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Bovenden Rat der Gemeinde Bovenden gegen geplante Suedlink-Trasse
Die Region Bovenden Rat der Gemeinde Bovenden gegen geplante Suedlink-Trasse
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15:42 06.04.2019
Werden in 1,80 Meter Tiefe verlegt: Rohre für Strom-Erdkabel.
Werden in 1,80 Meter Tiefe verlegt: Rohre für Strom-Erdkabel. Quelle: dpa
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Bovenden

Über Parteigrenzen hinweg hat sich der Rat der Gemeinde Bovenden einstimmig gegen eine Trassenführung der unterirdischen Windstromleitung Suedlink zwischen Lenglern und Harste ausgesprochen.

Der Rat appellierte während seiner Sitzung am Freitagabend, auf die Projektträger einzuwirken. Gemeint seien damit sowohl die zuständige Bundesnetzagentur als Behörde für die Bundesfachplanung, als auch die nachfolgenden Behörden für die Planfeststellung. Diese sollten bereits bekannte Alternativen weiterverfolgen. Der Rat hält eine Trassenführung durch das Eichsfeld für angemessener.

Bovenden leidet bereits unter zwei Hochspannungsleitungen

Ratsfrau Marianne Stietenroth (SPD) bekannte sich zur Energiewende. Lenglern und Harste seien aber bereits durch die ausgewiesenen Vorrangflächen für Windenergie belastet, für die erste Bauanträge vorlägen. Zudem verliefen unweit der beiden Orte Hochspannungsleitungen (110 und 380 Kilovolt). Mit ihnen leiste der Flecken bereits „einen erheblichen Beitrag zum Netzausbau“, der im Zuge der Energiewende notwendig sei.

Harm Adam gegen „kalte Enteignung“ betroffener Bauern

Die geplante Trassenführung mindere zudem aufgrund elektromagnetischer Felder und der Erderwärmung den Wert der betroffenen landwirtschaftlichen Nutzflächen, ergänzte Hans Schäfer (FWG). Die Folgen für die Bewirtschaftung des 35 Meter breiten Landstreifens, unter dem in 1,80 Meter Tiefe die acht – jeweils 20 Zentimeter dicken – Kabel verliefen, sei „nicht kalkulierbar“. Von einer „kalten Enteignung“ sprach der CDU-Fraktionsvorsitzende Harm Adam.

Die Resolution könne nur ein erster Schritt sein, mahnte Jan Heinrich Risting (FDP). Die Parteien sollten an die vier regionalen Bundestagsabgeordneten herantreten und sie um Unterstützung bitten.

Liberal-Konservativer Reformer sieht Berlin in der Verantwortung

Hans Doil (Liberal-Konservative Reformer) kritisierte, dass die Resolution an Behörden adressiert sei. Die eigentliche Verantwortung liege jedoch bei der schwarz-roten Bundesregierung.

Über das Erdkabelprojekt Suedlink informieren die Projektträger, TenneT und TransnetBW, interessierte Bürger am Montag, 29. April, um 16 Uhr im Bürgerhaus Bovenden, Rathausplatz 3.

Von Michael Caspar