Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt 25 Teams messen sich in Brochthausen
Die Region Duderstadt 25 Teams messen sich in Brochthausen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 20.06.2018
Die Freiwillige Feuerwehr Seulingen kämpft beim Pokalwettkampf auf dem Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Brochthausen.
Die Freiwillige Feuerwehr Seulingen kämpft beim Pokalwettkampf auf dem Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Brochthausen. Quelle: Helge Schneemann
Anzeige
Brochthausen

„Es könnten 40 bis 50 Mannschaften am Start sein“, erklärte Gastgeber Martin Ballhausen, der seit 30 Jahren Ortsbrandmeister in Brochthausen ist. Um genügend Mannschaften zusammenzubekommen, würde die Feuerwehr bereits seit Jahren die drei getrennt gewerteten Pokalkämpfe an einem Tag durchführen. So hielten sie den Aufwand niedrig.

„Nicht alle aktiven Feuerwehrleute haben die Zeit zum Üben und zur Teilnahme“, gab Phillip Nordmann vom Wollbrandhäuser Team zu bedenken. Fast einen Monat lang hätten er und seine Kameraden drei, vier Mal die Woche geübt, hätten Technik und Geschwindigkeit verbessert. „Die Übung ist Jahrzehnte alt“, sagte Ortsbrandmeister Ballhausen. Die Saugleitung sei auf dem Wettkampfparcours auf der Hirtengasse in einen Wasserbehälter zu werfen, die B-Schläuche an den Verteiler zu kuppeln und dann drei C-Schläuche anzuschließen. Am Ende müsse der Angriffstrupp drei Ziele mit dem Wasserstrahl treffen. Es gebe eine neue Übung, die aber von Niedersachsen noch nicht freigegeben sei.

Kräftemessen und Austausch

„Im vergangenen Jahr waren wir auch nicht dabei, weil wir unser Feuerwehrgerätehaus neu hergerichtet haben“, räumt Florian Kopp ein, der Ortsbrandmeister von Wollbrandshausen und Gruppenführer von 25 Aktiven. „Mit dabei zu sein, ist für uns eigentlich Pflicht“, meint Nordmann. Man würde nicht nur die eigenen Kräfte messen, sondern sich auch mit den Kameraden aus anderen Wehren austauschen. Ein Thema: Wie lassen sich junge Menschen für die Feuerwehr begeistern?

„Bei uns sind die 40 Aktiven zwischen 35 und 60 Jahren alt“, berichtete der Brochthäuser Ortsbrandmeister. Zwar gebe es Jugendliche im Ort mit seinen 540 Einwohnern, doch die könnten zwischen zahlreichen Freizeitaktivitäten wie Fußball, Tennis oder Reiten wählen. Die Idee der Brochthäuser, um das Interesse der jungen Menschen zu wecken: ein Tag der offenen Tür mit Vorführung des neuen, im vergangenen Jahr in Betrieb genommenen Tanklöschfahrzeugs 3000.

Spezialausstattung

Mit Blaulicht und Martinshorn jagte das 290 PS starke, 3,3 Meter hohe und 14,5 Tonnen schwere Fahrzeug die Hirtengasse entlang. Das geländegängige Gefährt verfügt über eine Spezialausstattung für die Bekämpfung von Waldbränden. Diese präsentierten die Brochthäuser. „Mit der Bodensprühanlage lässt sich ein Wasserteppich legen, den das Feuer eines Flächenbrandes nicht so schnell überwindet“, erläuterte Sascha Seck, der stellvertretende Gerätewart. Mit der Sprühanlage lasse sich aber auch eine Straße säubern. „Vor einiger Zeit haben wir mit dem Mittel Bioversal eine Ölspur behandelt und dann die Straße mit Wasser gereinigt“, nennt Seck ein Beispiel.

Das Fahrzeug verfügt zudem über einen Abgang, über den sich brennende Böschungen im Vorbeifahren löschen lassen. Außerdem gibt es einen Wasserwerfer auf dem Dach, der 60 Meter weit spritzt. Er lässt sich bei Bedarf abmontieren und – angebracht auf einem Bodenstativ – mobil einsetzen. Schließlich zeigten die Brochthäuser die Düsenschläuche, mit denen sich eine Wasserwand aufbauen lässt. „So schätzen wir eng stehende Häuser vor einem Übergreifen der Flammen“, führte Seck aus. Allerdings sei der Wasserverbrauch der Schläuche hoch. 3000 Liter führe das Löschfahrzeug mit.

„Unser Fahrzeug gehört zur Kreisbereitschaft Ost“, berichtete der Gerätewart. 2012 seien sie nach Magdeburg gefahren, um bei der Bekämpfung des Elbehochwassers zu helfen.

Von Michael Caspar

Duderstadt Schweres Unwetter vor 300 Jahren - Gedenkgottesdienst in Nesselröden
17.06.2018
16.06.2018