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Duderstadt 18. Kleider-Sammlung: Eichsfelder sorgen für nachhaltige Hilfe
Die Region Duderstadt 18. Kleider-Sammlung: Eichsfelder sorgen für nachhaltige Hilfe
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17:51 27.02.2020
Am Wiege- und Verladepunkt Duderstadt stauen Mitglieder der Hilkeröder Kolpingsfamilie 2017 Säcke und Kartons mit gebrauchter Kleidung, die Lkw-Fahrer zu Wiederverwertungs- und Recyclingstellen transportieren. Quelle: Richter
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Untereichsfeld

Mit einem kollektiven Kraftakt wollen rund 300 Helfer am Sonnabend, 14. März, tonnenweise Altkleider in 26 Orten des Untereichsfelds sammeln und auf Ladeflächen verstauen. Die Textilien werden wiederverwendet und weiterverwertet. Der Erlös soll unter anderem in Projekte des Kolping-Bezirksverbands investiert werden.

Ab 8 Uhr sammeln Mitglieder der Kolpingsfamilien das ein, was sie aktuell flächendeckend an die Haushalte zwischen Bilshausen und Gerblingerode, zwischen Rhumspringe und Seulingen verteilen: Säcke mit dem Logo der Kolping-Recycling GmbH mit Sitz in Fulda – inklusive Infozettel darüber, was geht; und was nicht geht.

„Wir sammeln keine Lumpen, Stoff- und Textilreste“

„Wir sammeln keine Lumpen, Stoff- und Textilreste, Schneidereiabfälle, Schnipsel oder Matratzen“, betont Helmut Otto, Vorsitzender des Kolping-Bezirksverbands Untereichsfeld. Willkommen seien tragbare Kleidung und Unterwäsche für Kinder, Jugendliche, Damen und Herren, Bett- und Haushaltswäsche, Federbetten, Woll- und Strickwaren, Hüte sowie „paarweise Schuhe gebunden“.

Otto sagt, dass die Säcke (alternativ Plastikbeutel oder Kartons) „erst am Morgen des Sammeltages, ab 8 Uhr, an den Straßenrand gelegt werden sollten. „Im Grunde gehen die Helfer von Haus zu Haus. Fast 100 Prozent der Haushalte stellen Kleidung zur Verfügung“, so der 70-Jährige. Außerdem bestehe die Möglichkeit, im Laufe des Jahres Textilspenden „in Depots abzugeben, die wir in den Dörfern eingerichtet haben“. Bürger spenden Kleidung – und Otto spendet Lob: „Die Eichsfelder halten sich an unsere Aufforderung und stecken keine Lumpen oder Reste in die Säcke. Das ist sehr hilfreich.“

Auch dank Depots kommen Ergebnisse ab 55 Tonnen zustande

Auch aufgrund der Depots kämen Ergebnisse „ab 55 Tonnen aufwärts“ zustande. Im vergangenen Jahr seien es gut 57, 2018 sogar 61,5 Tonnen gewesen, so Otto. Zudem würden die Helfer zweimal durch jedes Dorf fahren, „falls jemand vergessen hat, Säcke vor die Tür zu stellen“. Sollten während der 18. Auflage dieser Kolping-Aktion Mitte März „60 Tonnen zusammenkommen, wäre das ein Highlight für uns“, sagt Otto. Landwirtschaftliche Fahrzeuge wie Trecker und Anhänger bildeten den „größten Teil“ der Sammelflotte, hinzu kämen Kleintransporter: „Wir sind zahlreichen Firmen sehr dankbar, dass sie ihre Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Alles kostenfrei.“

Die Fahrer rollen mit den beladenen Wagen zu drei Wiegestationen: Zum Raiffeisenmarkt Duderstadt, zum Raiffeisenwarenhandel Seulingen und auf das Gelände des Kornhauses in Gieboldehausen. „Die Verantwortlichen machen extra für uns auf“, sagt Otto. Zuständige Mitarbeiter erklärten sich freiwillig bereit, Waage und Technik zu bedienen. „Das möchte ich ganz besonders hervorheben“, so der Kolping-Vorsitzende. „Ohne das ehrenamtliche Engagement an den Wiegestationen wäre diese Sammelaktion nicht denkbar.“

Umladen auf Lkw und Transport in den Großraum Rotterdam

Unmittelbar nach Beendigung der Sammlung gegen 13 Uhr „machen sich von uns beauftragte Lkw-Fahrer von speziellen Speditionen, die Abfall fahren dürfen, auf den Weg ins Eichsfeld“, sagt Stephan Kowoll, Geschäftsführer der Kolping Recycling GmbH (Fulda). Sie transportieren die Textil-Spenden in den Großraum Rotterdam („in Hafennähe“).

In Sortierwerken, so Kowoll, werden die Textilspenden nach Qualität und Eignung bewertet, zu „gut 50 Prozent“ per Schiff als Handelsware zum Weiterverkauf auf Märkten oder in Second-Hand-Shops transportiert oder – vor Ort als „Dämmmaterial für die Autoindustrie“ sowie als „Putzlappen für Produktionsbetriebe und Handwerk“ recycelt. „Knapp zehn Prozent werden im Restmüll „thermisch verwertet; die PVC-Säcke werden recycelt.“ Es gehe vor allem um Nachhaltigkeit – statt Entsorgung im Müll.

2020 auch Unterstützung vor Ort – ’21 rückt Brasilienhilfe in den Fokus

Mit dem Reinerlös der Sammlung unterstützt der Bezirksverband fünf Projekte: Die „Brasilienhilfe“ der Kolpingsfamilie Mingerode (für den Bau von Wasserzisternen im Bundesstaat Pernambuco im Nordosten des Landes); die Lebenshilfe für Behinderte, Vereinigung Eichsfeld; die Arbeit von Missionaren in Nordost-Indien (Aufbau von Schulen, Krankenhäusern, Internaten); die Arbeit der Kolpingsfamilien in der Ukraine (Unterstützung von Kriegsflüchtlingen) und das Kolpingferienparadies Pferdeberg.

„Auf dem Spielplatz sollen neue Spielgeräte angeschafft werden“, so Otto. „Wir wollten einmal Einrichtungen im Eichsfeld mit ins Boot nehmen, also auch dort Geld investieren, wo wir Kleider sammeln“, sagt der Vorsitzende. „2021, das ist unser großes Anliegen, wird der Nordosten Brasiliens wieder in den Fokus rücken.“

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