschule Lenglern/Harste und die Plesseschule in Reyershausen.

Für die Schule am Sonnenberg sprach Schulleiterin Angela Rösel. Hier werden aktuell 223 Kinder unterrichtet und zwar in zwölf Klassen von 15 Lehrern. „Derzeit haben wir einen FSJ-ler. Für nächstes Jahr suchen wir einen neuen – bitte mal Werbung machen“, gab die Schulleiterin eine Bitte in die Runde. Sie berichtete weiter von neuen Essenszeiten, die eingeführt wurden und von einem Modellprojekt, an dem die Schule seit Februar teilnimmt. Die Ganztagsräume seien nun frisch saniert, eine Küche, gesponsert vom Förderverein, komme demnächst. Ein Problem sei der Vandalismus. „Nach den Wochenenden schaue ich erstmal, was kaputt ist“, beschrieb sie ihre montäglichen Rundgänge über das Schulgelände. Im nächsten Schuljahr sollen zwei 1. Klassen eingeschult werden, so Rösel.

„Die Kollegen kommen gerne zurück“

Zur Schule in Reyershausen äußerte sich Schulleiterin Erika Lakemann. Die von ihr geführte Bildungsstätte ist die kleinste der vier Grundschulen im Flecken, hier werden 59 Schüler von sechs Lehrern unterrichtet. „Bei uns gibt es einen festen Kollegenstamm. Die Kollegen, die aus der Elternzeit kommen, kommen gerne zurück“, stellte sie fest. 48 der 59 Schüler nehmen hier an der Ganztagsschule teil, wenn auch nicht fünf Tage in der Woche. Der Essensraum sei gerade mit einer Schallschutzdecke versehen worden. „Jetzt geht es sicher viel gedämpfter zu“, wagte Lakemann eine Hoffnung. Als nächste Maßnahme solle auch der Musikraum entsprechend schallgedämpft ausgestattet werden. „Wir haben einen sehr aktiven Förderverein“, würdigte die Schulleiterin und machte auf ein anstehendes Sommerfest am Freitag aufmerksam. Im neuen Schuljahr sollen nur zehn Kinder eingeschult werden (18 waren es in diesem Schuljahr). Das sei aber eine Ausnahme. „Wir wissen, dass es in den nächsten Jahren wieder mehr Kinder werden.“

Was für Eltern eine Rolle spiele, sei die an der Schule fehlende Ferienbetreuung. Deshalb habe sie Kontakt aufgenommen mit der Awo Bovenden. Vielleicht könne mit Hilfe der Arbeiterwohlfahrt ab 2020 eine Ferienbetreuung angeboten werden (die Schule hat keinen Hort). Im Sommer 2020 sollen zwei Klassenräume renoviert und ein Trakt mit neuen Fenstern versehen werden. „Was wir uns sehr wünschen, ist ein Häuschen für das Pausenspielzeug, damit wir es nicht immer hin und her tragen müssen“, sagte Lakemann.

Ziel ist Steigerung der Medienkompetenz

Jan Elstrod leitet wiederum die Grundschule Lenglern (mit Außenstelle Harste). Die Bildungsstätte mit ihren 116 Schülern sei mit den Sommerferien durchsaniert, sagte er. Elstrod erwartet im August vier neue Kollegen und eine Anwärterin. Er sprach von einem großen Zuzug in Lenglern. Zu den Zielen der Schule gehöre die allgemeine Steigerung der Medienkompetenz der Schüler. Es sei keineswegs selbstverständlich, dass heutige Grundschüler über Internetanschluss und Computer, Laptop und Handy verfügen. „Für sie besteht die Gefahr, dass sie abgehängt werden“, wenn die Schule nicht diese Wissenslücke fülle, warnte der Schulleiter.

Keine Schule muss geschlossen werden

Er nahm stellvertretend den Part für die verhinderte Meike Feuerhahn, Leiterin der Eibenwaldschule, ein. Hier werden aktuell 76 Schüler von acht Lehrern unterrichtet. Da im Schuljahr 2020/21 zwei 1. Klassen eingeschult werden sollen, werde dann ein Klassenraum fehlen. Dafür sei noch keine Lösung gefunden. Dazu sagte Bürgermeister Brandes: „Wir beschäftigen uns mit einem Anbau. Wenn es der Rat beschließt, könnte er 2022 fertig sein.“ Es gelte also, die Übergangszeit abzudecken. Brandes sieht in der Kita im Ort Platz, um dort für eine Zeit von zwei Jahren eine Klasse unterrichten zu lassen. Das Gespräch mit der Kita-Leitung dazu stehe noch aus. „Das wird jetzt vereinbart“, sagte der Bürgermeister. Er wies auch darauf hin, dass die Kinder-Zahlen im Flecken Bovenden künftig den Betrieb der vier Schulen sichern. Ausnahmegenehmigungen wegen zu geringer Schülerzahlen seien nicht nötig, Schulschließungen damit auch.

Von Ulrich Meinhard

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