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Duderstadt 112 Jahre Freiwillige Feuerwehr Gerblingerode
Die Region Duderstadt 112 Jahre Freiwillige Feuerwehr Gerblingerode
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18:14 24.07.2014
Unfall-Simulation im Burgweg: Brandschützer demonstrieren, wie schwierig die Bergung von Schwerverletzten sein kann. Quelle: Lüder
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Gerblingerode

Kindisch? Mitnichten! Kindgerecht? Schon eher. „Wir haben den Notruf 112 insbesondere auch darum zum Anlass genommen, weil in Gerblingerode seit drei Jahren eine Kinderfeuerwehr am Start ist“, sagt Ortsbrandmeister Matthias Müller.

Unter den 65 Mitgliedern der Gerblingeröder Wehr sind 22 Aktive und 15 Kinder, fünf Jugendliche aus dem Ort mischen bei der Jugendwehr in Immingerode mit.

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Gefeiert wurde das 112-jährige Bestehen der Ortswehr Gerblingerode bei Tropenwetter am vergangenen Sonntag, während in Hilkerode Wehren aus dem ganzen Landkreis miteinander wetteiferten. Der Termin für das Fest in Gerblingerode sei bereits vor drei Jahren festgelegt worden, betont Müller: „Es ist dann eine Nummer größer ausgefallen als eine normale Sommerparty.“

Wehr mit Grundausstattung in Gerblingerode

Was sich rund um die Gerblingeröder Mehrzweckhalle abspielte, glich in der Tat einer Mischung aus Feuerwehrspektakel, Sommerparty und Dorffest. Ausdrücklich hebt Müller die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen hervor. Sehr gut besucht war bereits der abendliche Festauftakt am Sonnabend: Für Unterhaltung sorgten die Gitarrengruppe Saitenklang und eine Feuershow von Nico Schmalstieg aus Immingerode, bei der die Funken flogen.

Mit einem Frühschoppen und Blasmusik begann der Sonntag, an dem auch die Hahletaler Singemäuse und die Step Aerobic Kids auftraten. Wegen des Besucherandrangs und des schwülen Wetters reichte der Kühlwagen nicht aus: Kurzfristig wurden zusätzliche Kühlschränke organisiert.

Die Kinder konnten sich auf einer Hüpfburg, an Maltisch, Glücksrad und bei diversen Spielen amüsieren. Nur die Fahrten im Feuerwehrauto – als Wehr mit Grundausstattung in Gerblingerode ein TSF – mussten aus Versicherungsgründen abgeblasen werden.

Ottobock-Werkfeuerwehr

Dafür konnten große und kleine Gäste in Vitrinen die Feuerwehrauto-Modelle von Heinrich Böseke bestaunen, der von 1978 bis 1992 Ortsbrandmeister in Gerblingerode war. Der 70-Jährige sammelt seit 1985 ausschließlich Modelle von Feuerwehrfahrzeugen, überwiegend aus Deutschland.

Seine mehr als 200 Schaustücke decken eine Zeitspanne vom 19. Jahrhundert bis heute ab, reichen von Zinnfiguren mit Spritzen bis zu Schuco-Modellen mit Drehleitern.

Mit großen Fahrzeugen beim Fest in Gerblingerode vertreten waren die Feuerwehren aus Teistungen, Ferna, Duderstadt und Obernfeld sowie die Ottobock-Werkfeuerwehr. Auf der Aktionsmeile im Burgweg war auch ein Rüstwagen dabei, der bei Verkehrsunfällen zum Einsatz kommt.

Vorführung einer Fettexplosion

An einem ausgemusterten Ford Fiesta wurde demonstriert, dass das Freischneiden und Bergen von Verletzten eine komplizierte Aufgabe mit vielen Arbeitsschritten ist. Ein Junge der Kinderfeuerwehr simulierte das Unfallopfer, das schließlich mit einem sogenannten Spine-Board, das auch Röntgenstrahlen durchlässt, aus dem abgeklebten, zerlegten und aufgebockten Autowrack geborgen wurde.

Bei schweren Verkehrsunfällen, bei denen alle Schritte mit dem Rettungsdienst abgestimmt werden, kann die Personenrettung bis zu einer halben Stunde dauern, Schwerverletzte müssen innerhalb einer Stunde nach dem Unfall in der Klinik sein.

Imposant war auch die Vorführung einer Fettexplosion, bei der verheerende Kräfte frei werden. Vorgeführt wurde zudem ein Highpress-Löscher. Für das Stadtgebiet wurden zum Tag der Niedersachsen zwei Exemplare der modernen Hochdrucklöscher angeschafft.