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Bovenden Ex-Kreisarchäologe Klaus Grote referiert zu „Felsschutzdächern“
Die Region Bovenden Ex-Kreisarchäologe Klaus Grote referiert zu „Felsschutzdächern“
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00:19 13.02.2019
Der ehemalige Kreisarchäologe Klaus Grote referiert über die „Felsschutzdächer“ im Göttinger Raum. Quelle: Max Brasch
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Bovenden

Der ehemalige Kreisarchäologe Klaus Grote hat in der „Galerie am Thie“ in Bovenden eine Ausstellung zum Thema „Felsschutzdächer“ eröffnet. Dabei handelt es sich um Felsvorsprünge, genannt „Abris“ (von französisch „Abri“, deutsch: Unterkunft), die von Menschen seit tausenden Jahren als Zufluchtsorte genutzt wurden. Im Erdboden um diese Orte herum konnten von Archäologen Funde aus verschiedenen Zeitaltern der Menschheitsgeschichte sichern. Einige sind mehr als 12000 Jahre alt. Eine derartige Menge an Funden ist laut Grote in Norddeutschland einzigartig. Zur Eröffnung kamen mehr als 50 Besucher in die Galerie, sodass es für den Vortrag nicht genügend Sitzplätze gab.

Wie lebten die nomadischen Jäger und Sammler der Vorzeit in Südniedersachsen? Der Antwort auf diese Frage lässt sich durch archäologische Fundstücke näherkommen. Besonders viele dieser Fundstücke finden sich an Orten, die immer wieder von Menschen als Rückzugsort und Unterschlupf genutzt wurden – Zum Beispiel bei den „Felsschutzdächern“. „Die Felsen bilden natürliche Dächer, sodass die Menschen relativ geschützt waren“, erklärte Grote. Seit 1979 beschäftigt sich der Archäologe mit den „Abris“ im Göttinger Raum. Mehr als 1600 solcher Orte hätten die Wissenschaftler bereits im Landkreis identifiziert.

Funde aus vielen Jahrtausenden Menschheitsgeschichte

Bei 110 untersuchten Orten hätten die Forscher fast immer Zeugnisse der Menschen, die dort vor tausenden Jahren lebten, finden können, sagte Grote. Neben neuzeitlichen Funden an der Oberfläche und Überbleibseln aus dem Mittelalter und der Zeit der alten Germanen fanden die Archäologen in drei Metern Tiefe sogar Spuren aus der Zeit nach der letzten Eiszeit vor 12000 Jahren. Besonders ergiebig sei eine Fundstelle im Gebiet zwischen Reinhausen und Bremke gewesen: „Dort konnten wir in 14 verschiedenen Erdschichten archäologische Überreste sichern“, erzählte Grote. Die ältesten Funde stammten von Neandertalern und seien zwischen 50000 und 60000 Jahre alt, so Grote weiter.

Gefunden hätten die Forscher beispielsweise Feuerstellen, Abfälle, Werkzeuge und manchmal sogar Grabstellen, erläuterte Grote. Im Verlauf der Zeit seien die Abris nicht nur als Zufluchtsorte, sondern auch als rituell oder kulturell bedeutsame Orte von den Menschen der Umgebung genutzt worden. „Das lässt sich durch in den Fels eingeritzte Inschriften, Zeichnungen oder Graffiti aller Art belegen“, führte Grote aus. Die Abris hätten auch weiterhin großes Potenzial für die Erforschung der Geschichte Südniedersachsens: „Wir haben gerade einmal leicht die Decke angehoben“, beschrieb Grote den Fortschritt der Arbeit mit den „Felsschutzdächern“.

Die Ausstellung in der Bovender „Galerie am Thie“ wird vom Verein „Kulturfreunde Bovenden“ präsentiert. Zu sehen sind sowohl Bilder der Ausgrabungsorte als auch Fundstücke. Die Ausstellung ist bis zum 3. März immer dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei, die Kulturfreunde bitten um Spenden für die Erhaltung der Galerie.

Von Max Brasch

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