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Bovenden 240 Meter hohe Windräder bei Harste geplant
Die Region Bovenden 240 Meter hohe Windräder bei Harste geplant
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10:00 13.05.2019
Bauarbeiten im Windpark Mariengarten. Hier entstehen derzeit vier Windkraftanlagen vom Typ Enercon E-115, eine fünfte könnte noch folgen. Quelle: Markus Riese
Rosdorf / Bovenden

Vielerorts im Landkreis Göttingen wird derzeit kontrovers über den Bau neuer Windkraftanlagen diskutiert. Im Windpark Mariengarten – direkt am Autobahn-Dreieck Drammetal gelegen – wachsen bereits vier neue Windräder in die Höhe; für zwei Flächen in der Gemeinde Bovenden sind gerade neue Bauanträge beim Landkreis Göttingen eingegangen.

Die vier Anlagen bei Volkerode nehmen langsam Formen an. Pendlern, die regelmäßig auf den Autobahnen 7 oder 38 unterwegs sind, bietet sich momentan beinahe täglich ein anderes Bild vom Baufortschritt der vier Windräder vom Typ E-115 des Herstellers Enercon. Bauherr ist hier die NWind GmbH aus Hannover. Geschäftsführer Nils Niescken sieht das Windparkprojekt derzeit voll im Zeitplan: „Zwei der vier Anlagen stehen bereits, die dritte und vierte folgen in den nächsten zwei, drei Wochen, wenn der Wind es zulässt.“ Danach müsse der markante Kran noch einmal verlängert werden, sodass er eine Hubhöhe von 155 Metern und eine Gesamtlänge von 162 Metern erreichen wird. Ist das erfolgt, sollen auf jeden Turm noch einmal zwei jeweils 25 Meter lange Stahlröhren aufgesetzt werden, sodass die 98 Meter hohen Bauwerke auf je knapp 150 Meter Höhe anwachsen. Ende Mai soll ein weiterer Kran dazugekommen, mit dem dann unter anderem die Flügel montiert werden können. Alles in allem erreichen die Anlagen später eine Gesamthöhe von knapp 207 Metern. Der Rotordurchmesser wird fast 116 Meter betragen.

Jeder der Türme besteht vor der Installation der zusätzlichen Stahlröhren aus 30 „Reihen“, die gut mit bloßem Auge erkennbar sind. Die unteren beiden Reihen sind aus jeweils drei großen Betonelementen zusammengesetzt, die übrigen aus jeweils zwei Elementen. Pro Turm werden also 62 von außen sichtbare Einzelteile verbaut, inklusive der Enercon-typischen „grünen Sockel“ und der auffälligen „roten Rillen“, die für die Flugsicherung gedacht ist. „Alles, was über 150 Meter hoch ist, muss mit so einer roten Banderole gekennzeichnet werden, damit die Anlagen auch bei Tageslicht aus der Luft gut erkennbar sind“, beschreibt Niescken. Nachts weisen rote Signalleuchten auf die hohen Bauwerke hin.

Die ersten beiden Türme sind schon aus größerer Entfernung sichtbar, zwei weitere kommen in Kürze dazu.

NWind will im Windpark Mariengarten eigentlich fünf Windräder bauen, doch die fünfte Anlage befindet sich noch immer im Genehmigungsverfahren. Alle nötigen Unterlagen habe NWind laut Niescken schon vor Monaten eingereicht. „Eine Entscheidung liegt noch nicht vor. Aktuell läuft ein Anhörungsverfahren. Von dessen Verlauf hängt ab, wann eine abschließende Entscheidung getroffen werden kann“, erklärt Ulrich Lottmann, Sprecher des Landkreises Göttingen, den aktuellen Stand.

Zwei Projektierer wollen bauen

Von gleich zwei neuen Windrad-Vorhaben berichtet Thomas Brandes (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Bovenden. An der Landesstraße 555 zwischen Harste und Parensen seien links und rechts der Straße insgesamt fünf neue Windkraftanlagen geplant. „Es gibt hier zwei verschiedene Projektierer. Einer von ihnen will zwei Anlagen errichten, der andere auf der anderen Straßenseite drei“, so Brandes. Landkreis-Sprecher Lottmann bestätigt: „Es liegen zwei Anträge vor.“ Demnach will die Firma Landwind Projekt drei Anlagen bauen, die Firma Helmolt Consult zwei weitere. Als Anlagentyp seien hier jeweils die WindräderNordex N149/4.0-4.5 MW“ mit einer Nabenhöhe von 164 Metern vorgesehen. Die Gesamthöhe liege bei etwa 240 Metern. Zum Vergleich: Deutschlands höchstes Sakralgebäude, das Ulmer Münster, ist etwa 161,5 Meter hoch, der Kölner Dom etwas mehr als 157 Meter. Der Turm der Göttinger Kirche St. Jacobi kommt auf eine Höhe von 72 Metern.

Für alle fünf geplanten Windräder bei Harste befinde sich das Verfahren laut Lottmann noch „in der Anfangsphase“, aktuell würden die Antragsunterlagen geprüft. Wann eine Entscheidung fällt, könne derzeit noch nicht abgeschätzt werden.

Von Markus Riese

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