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Dransfeld Für Florian Heinke gibt es auf der Bühne kein Lampenfieber
Die Region Dransfeld Für Florian Heinke gibt es auf der Bühne kein Lampenfieber
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18:00 10.01.2020
Soloauftritt: Florian Heinke singt im Friedrichstadtpalast. Quelle: Matthias Heyde
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Dransfeld

„Ich wusste schon mit drei Jahren, dass ich später einmal auf der Bühne stehen möchte“, sagt Florian Heinke. Der in Dransfeld aufgewachsene gebürtige Göttinger hat sich seinen Traum mittlerweile erfüllt: Er lebt in Berlin und tritt regelmäßig bei Musicals vor großem Publikum auf. Doch sein Weg dorthin, wo er jetzt ist, sei hart gewesen, erzählt der 23-Jährige.

Seine Vita umfasst mittlerweile Auftritte an der Oper Chemnitz, im Admiralspalast Berlin sowie in der Neuköllner Oper der Bundeshauptstadt. Auch in China durfte er bereits auftreten: Im Herbst 2019 wurden er und einige seiner Studienkollegen nach Shanghai zu zwei Konzerten von Sylvester Levay eingeladen, um dort gemeinsam im Chor zu Auftritten von Musical-Weltstars zu singen. „Levay hat eine riesige Fangemeinde in China“, erläutert Heinke. Überhaupt seien die asiatischen Fans „unheimlich euphorisch“, überall klickten die Handykameras. „Die feiern Musicals extrem“, beschreibt er die „richtig coole Erfahrung“.

Der Start erfolgt erst mit 15 Jahren

Dabei startete er seine Karriere „relativ spät“, erst mit 15 Jahren fand er zum Tanzen, einer der Voraussetzungen für einen Musical-Darsteller. Und auch das eher zufällig: „Die Hip Hop Dance Academy war damals für einen Weltrekordversuch an alle Schulen herangetreten und hat dort vorgetanzt. Dabei habe ich Blut geleckt“, sagt Heinke. Drei Jahre stand er im Team der Göttinger Hip-Hop-Tänzer, keine zwölf Monate später war er im Deutschen Theater zu sehen. Dort spielte er kleinere Rollen in „West Side Story“ (2011) und der „Rocky Horror Show“ (2013).

Die Vita von Florian Heinke

Von „Haydn für Kinder“ bis „Drachenherz“: Die Musical-Erfahrung von Florian Heinke ist umfangreich. Begonnen hat alles mit seiner Rolle als junger Joseph Haydn im Jahr 2009 am Deutschen Theater, es folgten Auftritte in „West Side Story“ und der „Rocky Horror Show“ an selber Stätte. Als Solist war er in „Wenn ja wie viele“ in Berlin zu sehen (2018), ebenfalls in diesem Jahr sang er im Ensemble bei „Elegies“ im Admiralspalast der Hauptstadt mit. 2019 spielte er in seinem dritten Studienjahr in „Drachenherz“ an der Oper Chemnitz und der Neuköllner Oper Berlin. Die moderne Interpretation der Nibelungensage schrieb Heinkes Studienleiter extra für den Jahrgang. Die Rolle des Günther, in der Neuauflage schlicht „Günni“, habe ihm unheimlich viel Spaß gemacht, sagt Heinke. Zudem hatte der Dransfelder im vergangenen Jahr einen großen Auftritt vor asiatischem Publikum. In Shanghai stand er für zwei Shows mit Musical-Weltstars gemeinsam auf der Bühne. Im Februar 2020 spielt er erneut „Drachenherz“ – in Chemnitz und Ludwigsburg.

Da Heinke seinen Traumjob mittlerweile gefunden hatte, verfolgte er sein Ziel neben der Schule weiter. Wenn er nicht am Otto-Hahn-Gymnasium für sein Abitur lernte, nahm er in Hamburg an Musical-Workshops teil. Dort folgte auch der nächste Teil seiner Ausbildung: Von 2015 bis 2016 studierte er an der Joop van den Ende Academy. Dann musste die Lehrstätte aufgrund finanzieller Probleme schließen – und der junge, aufstrebende Künstler stand plötzlich ohne Ausbildung da. „Hals über Kopf“ schrieb er Bewerbungen und wurde von der Universität der Künste in Berlin zur Aufnahmeprüfung eingeladen.

Langwierige Aufnahmeprüfung

„Da sind dann zwei- bis dreihundert Leute, am Ende werden zehn zugelassen“, erläutert Heinke. Nach mehreren Ausscheidungsrunden mit Vorsingen, -tanzen und -spielen stand fest: Der Göttinger erhält einen Platz im Studienfach Musical Show. Seit vier Jahren lernt er dort, 2020 macht er seinen Abschluss.

Und dann? Die Plätze in den bekanntesten Musicals in Deutschland sind begrenzt, die Konkurrenz ist groß. Aber: „Wenn ich das bestmögliche mache, sollte ich eine Chance haben“, meint Heinke selbstbewusst. Im Sommer wird er bei den Festspielen in Bad Vilbel auftreten: Im Musical „Hairspray“ spielt er die männliche Hauptrolle Link Larkin.

Soloauftritt: Florian Heinke singt im Friedrichstadtpalast. Quelle: Matthias Heyde

„Unheimlich anstrengend“

Der Beruf sei zwar sehr erfüllend, aber auch „unheimlich anstrengend, körperlich und mental“. „Man muss gut auf sich acht geben, wenn man das einige Jahre machen möchte“, sagt Heinke. Teilweise stünden in einer Woche acht Auftritte an, das sei nicht nur zeitintensiv, sondern gehe auch auf die Gelenke. Gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf – und ein Manager, der einem viele Aufgaben abnehme, seien elementar. „Man muss schauen, dass man den Weg nicht allein geht.“

Vor seinen Auftritten sei eine „gesunde Nervosität“ immer da, meint er. „Wenn ich ganz locker bin, dann kann das nicht gut werden“, eine Grundanspannung sei unumgänglich. Mehr sei es aber auch nicht, denn: „Lampenfieber habe ich nicht.“

Preisträger der Walter-Kaminsky-Stiftung

Im Jahr 2019 hat Florian Heinke des Preis der Walter-Kaminsky-Stiftung gewonnen. Mit dem mit 2500 Euro dotierten Preis werden Gesangstalente ausgezeichnet, die sich beim Bundeswettbewerb Gesang in Berlin besonders hervorgetan haben. Zielsetzung des Wettbewerbs ist die Förderung des Nachwuchses und das Auffinden stimmlich, musikalisch und darstellerisch überdurchschnittlicher Begabungen. Dabei soll einerseits die Qualität des Gesangs, die musikalische Gestaltung und die Gesangstechnik, andererseits die Interpretation, der Gestus, die szenische Präsenz während des Vortrags sowie die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Vorgetragenen gewertet werden. Im jährlichen Wechsel werden die Sparten "Oper - Operette - Konzert" sowie "Musical - Chanson" prämiert. Der 23-jährige Dransfelder überzeugte die Jury mit dem Song „Ein Traum ohne Anfang und Ende“ aus dem Musical „Die Päpstin“. Die Gala mit Preisverleihung wurde im Friedrichsstadtpalast abgehalten. „Das war eines der Highlights des Jahres“, sagt Heinke.

Von Tobias Christ

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