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Bovenden Harster Bürger wollen Windräder verhindern
Die Region Bovenden Harster Bürger wollen Windräder verhindern
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11:10 08.12.2019
Windräder sind auch in Zeiten von Klimawandel und Klimaschutz umstritten. Jetzt protestieren Harster gegen einen nahen Windpark. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Bovenden

Eine Liste mit 549 Unterschriften gegen den Bau von fünf Windrädern bei Harste haben Bürger am Freitagabend an Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) übergeben. Eva Wolfe aus Harste nutzte dazu die Sitzung des Gemeinderates des Flecken Bovenden. Zur Übergabe waren sie und weitere Bürger in das Rathaus gekommen, um ihren Unwillen über das Vorhaben zu bekunden. In der Einwohnerfragestunde stellten sie kritische Fragen zur Windkraft und der Genehmigungsprozedur für deren Aufstellung.

Während Eva Wolfe vorbrachte, dass viele Bürger mit dieser Entwicklung nicht einverstanden seien, ging Andrea Mittelstädt einen Schritt weiter. Harste entwickle sich zum unattraktivsten Ort des Fleckens, sagte sie. Bald umzingelt vom Suedlink (über den Trassenverlauf hat die Bundesnetzagentur noch nicht entschieden), einer Hochspannungsleitung (380-kV-Netz) und den nun auch noch geplanten Windrädern werde der Ort „umringt vom Klimaschutz“: Klimaschutz massiert an einem einzigen Dorf. Die Möglichkeit der Aufstellung von Windrädern sei – im Gegensatz zu den Stromtrassen – eine Entscheidung des Gemeinderates gewesen.

Gemeinde hat nur beschränkten Einfluss

Dem widersprach Brandes. Eine Gemeinde sei per Gesetz verpflichtet, mindestens drei Prozent der Fläche für Windräder auszuweisen. „Windkraftanlagen sind privilegierte Vorhaben“, da habe die Gemeinde nur beschränkten Einfluss. „Wir steuern es durch die Ausweisung von zwei Vorranggebieten“, erklärte der Bürgermeister. Heißt: Hätten Verwaltung und Gemeinderat diese zwei Areale nicht im Flächennutzungsplan beschlossen, hätte jeder Investor quasi überall zumindest beantragen können, Windräder aufzustellen. „Diese Flächen bei Harste wären ohnehin zulässig gewesen“, sagte Brandes.

Dem Hinweis von Andrea Mittelstädt, Moringen habe das Aufstellen von Windrädern gänzlich gestoppt, mochte Brandes so keinen Glauben schenken. Das sei schlichtweg nicht möglich. Auf die Frage von Eva Wolfe, ob sich das Projekt noch verhindern ließe, antwortete Brandes vorsichtig. Das Heft des Handelns liege jetzt beim Landkreis, dort laufe das Genehmigungsverfahren. „Da gibt es noch viele Untersuchungen. Wir sind als Flecken nicht beteiligt“, so der Gemeindechef. Seine Einschätzung: „Die Bedingungen für Windkraft sind in unserem Bereich nicht die besten.“ Es bleibe abzuwarten, was aus dem Projekt wird. Nach seiner privaten Position befragt, sagte er: „Klimaschutz ist ein wichtiges Thema.“ Rasch nach dem Reaktorunglück von Fukushima seien in Deutschland aber Dinge beschlossen worden (wie etwa der Suedlink), „die uns jetzt auf die Füße fallen“. „Da sind wir in der Bredouille. Wir können es nicht verhindern. Wir können nur versuchen, die Interessen der Menschen zu wahren.“ Deshalb sei der Landkreis die richtige Adresse für die Unterschriftenliste.

Sauberer Strom, der krank macht, ist wertlos

Die Kritik der Bürger bezog sich auch auf die immer mehr in die Höhe wachsenden Windräder. Der von den Rotorblättern ausgehende Infraschall schade der menschlichen Gesundheit, verursache unter andere Herzkrankheiten. Über den Schutz des Rotmilans werde gesprochen, aber nicht über das Wohl von Menschen, hieß es. Wenn sauberer Strom krank mache, sei er nichts wert.

Andere Bürger beklagten, dass von Windrädern flankierte Dörfer ihrer Entwicklungsfähigkeit beraubt würden, Grundstücke würden drastisch an Wert verlieren, letztlich würden diese Dörfer schrumpfen.

Vielleicht hilft der Rotmilan

Ratsmitglied Thorsten Heinze (SPD) wies darauf hin, dass der Flächennutzungsplan des Flecken Bovenden 2016 überarbeitet worden ist. Damals habe es wenig Einwendungen von Bürgern gegeben, wohl auch deshalb, weil niemand davon ausgegangen ist, dass einmal Windräder in unmittelbarer Nähe entstehen könnten. Der in Deutschland vorgeschriebene Abwägungsprozess sei aber weltweit einer der besten, verteidigte er das jetzt laufende Prozedere. „Vielleicht hilft Ihnen der Rotmilan oder der Schwarzstorch“, fügte er hinzu, um darauf hinzuweisen, dass der Bau von Windrädern an Vorgaben zum Artenschutz scheitern kann.

Von Ulrich Meinhard

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