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Bovenden Hohe Kreditaufnahme für Investitionen
Die Region Bovenden Hohe Kreditaufnahme für Investitionen
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12:02 13.12.2018
Der Thieplatz in Bovenden nach der Umgestaltung. In die Altdorfsanierung sollen 2019 weitere 1,365 Millionen Euro fließen –  bei einem Gemeindeanteil von 607 000 Euro.
Der Thieplatz in Bovenden nach der Umgestaltung. In die Altdorfsanierung sollen 2019 weitere 1,365 Millionen Euro fließen – bei einem Gemeindeanteil von 607 000 Euro. Quelle: Christina Hinzmann
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Bovenden

Eine solide Finanzlage und hoher Investitionsbedarf prägen den Haushaltsplan 2019 der Gemeinde Bovenden. Entgegen des ursprünglichen Entwurfes schließt er mit einer schwarzen Null im Ergebnisetat ab. Damit ist das Zahlenwerk, das im Rat einstimmig verabschiedet wurde, das dritte Jahr in Folge ausgeglichen.

Neuverschuldung steigt

Die Neuverschuldung steigt allerdings, da im Finanzhaushalt mehr als 3,5 Millionen Euro Kredite für Investitionen aufgenommen werden. Die werden parteiübergreifend für notwendig erachtet. Größter Brocken ist der Neubau der Kindertagesstätte in Eddigehausen, für den Kämmerer Lutz Kiefer für 2019 zwei Millionen Euro veranschlagt hat. Für die Altdorfsanierung (Stadtumbau Bovenden-West) sind gut 600 000 Euro Gemeindeanteil vorgesehen, für den zweiten Bauabschnitt der Turnhalle Harste 300 000 Euro, für die Dorferneuerung Billingshausen gut 200 000 Euro, für den Regenwasserkanal der Vom-Stein-Straße in Lenglern knapp 200 000 Euro und für den Fahrgestellaufbau des 300 000 Euro teuren neuen Hilfeleistungsfahrzeugs für die Ortsfeuerwehr Bovenden 90 000 Euro als erste Rate. Vorsorglich eingestellt wurden 50 000 Euro Planungskosten für einen dritten Krippen-Gruppenraum im Waldorf-Kindergarten in Bovenden. Für 80 000 Euro soll der Betriebshof ein neues Multifunktionsfahrzeug bekommen.

„Wir investieren wieder, um die dringendsten Herausforderungen zu bewältigen“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Harm Adam als Sprecher der Mehrheitsgruppe CDU, Freie Wähler, Grüne, FDP. Rat und Verwaltung dankte Adam für zügige und konstruktive Haushaltsberatungen, den Antragstellern von Zuschüssen, die abgelehnt wurden, für ihr Verständnis. Das Vorhaben des TSV Spanbeck, das Dorfgemeinschaftshaus energetisch zu sanieren, sei dadurch nicht gefährdet: „Beim Nachtragshaushalt, spätestens aber 2020, stehen wir hier in der Pflicht.“

Kritik an Kreisumlage

Die günstige Einnahmesituation aus dem kommunalen Finanzausgleich des Landes sei erfreulich, sagte Adam, kritisierte aber den Landkreis. Die Entwicklung der Kreisumlage bezeichnete er als „reine Abzocke“, beim Breitbandausbau passiere „trotz vieler vollmundiger Ankündigungen wenig bis gar nichts“. Um die Infrastrukur zu erhalten, müsse man sich vor Ort erheblich strecken. Die Wünsche aus Schulen, Kindertagesstätten und Gebäudemanagement würden weitgehend erfüllt, für die Straßenunterhaltung würden 250 000 Euro aufgewendet – nach 80 000 Euro noch vor wenigen Jahren.

Ergänzungstafel für Ehrenmal

„Kommunalpolitik ist jeden Tag in Bovenden erlebbar“, sagte Prof. Jörg Magull (SPD) und begrüßte die Investitionen für Kindertagesstätten ebenso wie den 2018 zum Abschluss gebrachten Hochwasserschutz und die stark gesunkenen Liquiditätskredite. Das Altdorf Bovenden entwickele sich zu einem richtigen Schmuckstück. Eine Diskussion über Mittel für Dorfgemeinschaftshäuser verknüpft Magull mit Trägervereinen. Für die alte Schule am Thie im Altdorf Bovenden fehle nach dem Auszug der Pfadfinder ein Nutzungskonzept. Zu begrüßen seien die Bemühungen des Bürgermeisters, potentielle Nutzer an einen Tisch zu holen. Die „ständig steigende Kreisumlage als Wermutstropfen“ wollte Magull nicht thematisieren und setzt darauf, dass die Bürgermeister mit dem Landrat eine Lösung finden werden. Sowohl Adam als auch Magull begrüßten die Ergänzungtafel für das Ehrenmal in Bovenden, deren mahnender Zusatztext ein Zeichen setzte.

Elektronischer Haushaltsplan

Zu mehr Transparenz und weniger Papier hat die interaktive Version des Haushaltplanes geführt. „Wir sind die einzige Kommune in der Region, die konsequent diesen Weg beschreitet“, sagte Bürgermeister Thomas Brandes (SPD). Das spare mehr als 16 000 Seiten bedrucktes Papier. Und Magull meinte: „Nur noch hoffnungslose Romantiker trauern um die nicht mehr vorhandene gedruckte Haushaltsversion.“

Von Kuno Mahnkopf

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