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Dransfeld Gehen oder bleiben? Schüler aus Dransfeld sprechen über die Zukunft auf dem Dorf
Die Region Dransfeld Gehen oder bleiben? Schüler aus Dransfeld sprechen über die Zukunft auf dem Dorf
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17:30 16.12.2019
Maike Simmank und Sarah Herbst (links) haben mit Schülern der neunten und zehnten Klassen an der Schule am Hohen Hagen in Dransfeld über Versorgungsstrukturen und Möglichkeiten im Landkreis Göttingen gesprochen. Quelle: r
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Göttingen/Dransfeld

Das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) hat Dransfelder Schüler befragt, ob sie sich eine Zukunft auf dem Lande vorstellen können. Ziel der Forschenden war es, Perspektiven für den ländlichen Raum gemeinsam mit den Schülern zu erarbeiten. Seit März ist das SOFI mit dem Projekt „Gleichwertigkeit – Mehr als eine gute Idee?!“ in Dörfern und Kleinstädten in Südniedersachsen unterwegs.

Maike Simmank und Sarah Herbst haben für das SOFI in dem Projekt geforscht. An der Schule am Hohen Hagen in Dransfeld wollten sie von den Schülern der neunten und zehnten Klassen wissen: „Gehen oder Bleiben?“. Spätestens mit dem bevorstehenden Schulabschluss stellt sich für junge Dorfbewohner die Frage nach zukünftigen Chancen und beruflichen Optionen im ländlichen Raum, heißt es vonseiten der SOFI.

Empfindungen der Schüler

Wie empfinden Schüler das Leben im ländlichen Raum – zieht es sie in die großen Städte oder fühlen sie sich ihren Heimatorten verbunden? Die Entscheidung junger Menschen, ob sie gehen oder bleiben wollen, sei zukunftsweisend für das Fortbestehen und die Entwicklung der Dörfer, erklären die Simmank und Herbst. Gingen immer mehr Junge weg, bestünde die Gefahr, dass die Dörfer zu sehr schrumpften und sich „strukturschwach“ konstruierten.

Simmank berichtet, dass die Schüler sich bei den Befragungen größtenteils zufrieden zeigten mit dem ländlichen Wohnort. Ruhe, Natur und gute Luft schätzten sie am Dorfleben am meisten. Das Fehlen von Straßenlärm und das Vorhandensein von Platz und Grünflächen schienen ihnen wichtig zu sein. Zudem zählten die Nähe zu Familie und Freunden, eine gute Gemeinschaft und gemeinsame Feste für die Schüler zu den Vorzügen im Dorf, fasst Simmank die Ergebnisse der Befragung zusammen.

Tafelbild: „Gehen oder Bleiben?“ Die Schüler tragen positive und negative Aspekte an ihren Wohnorten zusammen. Quelle: r

Einschränkungen, die das Leben im ländlichen Raum mit sich bringt, wurden in den Gesprächen aber auch deutlich: Der unzuverlässige und teure öffentlichen Nahverkehr sei ein Problem für die Schüler. In einigen Dörfern führen die Busse sehr selten und innerhalb ungünstiger Streckennetze. Darunter litten die Freizeitgestaltung und die Pflege sozialer Kontakte. Vielerorts fehle es zudem an Treffpunkten und Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Außer Cafés und Jugendräumen sehne sich eine Großzahl der befragten Schüler nach Geschäften und Einkaufsmöglichkeiten in der näheren Umgebung.

Blick in die Zukunft

Ein weiteres Ergebnis des Projektes: Die berufliche Orientierung spielt für die Jugendlichen eine zentrale Rolle bei der Frage „Gehen oder Bleiben?“. Wer im Heimatort bleiben möchte, richte die Berufswahl vorwiegend an den lokalen Möglichkeiten aus – oder habe bereits einen Ausbildungsplatz in der Hand. Bei denjenigen, die die Region verlassen wollen, hänge die Entscheidung oft mit Blick auf ein Studium oder auf einen Beruf zusammen, die vor Ort nicht möglich seien. Auf die Frage, wohin es die Jugendlichen ziehe, wurden Hannover, Göttingen und Kassel als die häufigsten potenziellen Arbeitsorte genannt, berichten die Projektleiterinnen. Eine starke Ausrichtung auf den erweiterten Wirtschaftsraum des Landkreises Göttingen sei auszumachen.

Eine eindeutige Tendenz zum Gehen oder Bleiben ergab die Erhebung nicht – beide Extreme als auch eine unentschlossene Mitte waren „relativ ausgewogen vertreten“, berichten die Initiatoren des Projekts. Eine Verbundenheit mit den ländlich geprägten Wohnorten im Raum Dransfeld sei festzustellen gewesen. Ein Ergebnis heben die SOFI-Wissenschaftlerinnen zudem hervor: Schülern sei eine bessere Busverbindung wichtiger als ein schnelleres Internet.

Von Anja Semonjek

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