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Duderstadt „Unser Training ist die beste Therapie“
Die Region Duderstadt „Unser Training ist die beste Therapie“
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20:44 19.12.2018
Die Herrengymnastik des FC Westerode zielt auf Kondition und Muskelaufbau. Die Teilnehmer sind mit Elan dabei. Im Vordergrund: Übungsleiterin Reinhild Müller. Quelle: Markus_Hartwig
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Westerode

„Wichtig ist, dass die Männer sich regelmäßig und mit Spaß bewegen. Denn wer Freude an der Gymnastik hat, integriert die Trainingszeiten in seinen Alltag“, beschreibt Reinhild Müller den Sinn der regelmäßigen Treffs. Und ein Blick in ihre Anwesenheitsliste zeigt, dass alle 18 Senioren außer bei Urlaub oder Krankheit Woche für Woche dabei sind. Respekt. Denn die Altersspanne reicht von 64 bis 95 Jahre.

Mehr Eindrücke von den fitten Männern im Video:

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Das Trainieren von Kondition und Muskeln sei von großer Bedeutung. Das kann bis ins hohe Alter gemacht werden, weiß die Übungsleiterin für Prävention und Rehabilitation. Wichtig sei ebenfalls das Trainieren von Gleichgewichtssinn und Reaktion. Eine entsprechende Sturzprophylaxe könne durch Balancieren-Üben auf unebenen Untergründen ins Training eingebaut werden. Müller erinnert sich an ihren ältesten Teilnehmer, der einmal ins Straucheln geriet: „Er war in der Lage sich abzufangen, weil er mit uns trainiert. Da war ich schon stolz auf ihn.“

„Doktor, ich bin hier falsch“

Heribert Kaltenhäuser und Hermann Borchardt sind beide seit mehr als zehn Jahren bei der Herrengymnastik. Kaltenhäuser ist über einen Nachbarn zur Gruppe gekommen. Am 85. Geburtstag habe er seinen Sportkameraden mitgeteilt, er sei froh, Teil einer solchen Gruppe zu sein. Vor der Herrengymnastik sei er beim Orthopäden gewesen und habe die schmerzverzerrten Gesichter im Wartezimmer gesehen. „Doktor, ich glaube ich bin hier falsch“, habe er dem Arzt gesagt, der ihn mit Krankengymnastik und Akupunktur therapieren wollte. „Die wöchentliche Gymnastik tut mir sehr gut“, fasst Kaltenhäuser zusammen. „Besonders die Rückenübungen. Unser wöchentliches Training ist die beste Therapie. Hier werden verloren geglaubte Muskeln wieder aktiviert.“

25 Jahre Herrengymnastik

Borchardt ist in der Landwirtschaft aktiv. Gymnastik und auch Reiten helfen ihm, den Nachteilen durch das permanente Sitzen im Traktor entgegenzuwirken. „Früher wurden bei landwirtschaftlicher Arbeit diverse Muskeln beansprucht. Und heute – das ist doch kein Arbeiten mehr, die gesamte Muskulatur wird einseitig belastet. Und das geht den Menschen im Büro nicht anders.“ Dass die Herrengymnastik so gut läuft, habe die Gruppe ihrer Trainerin zu verdanken. „Wenn sie das nicht so machen würde, wäre keiner von uns mehr dabei“, schwärmt Borchardt, und erzählt auch von den Entspannungszeiten, in denen Reinhild Müller das Deckenlicht löscht und einfach nur vorliest.

Von Babys bis zu Senioren an einem Tag

Im September 2003 hat Reinhild Müller die Leitung des Kurses, der zu dieser Zeit bereits zehn Jahre lang lief, übernommen. „Es macht mir wirklich Spaß, diese ist eine meiner liebsten Gruppen. Ich habe noch reine Frauengruppen, gemischte Teams und Kindergruppen.“ Dienstag, der Tag an dem die Männer trainieren, sei der Tag der Gegensätze, erzählt Müller. Einer Gruppe Drei- bis Fünfjähriger folge ein Training mit ganz kleinen Kindern und deren Eltern. Nach einer Pause dann die Herrengymnastik. „Von Babys bis zu Senioren an einem Tag“, fasst sie ihren Dienstag schmunzelnd zusammen.

Berufe, wie etwa die Arbeit in der Landwirtschaft, haben sich verändert. Und nicht zum Guten für die Gesundheit, kritisiert Müller abschließend. Vieles sei technisierter geworden, und die körperliche Bewegung, das Benutzen der Muskulatur, stehe oft hintenan. „Und diesem Trend wollen wir mit unserem Training entgegenwirken.“

Von Markus Hartwig

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