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Bovenden Mann legt Schwalbengarten an – der Kreis will ihn entfernen lassen
Die Region Bovenden Mann legt Schwalbengarten an – der Kreis will ihn entfernen lassen
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00:22 01.03.2019
Unter anderem mit Blühstreifen kann Insekten eine Heimat geboten werden. Quelle: dpa
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Reyershausen

Die FDP im Gemeinderat des Flecken Bovenden fordert von der Göttinger Kreisverwaltung, den sogenannten Schwalbengarten in Reyershausen unangetastet zu lassen. Die Kreisverwaltung habe einen Rückbau der kompletten Anlage verfügt, erklärt FDP-Ratsherr Jan Risting.

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Deshalb fordert die FDP den Gemeinderat per Antrag auf, in seiner Sitzung am Freitag, 1. März, gegenüber dem Landkreis Göttingen seine politische Absicht zu erklären, das Biotop zu bewahren. Zu diesem Zweck soll auf eine Umwidmung der Fläche im Zuge der Neufassung des Flächennutzungsplanes hingearbeitet werden.

Im Südwesten von Reyershausen hat ein Privatmann den „Schwalbengarten“ mit zahlreichen verschiedenen Pflanzenarten, Blühstreifen und einem Teich angelegt. Vorher wurde die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Das Problem: Die Umgestaltung geschah ohne Genehmigung und entgegen der Darstellungen des Flächennutzungsplanes. Daher die Forderung des Landkreises nach Beseitigung des Biotops.

Ökologische Vielfalt

Doch das wäre ein schwerer Fehler, meint Risting, der für die Sitzung des Gemeinderats am einen Antrag zur Erhaltung des Biotops einreichen wird. Die Anlage „bereichert die ökologische Vielfalt unserer Gemeinde“. Und: „Aus dem dramatischen Insektensterben der vergangenen Jahre ergibt sich auch für unsere Gemeinde ein Auftrag, private Initiativen zur Förderung von Flora und Fauna in Bovenden zu unterstützen.“

Vor diesem Hintergrund, so der FDP-Ratsherr, „wäre ein Rückbau des Gartens ein verheerendes Signal für andere engagierte Bürger, die ebenfalls zum Erhalt unserer Umwelt beitragen wollen. Außerdem bietet der Schwalbengarten auch in anderer Hinsicht einen Gewinn für den Flecken Bovenden: So ist beispielsweise seine Nutzbarkeit als Ausgleichsfläche für die zahlreichen Baugebiete in unserer prosperierenden Gemeinde in Erwägung zu ziehen.“

Nachträglich legalisieren

Allerdings sei dem Eigentümer trotz der Forderung des Landkreises nach einer Beseitigung des Biotops Entgegenkommen für den Fall signalisiert worden, „dass der Flecken Bovenden seine Bereitschaft zur nachträglichen Legalisierung des Schwalbengartens erklärt“. Ohnehin werde der Flecken Bovenden in den kommenden Jahren eine Neufassung des Flächennutzungsplanes vornehmen, entsprechende Haushaltsmittel seien vorgesehen. Eine Legalisierung des Biotops könne „in diesem Zuge ohne erhöhte Kosten“ umgesetzt werden, die bei einer Änderung des bestehenden Flächennutzungsplanes entstünden.

„Es reicht nicht aus“, so Risting weiter, „den Willen zur Förderung von Klima und Umwelt in politischen Sonntagsreden zu bekunden. Vielmehr müssen praktische Maßnahmen auch aktiv von der Politik unterstützt werden.“

Die Sitzung des Bovender Gemeinderats am Freitag, 1. März, im Rathaus des Fleckens beginnt um 18 Uhr. Vom Landreis Göttingen war am Montag keine Stellungnahme zu Vorgehen und Absichten in Sachen Schwalbengarten zu bekommen.

Von Matthias Heinzel