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Dransfeld Dieser neue Wanderweg ist sagenhaft
Die Region Dransfeld Dieser neue Wanderweg ist sagenhaft
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17:07 20.10.2019
Mitglieder der Trachtengruppe "Hasenmelker" bei der Einweihung des neuen "Hasenmelkerpfades". Esel Ferdinand versteht sich augenscheinlich gut mit Dransfelds Maikönigin Julia Ahlborn (4.v.r.). Quelle: Markus Riese
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Dransfeld

Mit einem gemütlichen Spaziergang und rund 100 Teilnehmern hat der Verschönerungsverein Dransfeld seinen neuen „Hasenmelkerpfad“ eröffnet. Auf dem etwa vier Kilometer langen, gut beschilderten Weg finden Einheimische und Besucher ab sofort drei Infostationen mit insgesamt fünf Schaukästen, in denen die Hasenmelker-Sage nachzulesen ist. Am Startpunkt an der Parkanlage Köterwelt weist ein zumindest auf den ersten Blick echt aussehender Esel zusätzlich den Weg.

Woher kommt der Begriff „Hasenmelker“?

1492 erhielten die Dransfelder Bürger das Recht, Hasen zu jagen. Als sie das erste Mal zur Jagd am Hohen Hagen aufbrachen, verpasste ein Müller den Abmarsch-Termin – und musste der Gruppe hinterher eilen. Am Hohen Hagen angekommen, versteckte er sich hinter einem Busch und entdeckte von dort aus einen vermeintlichen „Hasen“, der ihm allerdings recht groß vorkam. Er fing das Tier mit den langen Ohren ein, das kein Geweih hatte und somit kein Reh sein konnte. Plötzlich tauchten Göttinger Bürger auf, die bis kurz zuvor noch das alleinige Recht zur Hasenjagd hatten. Es kam zum Streit, und weil die Dransfelder in der Unterzahl waren, mussten sie ihre Beute abgeben. Nur der Müller wollte das nicht – und wurde von den Göttingern niedergeschlagen. Damit er wieder zu Kräften kam, gab man ihm Milch, die man vorher bei seinem „Hasen“ gemolken hatte. Die Göttinger nahmen auch dieses Tier, das eigentlich ein Esel war, mit; sie schlachteten und verspeisten es schließlich. Seitdem gelten die Göttinger in Dransfeld als „Eselfresser“, die Dransfelder selbst als „Hasenmelker“.

Viele Stunden Arbeit investiert

Erarbeitet hat den Pfad Friedrich-Georg Rehkop, der Kassenwart des Verschönerungsvereins. Die Idee dazu war ihm gekommen, als nach neuen Impulsen für den Naturpark Münden gesucht worden war. „Vor einem Jahr habe ich dann mit der Umsetzung angefangen und seitdem sicher 60 oder 70 Stunden Arbeit investiert, vielleicht auch mehr“, bilanzierte Rehkop, der beim Eröffnungsspaziergang nicht nur viele Details zur Hasenmelker-Sage, sondern auch zur Dransfelder Stadtgeschichte zu erzählen wusste.

Rüdiger Schild, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, lobte das Engagement seines Vorstandskollegen: „Der Friedel hat das alles allein auf die Beine gestellt“, betonte er. Für die handwerkliche Umsetzung sei allerdings nicht er selbst, sondern Beisitzer Dirk Rümenapp zuständig gewesen, erläuterte Rehkop. Finanzielle Unterstützung gab es von der VR-Bank Südniedersachsen aus der Aktion „Wir tun Gutes“.

Trachtengruppe, Maikönigin und ein Esel

Zusammen mit der historischen Trachtengruppe „Hasenmelker“, der Dransfelder Maikönigin Julia Ahlborn und dem echten Esel Ferdinand machte sich die Wandergruppe am frühen Nachmittag nach einer kurzen Begrüßungsansprache auf den Weg.

Eine kleine Brücke über einen Bachlauf wurde dabei direkt zum ersten Hindernis – denn Ferdinand mochte sie einfach nicht passieren. Besitzer Holger Senger, zweiter Vorsitzender des Verschönerungsvereins, nahm den nötigen Umweg gern in Kauf. „Ferdinand ist im Hauptberuf eigentlich Herdenschutztier“, schmunzelte er.

Details zur Stadtgeschichte

Entlang des Pfades erfuhren auch alteingesessene Dransfelder gelegentlich noch Neues – etwa, dass ein vergleichsweise unscheinbarer Grashügel einst den Verlauf der früheren Stadtmauer in Richtung Hann. Münden markierte.

Der Pfad führt am Wallgraben entlang, an der Stadthalle und den Schulgebäuden vorbei bis zum Spielplatz Kestenmühlenweg, dann weiter über die Lange Trift und den Kantor-Forthmann-Weg bis zum Parkplatz am Gaußturm auf dem Hohen Hagen.

Zusätzliche Anreize schaffen

Gern würde ihn Rehkop touristisch noch weiter aufwerten: „Ich könnte mir vorstellen, dass man noch ein paar Anreize schaffen könnte, den Pfad zu erwandern“, sagte er.

Denkbar sei zum Beispiel eine Art „Challenge“, bei der Teilnehmer an allen fünf Schautafeln Selfies machen und diese dann in sozialen Netzwerken posten müssten – um daraufhin etwa in einem örtlichen Restaurant einen Rabatt oder ein Freigetränk zu erhalten. „Das ist aber bislang nur eine Idee, die wir noch weiter konkretisieren müssen, und es braucht dafür auch noch Partner“, so Rehkop.

Hasenmilch und Stinkefinger

Sichtlich Spaß hatte er aber auch schon ohne solche zusätzlichen Gimmicks – und das trifft auch auf die unerwartet vielen Teilnehmer des Auftaktspaziergangs zu. „Es ist schön, dass man mit so einer einfachen Veranstaltung noch so viele Leute vom Sofa holen kann“, grinste Rehkop.

Am Spielplatz und später am Gaußturm gab es denn auch gleich noch die passende Verpflegung – unter anderem „Dransfelder Hasenmilch“ (Kräuterlikör) und als Brotzeit den „Mittelalterlichen Stinkefinger“ (Mettende, Brotscheibe, Senf).

Der Pfad ist ab sofort für Jedermann frei zugänglich. Hier ein paar Bilder vom Auftaktspaziergang:

Rund 100 Menschen, ein paar Hunde und ein Esel weihen am 19. Oktober 2019 den neuen Hasenmelkerpfad in Dransfeld ein.

Von Markus Riese

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