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Dransfeld Dransfeld: Ratsherr nennt Ungarn „Neonazis“ – Treffen abgesagt
Die Region Dransfeld Dransfeld: Ratsherr nennt Ungarn „Neonazis“ – Treffen abgesagt
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00:19 04.06.2019
Feiern 2015 das 25-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft: Dransfelder und Ungarn aus Rácalmás. Quelle: Heller
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Dransfeld

Das Partnerschaftstreffen von Descartes und Garancières (Frankreich), Kumrovec (Kroatien) und Rácalmás (Ungarn) über Pfingsten in Dransfeld ist geplatzt. Die Linken haben die UngarnNeonazis“ genannt.

„Partnerschaft zu Neonazis“ hat Ratsherr Ulrich Maschke (Linke) einen Artikel überschrieben, den er in den „Dransfelder Nachrichten“ veröffentlichte. Die „menschenverachtenden und rechtskriminellen Neonazis von Jobbik“ hätten bei der Nationalwahl im April 2018 ihr einziges Direktmandat in Dransfelds ungarischer Partnergemeinde Rácalmás geholt, berichtet Maschke. Rácalmás habe sich damit noch weiter rechts positioniert als die „europafeindliche“ Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán.

Maschke: „Antisemiten und Rassisten“

„Ohne Druck und aus freien Stücken“ habe sich mehr als die Hälfte der Bürger „in geheimer Wahl“ für „Antisemiten und Rassisten“ entschieden, schreibt der Ratsherr. Jobbik trete dafür ein, dass an der Grenze auf Geflüchtete geschossen werde. Dass Wahlergebnis zeige, dass die vielen Fahrten und Gespräche der seit 1990 bestehenden „sogenannten Partnerschaft“ nichts gebracht hätten. Die Linke in Dransfeld verabscheue „solche Herrschaften“ und werde Pfingsten gegen den Besuch der Ungarn demonstrieren.

Trotz des sofortigen Protests von Dransfeldern gegen Maschkes Ausführungen sagte die ungarische Delegation ihr Kommen ab. Das Organisationskomitee der Partnerschaftsvereine hat sich daraufhin „schweren Herzens“ entschlossen, „aus Solidarität“ mit den Ungarn das gesamte Treffen abzusagen, erklärt Sprecher Michael Tacke. Die Auswirkungen von Maschkes „verantwortungslosen Verhalten“ für die Partnerschaften mit den Dransfelder Mitgliedsgemeinden, aber auch für die Freundschaft der beiden Schulen aus Dransfeld und Descartes seien „noch nicht absehbar“.

Detlev Barth: „Absolute Ahnungslosigkeit“

In einem Leserbrief an die Dransfelder Nachrichten erläutert Bürger Detlev Barth, dass die Wähler in Rácalmás nur die Alternative zwischen dem Kandidaten der Regierungspartei und von Jobbik gehabt hätten. Die Entscheidung für die Rechtsextremen, „die einem europäisch denkenden Demokraten bei Gott keine Freude“ bereite, sei ein Protest gegen die Regierungspartei gewesen. Den Ausschlag hätten die Stimmen der „starken Arbeitnehmerschaft“ gegeben, die sonst links wähle. Maschkes Artikel offenbare die „absolute Ahnungslosigkeit“ des Ratsherren über die politischen Verhältnisse in Ungarn, so Barth.

„Besorgniserregende“ Entwicklungen in Ungarn bestätigen die Grünen. Das müsse in Gesprächen mit Gästen aus der Partnergemeinde „thematisiert und kritisiert“ werden. Die Grünen, die in der Vergangenheit immer wieder mit Maschke zusammengearbeitet haben, verwahren sich aber gegen „pauschalisierende Vorverurteilungen“. Gerade in schwierigen Zeiten seien direkter Austausch und persönliches Kennenlernen „wichtig“.

Samtgemeindebürgermeister Eilers (SPD): „Überzeugte Europäer“

Dransfelds Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers (SPD) betont, dass die Ungarn, die die Partnerschaft tragen, „überzeugte Europäer“ seien. Der Bürgermeister von Rácalmás gehöre zu den wenigen ungarischen Bürgermeistern, die nicht der Regierungspartei angehöre.

Tageblatt: 25 Jahre Partnerschaft zwischen Rácalmás und Dransfeld

Von Michael Caspar

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