Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Bovenden Lange Umwege für Billingshäuser und Spanbecker
Die Region Bovenden Lange Umwege für Billingshäuser und Spanbecker
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:08 27.11.2019
Freie Fahrt haben Busse, Müllfahrzeuge und Anwohner: Ein Straßenposten öffnet die Absperrung. Quelle: Caspar
Anzeige
Reyershausen

Mehr als eine halbe Stunde sind Billingshäuser und Spanbecker derzeit unterwegs, wenn sie ins Nachbardorf Reyershausen wollen. Eine Vollsperrung erzwingt einen weiten Umweg.

Keine zehn Minuten brauchen Autofahrer normalerweise, wenn sie von Billingshausen oder Spanbeck nach Reyershausen fahren. Einige arbeiten dort. Andere bringen ihre Kinder in die Kindertagesstätte oder Grundschule. Mancher geht in Reyershausen zum Arzt. Seit vergangener Woche müssen sie jedoch aufgrund der gesperrten Bundesstraße 446 bis voraussichtlich Ende Dezember eine gut 20 Kilometer lange Umleitung über Sudershausen, Bishausen, Nörten-Hardenberg, Angerstein und Eddigehausen nehmen. Eine halbe Stunde und länger dauert das.

Stark verschmutzte Straßen

„Meine Mutter muss zweimal in der Woche zu ihrem Arzt nach Reyershausen und nun jedesmal eine halbe Weltreise auf sich nehmen“, ärgert sich Jörg Haberlah. Unzufrieden ist auch Jannik Oberdieck. „Wir brauchen für den Weg zur Kita jetzt je nach Verkehrslage 30 bis 45 Minuten“, berichtet er. Dazu käme am Morgen die schlechte Sicht. Traktoren und LKW würden derzeit auf der Umleitungsstrecke Holz verladen. Die Straße sei so dreckig, dass er sein Auto jeden Tag waschen müsse.

Haberlah und Oberdieck empört besonders, dass sich die Baustelle eigentlich innerorts über Angerweg, Am Mittelfelde, Königshaller Weg und Schulstraße umfahren ließe. Allerdings ist die Zufahrt zum Angerweg auf Höhe der Autowerkstatt Dirk Beinhorn versperrt. Ein Straßenposten lässt dort nur Schulbusse, Müllfahrzeuge und Anwohner durch. An der Zufahrt zum Angerweg auf Höhe des Unternehmens Plesse-Milch steht von Zeit zu Zeit die Polizei.

Polizei führt Kontrollen durch

„Bereits kurz nach Einrichtung der Baustelle haben uns Beschwerden von Anwohnern erreicht“, berichtet Jasmin Kaatz von der Polizeiinspektion Göttingen. Die Beamten hätten „unverzüglich“ mit Kontrollen reagiert – insbesondere zu den Stoßzeiten morgens und nachmittags. Es seien „sehr viele verkehrserzieherische Gespräche“ geführt worden und 20-Euro-Verwarnungen ausgesprochen worden – 23 davon allein am Donnerstagmorgen, 21. November. Die Polizei habe die Situation weiter im Blick, warnt Kaatz. Ein Ortstermin zeigt allerdings, dass die Randstreifen in der Feldmark vor allem in Kurvenbereichen bereits zerfahren sind. Im Weg klaffen große Schlaglöcher.

„Ich verstehe nicht, warum Eltern von Kitakindern oder Bürgern, die in Reyershausen arbeiten, keine Sondergenehmigung erteilt wird“, wundert sich Billingshausens Ortsbürgermeister Jost Degenhardt (SPD). Das sei „nicht umsetzbar“, hält Ulrich Lottmann, der Sprecher des Landkreises dagegen. Die Berechtigung lasse sich kaum kontrollieren. Es sei davon auszugehen, dass der gesamte Umleitungsverkehr die Strecke nutzen würde. Die genannten Straßen, die ein Wohngebiet erschlössen, seien „für die zu erwartende Verkehrsmenge ungeeignet“. Zudem lägen die Grundschule und der Kindergarten an der Strecke, was die Sicherheit der Kinder gefährde.

Lkw-Fahrer folgen ihrem Navi

„Ein Problem sind insbesondere die Lkw-Fahrer, die stur ihrem Navigationsgerät folgen“, meint Uwe Köcke, der für die Straßensanierung zuständige Projektleiter von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim. „Hier stehen jeden Tag mehrere Lkw vor der Absperrung und müssen umdrehen“, berichtet der Straßenposten am Ortseingang von Reyershausen.

Negative Erfahrungen mit Umleitungsverkehr – vor allem mit 40-Tonnern – hat es während des ersten Bauabschnitts gegeben. Damals konnten Kraftfahrzeugführer den Grünen Weg und die Kirchstraße nutzen – zum Leidwesen der Anwohner, berichtet Ortsbürgermeisterin Ilona Dettmer (CDU).

Landesbehörde investiert 1,2 Millionen Euro

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim saniert die Bundesstraße 446 auf einem 4,3 Kilometer langen Stück zwischen Nörten-Hardenberg und Reyershausen für 1,2 Millionen Euro. „Die Straße stammt noch aus den 80er-Jahren“, sagt Projektleiter Uwe Köcke von der Landesbehörde. Eigentlich müsse die Asphaltschicht auf einer derart stark befahrenen Straße alle zehn bis 15 Jahre erneuert werden.Eine halbseitige Sperrung der Straße, wie sie etwa Spanbecks Ortsbürgermeister Klaus-Dieter Stümpel (SPD) fordert, sei aus Gründen der Arbeitssicherheit nicht möglich, erklärt Köcke. Der Gesetzgeber schreibe dafür eine Mindestbreite der Straße von 8,50 Meter vor. Dass sei zwischen Nörten-Hardenberg und Reyershausen nicht gegeben. Der Behördenmitarbeiter hält die Umfahrung für zumutbar. Schüler könnten den Schulbus nehmen. Eltern und ihren Kleinkindern sei der viertelstündige Fußweg von der Absperrung zumutbar – zumal die Arbeiten spätestens am 20 Dezember abgeschlossen sein.

Von Michael Caspar

Es ist ein ungewöhnlicher Schritt, den Bovenden geht: Während andernorts deutlich mehr Geld als bislang für Feuerwehreinsätze verlangt wird, will der Flecken die Gebühren deutlich senken. Was bedeutet das für die Bovender?

27.11.2019

Die Freunde der Burg Plesse treffen sich am Sonnabend, 30. November, zur „Rückschau mit Aussichten“ im Bürgerhaus Bovenden. Aktivitäten 2019 und Vorhaben im kommenden Jahr stehen ab 14.30 Uhr im Mittelpunkt der Gespräche.

27.11.2019

Der Tod von drei Rehkitzen durch Mäharbeiten auf einer Wiese in Lenglern hat jetzt ein strafrechtliches Nachspiel gefunden. Im Antrag der Staatsanwaltschaft hatte das Amtsgericht Göttingen zunächst gegen drei Beschuldigte einen Strafbefehl erlassen.

25.11.2019