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Duderstadt Eichsfeld-Festival 2019: „Kaum zu toppen“
Die Region Duderstadt Eichsfeld-Festival 2019: „Kaum zu toppen“
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17:49 09.09.2019
Bühne vor der Oberkirche im Rahmen des Eichsfeld-Festivals –hier beim Auftritt von Johannes Oerding. Quelle: Peter Heller
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Duderstadt

Duderstadt hat gewackelt“, sagte Hans Georg Näder am Sonnabend nach dem Auftritt von Peter Maffay auf der Bühne vor der Basilika St. Cyriakus. Auf der Marktstraße war zu diesem Zeitpunkt weder vor noch zurück möglich, so dicht standen die Festival-Besucher zwischen Bühne und Unterkirche. Sogar hinter der St.-Servatius-Kirche drängten sich die Menschen, um auf die dort kurzerhand noch installierte mobile Leinwand das Geschehen am anderen Ende der Marktstraße zu verfolgen.

Allein am Sonnabend feierten nach Veranstalterangaben etwa 17000 Menschen mit den Hits von Peter Maffay und Johannes Oerding bis in die Nacht. Dabei hat sich einmal mehr gezeigt: Duderstadt kann Großveranstaltungen stemmen. Dass die drei Festival-Tage friedlich und ruhig verliefen und es keine größeren Zwischenfälle gab, wird der Organisation zugeschrieben, zu der auch das mit allen Beteiligten abgestimmte Sicherheitskonzept zählt. So wurde am Sonnabendabend vom Sicherheitsdienst der Zugang zum Festival-Gelände über die Jüdenstraße und die Scharrenstraße abgesperrt, weil die Kapazitäten auf der Marktstraße erschöpft waren.

Näder: „Ich bin sehr happy“

Hans Georg Näder hat das Eichsfeld-Festival den Ottobock-Mitarbeitern und der Region aus Anlass des Firmenjubiläums geschenkt. Quelle: Peter Heller

Hans Georg Näder hatte als Teil der Feierlichkeiten zu 100 Jahre Ottobock das Eichsfeld-Festival an die Mitarbeiter und die Region spendiert. „Das war ein wunderschönes Party-Wochenende“, so der Unternehmer am Montag. „Eichsfeld in Weltklassestimmung.“ Er dankt allen Akteuren, die dazu beigetragen haben. Näder: „Ich bin sehr happy.“

Propst Bernd Galluschke fand, dass an den drei Festival-Tagen „Duderstadt noch ein Stück schöner geworden“ ist und eine „ganz hohe Lebensqualität“ gehabt habe. Die Eichsfelder haben eine große Gastfreundschaft bewiesen, so Galluschke. Es seien drei tolle Tage gewesen, die „kaum noch zu toppen“ seien. Sein persönliches Highlight des Eichsfeld-Festivals sei die freundliche Atmosphäre und der schöne ökumenische Gottesdienst am Sonntag gewesen. Aus musikalischer Sicht habe ihm der Titelsong von Maffays neuem Album „Jetzt!“ gut gefallen, so Galluschke.

Ein „riesengroßes Dankeschön“

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) spricht allen Beteiligten ein „riesengroßes Dankeschön“ für „ein unvergessliches Eichsfeld-Festival“ aus – allen voran Ehrenbürger Hans Georg Näder, außerdem den Künstlern, dem Team von Duderstadt 2030, den Bühnentechnikern und Sicherheitskräften, den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs, die für Sauberkeit und ausreichend Parkplätze verantwortlich waren sowie den Anwohnern und Geschäftsinhabern für ihr Verständnis für die Beeinträchtigungen. „Die Ereignisse zum 100-jährigen Firmenjubiläum von Ottobock haben mit dem Eichsfeld-Festival einen weiteren absoluten Höhepunkt erfahren“, so Nolte. Sein Fazit: „Wetter, Organisation, Programm, Stimmung – alles super.“

Polizei-Container als Anlaufstelle

Aus polizeilicher Sicht habe es zwischen Freitag und Sonntag keine besonderen Vorkommnisse gegeben, bilanzierte am Montag der Leiter des Duderstädter Polizeikommissariats, Karl-Hubert Wüstefeld. Er sei positiv überrascht, „dass wir so gut wie keinen Ärger hatten“. Die gemeinsame Leitstelle von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Stadt bei der Feuerwehr Duderstadt habe sich bewährt. „Gute Erfahrung haben wir auch mit dem Polizei-Container gemacht“, sagt Wüstefeld – beispielsweise für für Fundsachen. Aber auch für verloren gegangene Kinder. Fünf konnten im Verlauf des Festivals hier von ihren Eltern wieder abgeholt werden.

Außerdem habe ein 44-Jähriger alkoholisiert Polizeibeamte angepöbelt. Dumm für den Mann aus Rhumspringe war nur, dass gegen ihn ein Vollstreckungshaftbefehl vorlag und er vom Festival-Gelände direkt in die Justizvollzugsanstalt Rosdorf gebracht wurde. Mit einer Verwarnung kam der Festival-Besucher davon, der vor den Augen der Polizisten einen Joint geraucht hatte.

Feuerwehr meldet: „Alles ruhig verlaufen“

Am Sonnabend beim Eichsfeld-Festival war die Innenstadt „so voll wie noch nie“. Quelle: Peter Heller

Es sei „alles ruhig verlaufen“, fasst Duderstadts Stadtbrandmeister Kai Walter zusammen und schreibt das auch der Kooperation mit Veranstaltern, Polizei, Rettungsdienst, Stadtverwaltung und Sicherheitsdienst zu. Hilfreich sei die Videoüberwachung des Festivalgeländes gewesen, wodurch die Einsatzkräfte einen guten Überblick gehabt hätten und schnell reagieren konnten. Die Feuerwehr war von Freitag bis Sonntag mit etwa 50 Kräften im Einsatz. Walters persönliches Festival-Highlight: „Ich habe die Innenstadt noch nie so voll gesehen, wie am Samstag.“

Sanitäter behandeln etwa 30 Patienten

Am Freitag sei es noch relativ ruhig für die Ehrenamtlichen im Sanitätsdienst gewesen, berichtet Dominik Koch vom DRK-Kreisverband Duderstadt. Am Sonnabend und Sonntag sei dann relativ viel zu tun gewesen. Etwa 30 Menschen mussten behandelt werden, unter anderem wegen Kreislaufproblemen, allergischen Reaktionen nach Insektenstich oder auch wegen des Verdachts auf Herzinfarkt. Sechs Festival-Besucher wurden ins Krankenhaus gebracht, so Koch. Das DRK-Team sei zudem für die Verpflegung der Einsatzkräfte zuständig gewesen. „Dadurch waren die Nächte relativ kurz“, sagte Koch. Sein persönliches Highlight war, dass die Einsatzkräfte beim Soundcheck von Oerding und Maffay unmittelbar vor der Bühne zuhören konnten.

Zahlen rund ums Festival

Die Planungen für das von Großevent begannen bereits im vergangenen Jahr. Das Team um Karsten Ley von Duderstadt2030 und Peter Franzel von Ottobock sorgte für einen reibungslosen Ablauf vor und während des dreitägigen Festival-Wochenendes. Für das gastronomische Angebot sorgten mehr als 50 Essens- und Getränkestände, die sich vorab beworben hatten. Für die Stände wurden 2000 Meter Wasserschläuche und 3500 Meter Stromkabel verlegt. Große Stromaggregate standen für den Fall eines Stromausfalls parat. Bereits eine Woche vor dem Konzert hatten mehr als 100 Bühnenbauer und Techniker die Innenstadt in eine große Konzertarena zu verwandelt.

Das Festival-Wochenende

Auftritt von Jukebox Sixx, hier mit Gastmusiker Carl Carlton, beim Eichsfeld-Festival. Quelle: Peter Heller

Auftakt zum Festival-Wochenende war der Digital-Family-Day, bei dem Gelegenheit bestand, die Mitarbeiter, die einzelnen Abteilungen und die Produkte von Ottobock kennen zu lernen. Am Freitagabend folgte dann die DJ-Night. Am Sonnabend spielten vor dem Konzert von Johannes Oerding und Peter Maffay zunächst regionale Bands.

Die regionalen Bands

Große Bühne für regionale Bands

Die Bühne vor der Basilika St. Cyriakus in Duderstadt stand beim dreitägigen Eichsfeld-Festival nicht nur den großen Stars wie Johannes Oerding und Peter Maffay zur Verfügung. Auch drei Bands aus der Region hatte am Sonnabend Gelegenheit, auf großer Bühne und vor großem Publikum zu spielen.

Am Nachmittag gab die Band Stromfrei den Opener. Die Stadt und der Bereich vor der Bühne füllten sich und die vier Musiker heizten mit ihren Coversongs von Hits wie „Bye bye Miss American Pie“, „Walking on Sunshine“ oder „Take it easy“ die Stimmung an. Die ersten Besucher tanzten da schon. „Wahnsinn, was hier in Duderstadt so geht“, schallte es von der Bühne in Richtung Publikum, dann wandelte Stromfrei noch den Song „Ab in den Süden“ in „Ab nach Duderstadt“ um.

Es folgte der Auftritt von Jukebox Sixx, die den Festival-Besuchern ihre Coverversionen zum Beispiel von „Start me up“ von den Rolling Stones, „Addicted to Love“ von Tina Turner oder „Reperbahn“ von Udo Lindenberg präsentierten. Sänger und Gitarrist André Busse kündigte dann eine Weltpremiere an und sagte: „Wir hoffen, Ihr findet den Song gut“. Für ihre erste eigene Single „Wir sind komplementär“ erhielt die Band dann auch gebührenden Applaus.

Unterdessen war die Innenstadt schon sehr gut gefüllt, als schließlich Hillbilly Schmitt mit Rock ’n’ Roll-Hits und hausgemachtem Hillbilly-Sound für Stimmung sorgten. Zu hören waren ihre Interpretationen von Klassikern von Elvis, Buddy Holly oder Roy Orbison.

Gottesdienst und Spielplatzfest

Und am Sonntag schließlich gehörte die Bühne im Anschluss an einen ökumenischen Gottesdienst den regionalen Akteuren. Parallel zum Stadtfest eröffnete Peter Maffay mit Julia und Georgia Näder den Tabaluga-Spielplatz ein.

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Bisherige Artikel zum Thema sind auf der Tageblatt-Themenseite zusammengefasst.

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