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Dransfeld Wie Schedens Bürgermeisterin für den ländlichen Raum kämpft
Die Region Dransfeld Wie Schedens Bürgermeisterin für den ländlichen Raum kämpft
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15:36 06.01.2020
Schedens Bürgermeisterin Ingrid Rüngeling ist für ihr kommunalpolitisches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Quelle: Michael Caspar
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Scheden

Ingrid Rüngeling (FWG) scheut keinen Konflikt, wenn es um die Wahrung der Interessen von kleinen Gemeinden geht. Sie legt sich mit dem Land Niedersachsen und Göttingens Landräten, mit Dransfelder Samtgemeindebürgermeistern oder auch mit Bankdirektoren an. Sie kämpft um die Ausweisung von Gewerbeflächen und Bauplätzen, gegen zu hoch empfundene Kreis- und Samtgemeindeumlagen, um der Erhalt der Schedener Grundschule oder eines Geldautomaten.

„Viele auf Bundes-, Landes- und Landkreisebene erklären, dass sie den ländlichen Raum stärken wollen“, sagt Rüngeling. Oft beschränkten sich die Initiativen dann aber nur auf schnelles Internet. Das sei – insbesondere für Unternehmen – „sehr wichtig“. Mindestens genauso bedeutsam sei aber die Ausweisung von Gewerbeflächen. Scheden habe während ihrer Amtszeit zwei wichtige Arbeitgeber, einen Futtermittel- und einen Folienproduzenten, durch Insolvenzen verloren. 200 Arbeitsplätze seien verloren gegangen. Um so wichtiger sei es, ortsansässigen Betrieben – metallverarbeitenden Unternehmen und Handwerksbetrieben mit bis zu 20 Mitarbeitern – Raum für Erweiterungen zu geben. Während ihrer Amtszeit sei die Ausweisung eines Gewerbegebiets gelungen.

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Nicht jede junge Familie will ein Fachwerkhaus sanieren

„Wichtig sind zudem neue Bauplätze am Ortsrand, was uns aber Auflagen der Raumordnung erheblich erschweren“, betont Rüngeling. Erst müssten freie Grundstücke im Ortskern bebaut werden, heiße es. Die Eigentümer wollten die Flächen aber oft für ihre Enkel behalten. Und nicht jede junge Familie wolle ein zum Verkauf stehendes Fachwerkhaus unter Aufsicht der Denkmalpflege sanieren.

„Wichtig sind zudem Einkaufsmöglichkeiten im Ort“, sagt Rüngeling. Sie kämpft dafür, dass ein Supermarkt im Schedener Gewerbegebiet die seit Jahren leer stehenden Räume einer ehemaligen Drogerie nebenan übernehmen kann. Das ist bisher nicht möglich, weil Nahversorger auf den Dörfern nicht mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben dürfen. Das soll das Grundzentrum Dransfeld schützen.

„Derzeit setzt sich der Rat dafür ein, dass unsere Kindertagesstätte Krippenplätze bekommt“, berichtet die Bürgermeisterin. Das sei für junge Familien wichtig. Um den Ort für sie attraktiv zu halten, setzte Rüngeling vor ein paar Jahren den Erhalt der örtlichen Grundschule durch. Der damalige Samtgemeindebürgermeister hatte ihre Schließung geplant.

Politische Laufbahn beginnt 1986

Um sich für die Belange von Scheden und der anderen beiden Orte der Gemeinde Dankelshausen und Meensen einzusetzen, ist Rüngeling 1986 in die Politik gegangen. Bewusst entschied sie sich gegen eine Parteimitgliedschaft. Dabei war ihr Vater jahrzehntelang in der SPD. 1991 wurde sie nicht wiedergewählt, rückte aber 1996 nach. Sie wurde gleich als Bürgermeisterin gewählt. Ihr Vorgänger, der örtliche Grundschulrektor, hatte seine Ämter damals aus gesundheitlichen Gründen niederlegen müssen.

Ein wichtiger Grund für Rüngelings Wahl war ihre berufliche Qualifikation. „Ich habe in Hann. Münden Rechtsanwalts- und Notargehilfin gelernt“, erzählt sie. Danach qualifizierte sie sich zur Büroleiterin einer Versicherung in Kassel weiter. Später wechselte sie in die Steuerberatungskanzlei ihres Mannes. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Steuerberaterin. Das Wissen erleichtert ihr die Arbeit als Verwaltungschefin. Seither ist sie regelmäßig wiedergewählt worden.

Über Parteigrenzen hinweg

So hart Schedens Bürgermeisterin in politischen Auseinandersetzungen austeilen kann, so kompromissbereit ist sie in der Sache. „In Scheden bereiten wir die Ausschuss- und Ratssitzungen während nichtöffentlicher interfraktioneller Sitzungen vor“, führt Ingrid Rüngeling (FWG) aus. Dort werde solange offen diskutiert, bis sie sich auf ein für alle Seiten akzeptables Vorgehen geeinigt hätten. So würden sie vermeiden, dass sich der Rat durch parteipolitische Grabenkämpfe lähme. Das mache die Ratssitzungen für die Presse langweilig, die Ratsarbeit aber umso produktiver.

„Dass ich mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden bin, betrachte ich als Würdigung der Arbeit des ganzen Rates“, betont Rüngeling. Ohne den Sachverstand und das Engagement ihrer Ratskollegen hätte sie vieles für Scheden, Dankelshausen und Meensen nicht umsetzen können.

Rüngeling war auch Mitglied des Samtgemeinderats Dransfeld. Seit 2016, dem Jahr, in dem sie und ihr Mann ihre Steuerberatungskanzlei verkauften, gehört sie dem Kreistag an.

Von Michael Caspar

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