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Duderstadt 3000 Gründe für eine gymnasiale Oberstufe an der KGS Gieboldehausen
Die Region Duderstadt 3000 Gründe für eine gymnasiale Oberstufe an der KGS Gieboldehausen
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20:31 27.02.2014
Von Ulrich Lottmann
Kooperative Gesamtschule Gieboldehausen: 3000 Unterschriften unterstützen die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe, die Kreisverwaltung sieht aber keine Erfolgsaussicht. Quelle: Schauenberg
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Gieboldehausen

Das macht Kreis-Schuldezernent Marcel Riethig (SPD) gegenüber dem Tageblatt deutlich. Davon unbeeindruckt hält der Elternrat an seinem Vorhaben fest. „Wir haben über 3000 gute Gründe“, verweist Edeltraud Knöchelmann auf einen Aktenordner voller Unterstützerunterschriften. Sie setzt auf ein direktes Gespräch mit der Kreisverwaltung.

Der Vorstoß zur Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der KGS war bereits Thema beim Antrittsbesuch des neuen Schuldezernenten an der Gieboldehäuser Schule. Nach seiner Position befragt, sagt Riethig gegenüber dem Tageblatt: „Das muss der Kreistag entscheiden. Die Verwaltung wird dem Kreistag jedoch dringend davon abraten.“

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Riethig verweist auf aktuelle Schülerzahlen und demografische Entwicklung und kommt mit Blick auf das Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt (EGD) zum Schluss: „Für zwei Oberstufen ist im Altkreis Duderstadt dann kein Platz, wenn ein vielfältiges Angebot in der gymnasialen Oberstufe vorgehalten werden soll.“

Schwerpunkte setzen

Weil es die benötigte Schülerzahl für die KGS derzeit nicht gebe, hätte der Antrag beim Land keine Aussicht auf Erfolg, argumentiert er. Und selbst, wenn die benötigte Schülerzahl künftig erreicht werde, müsste an der KGS für eine gymnasiale Oberstufe neu gebaut werden.

„Das wäre angesichts des demografischen Wandels ein Fall für den Bund der Steuerzahler. Aus diesem Grund hat der Landrat im Gespräch mit den Schulleitungen den Bau neuer Schulräume ausgeschlossen“, so Riethig weiter.

KGS-Schulleiterin Inge Berger sieht den Antrag dennoch nicht vom Tisch. Zwar könnte es in Gieboldehausen nur eine kleine Oberstufe geben, räumt sie ein. „Im Kursangebot müsste man Schwerpunkte setzen“, formuliert sie.

Sie sehe jedoch Chancen in einer Kooperation und gemeinsamen Angeboten mit dem EGD. Und als Absage an eine gymnasiale Oberstufe an der KGS will sie ihr Gespräch mit Riethig auch nicht verstanden wissen, denn: „Es ist ein Antrag der Eltern, und dieses Gespräch steht noch aus.“

„Konkurrenz belebt das Geschäft“

Darauf setzt auch Knöchelmann. Der Elternrat habe sein Anliegen schriftlich beim Kreis eingereicht und noch keine Antwort. „Das müssen wir erst abwarten“, so die Mutter eines KGS-Sechstklässlers. Ihre Position macht sie gegenüber dem Tageblatt aber klar: „Wir wollen das. Wir wollen das für unsere Kinder.“

3000 Unterschriften von Eltern aus dem gesamten Altkreis seien ein gewichtiges Argument. „Daran kommt keiner vorbei.“

Dem Hinweis auf das EGD begegnet Knöchelmann mit dem Satz: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Riethig sieht die Lösung jedoch vielmehr in einer Zusammenarbeit beider Schulen. Sie solle einen reibungslosen Übergang von der KGS zu einem Abschluss am EGD ermöglichen.

„Eine solche Lösung würde auch die hervorragende Arbeit der KGS verdienen und die Leistungsstärke des EGD unterstreichen“, so Riethig.