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Bovenden Flecken Bovenden erhält Fördersumme von 300 000 Euro
Die Region Bovenden Flecken Bovenden erhält Fördersumme von 300 000 Euro
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18:32 21.05.2019
Wollen Bienen und Insekten einen artgerechten Lebensraum schaffen: Bauamtsleiter Heinz Klinge, Hermann Merkord vom BUND, Imkerin Katrin Meyer-Zietlow, Marianne Stietenroth, Landrat Bernhard Reuter, Staatssekretär Frank Doods, Bürgermeister Thomas Brandes und Bauamtsmitarbeiter Kai Grobecker. Quelle: Hinzmann
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Bovenden

Bienen und Insekten werden es in Zukunft sehr gut im Flecken Bovenden haben. Das Projekt „Aktiv in Bovenden für Bienen und Insekten“ erhält die Fördersumme von 300 000 Euro vom Land Niedersachsen. Frank Doods, Staatssekretär aus dem niedersächsischen Umweltministerium, überbrachte in Vertretung von Umweltminister Olaf Lies, der noch am Morgen kurzfristig absagen musste, die gute Botschaft.

„Ich denke, die Themen Biodiversität und Insekten sind in der Bevölkerung angekommen. Es ist ein tolles Signal, wenn sich für ein solches Vorhaben eine Projektgruppe findet, die individuell zusammengestellt ist“, sagte Doods. Die Ergebnisse einer Langzeitstudie brachten die Bovender mit Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) an der Spitze auf den Plan. Seit 1989, so ein zentraler Inhalt der Studie, ist in weiten Teilen Deutschlands die Zahl der Insekten um ungefähr 75 Prozent zurückgegangen.

Intensiv beschäftigt

Die Gruppe, die sich aus Verwaltung, Politik, Betriebshof, Vertretern des Naturschutzes und Bürgern zusammensetzt, beschäftigte sich im vergangenen Jahr sehr intensiv damit, wie eine Umgestaltung von Flächen in der Gemeinde zu artgerechten Lebensräumen für Insekten und Bienen führen kann. Darüber hinaus wurden auch noch die acht Friedhöfe im Flecken Bovenden in die Überlegungen mit einbezogen.

„Als Gemeinde haben wir mit unseren Flächen Vorbildcharakter“, sagte Bürgermeister Brandes. Zehn Projekte dieser Art gibt es derzeit, denen insgesamt 1,3 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Bovender haben ein besonders großes Stück vom Kuchen abbekommen. „Wir glauben schon, dass das hier Schule machen kann“, bekräftigte Staatssekretär Doods, der sich von dem Konzept sehr angetan zeigte.

Wiedererkennungswert

Schilder mit wiedererkennbarem Logo und Informationstafeln sollen zum Wiedererkennungswert beitragen. Bereits im Herbst sollen die ersten Stauden in den dann vorbereiteten Boden eingesetzt werden. „Besonders wichtig ist uns, dass wir auch ein Umdenken in der Bevölkerung bei der Gestaltung privater Gärten erreichen“, verdeutlichte Brandes.

Eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit schwebt ihm dabei vor, die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindertagesstätten, um möglichst viele Nachahmer zu finden. „Bereits jetzt ist das Interesse groß, denn nur gemeinsam können wir dem Insektensterben entgegenwirken“, berichtete der Bovender Bürgermeister. Insgesamt 28 Flächen verteilt über den ganzen Flecken mit seinen acht Ortsteilen sollen in den kommenden zwei Jahren umgestaltet werden.

Teil des Projektes ist auch Hermann Merkord vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Für mich ist sehr bemerkenswert, dass Thomas Brandes von Anfang an dabei war, das Projekt zur Chefsache erklärt hat. Ein sehr wichtiges Signal, wie ich finde“, erzählte Merkord. Sehr viel Erfahrung bringt Katrin Meyer-Zietlow mit ein. Die Imkerin, die in Billingshausen lebt, weiß genau, was für Voraussetzungen nötig sind, damit sich Bienen so richtig wohlfühlen.

Richtiges Wohlfühlwetter war es nicht, aber Landrat Bernhard Reuter (SPD) hatte es sich nicht nehmen lassen, den Ortstermin wahrzunehmen. „Mein Wunsch ist, dass viele Gemeinden diesem Vorbild folgen“, erklärte er.

Ergänzung zu bestehenden Initiativen

Das Bovender Projekt versteht sich insbesondere auch als wichtige Ergänzung bestehender Initiativen, wie die Verantwortlichen betonen. „Blühende Wegränder und Feldsäume“ heißt beispielsweise ein Projekt des Landschaftspflegeverbandes Landkreis Göttingen. Dieses hat zum Ziel, das Naturschutzpotenzial der Wegränder und Feldsäume durch optimierte Pflege zu nutzen. Geplant ist weiterhin, wissenschaftliche Erkenntnisse der Universität Göttingen in die kommunale Naturschutzpraxis vor Ort einfließen zu lassen, und, wenn nötig, bei der Umgestaltung der Flächen anzuwenden.

Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes und seine Crew sehen das Projekt als Auftakt einer Biodiversitätsstrategie. In diesem Zusammenhang möchte Brandes, dass der Flecken dem kommunalen Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beitritt. Außer dem Landkreis Göttingen selbst gibt es dort noch keine kreisangehörige Gemeinde. Mit diesem Schritt soll der politische und gesellschaftliche Willen verdeutlicht werden, dass dem Schutz der Biodiversität im Flecken Bovenden eine zentrale Bedeutung beigemessen wird.

Von Vicki Schwarze

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