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Duderstadt 40 Jahre nach dem Spatenstich: Rückblick im Ferienparadies Pferdeberg – und Dank an viele
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40 Jahre nach dem Spatenstich: Rückblick im Ferienparadies Pferdeberg – und Dank an viele

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17:40 02.10.2021
Vor 40 Jahren erfolgte der Spatenstich für das Ferienparadies Pferdeberg an der Bischof-Jansen-Straße in Duderstadt. Bei einer Feierstunde wurde der Zeit seitdem gedacht. Klaus Bechtold, Vorsitzender des Vereins hinter dem Ferienparadies, spricht zu den Gästen.
Vor 40 Jahren erfolgte der Spatenstich für das Ferienparadies Pferdeberg an der Bischof-Jansen-Straße in Duderstadt. Bei einer Feierstunde wurde der Zeit seitdem gedacht. Klaus Bechtold, Vorsitzender des Vereins hinter dem Ferienparadies, spricht zu den Gästen. Quelle: lel
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Duderstadt

Nicht ganz oben, aber mit Blick auf das Untereichsfeld ist es gelegen: Das Ferienparadies Pferdeberg, eine Kolping-Familienbegegnungsstätte für Urlaube, Auszeiten und Seminare, gibt es schon lange. Am 2. Oktober 1981 erfolgte der erste Spatenstich. In einer Feierstunde haben am Sonnabend Vertreter der Diözese, des Bistums Hildesheim, des Vereins dahinter und viele Engagierte einen Rückblick gewagt – und den Blick auf das Jetzt, den neuen Wellnessbereich und das Feriencamp.

Kolping-Diözesanvorsitzender Andreas Bulitta machte den Anfang. Der Spatenstich sei als entscheidende Zäsur zu sehen, weil alle Verfahren vorher und die Planung schon abgeschlossen waren. „So war es auch hier“, sagte Bulitta. Auf „guten festen Eichsfelder Steingrund“ sei die Bodenplatte gesetzt worden. Er dankte der Hausbank Sparkasse Duderstadt, den vielen Gästen, die sogar von der Nordsee angereist waren und den Ehrenamtlichen, die das Haus aufgebaut haben und weiter unterstützen. „Dieses Haus und seine Solidarität stehen zwar nicht im Mittelpunkt unseres Bistums, aber inmitten von Deutschland“, so Bulitta. Die Corona-Krise habe es überlebt, weil die Kolpinggeschwister 80 000 Euro gespendet hatten, bevor staatliche Hilfen ankamen.

Vor 40 Jahren erfolgte der erste Spatenstich für das Ferienparadies Pferdeberg an der Bischof-Jansen-Straße in Duderstadt. Bei einer Feierstunde wurde der Zeit seitdem gedacht. Außerdem führte Andreas Bulitta durch den neuen Wellnessbereich. Quelle: lel

Erste Kolping-Ferienstätte im nördlichen Deutschland

Wolfgang Nolte, langjähriger Bürgermeister der Stadt Duderstadt, war von Anfang an dabei. Seine Rede setzte beim geschichtlichen Bezug an. Im Zonenrandgebiet sei die Ferienstätte entstanden, zum Baubeginn seien Bischof-Jansen-Straße und die Verbindung von Gerblingerode und Tifltlingerode noch Feldwege gewesen. „Im hessischen, württembergischen und bayrischen gab es schon Kolping-Ferienstätten, da war es an der Zeit für eine im Norden.“ „Der Vorschlag kam von dir“, rief Herbert Günther hinein. „Das wollte ich jetzt nicht hervorheben“, sagte Nolte. Gelächter im Raum.

Bei der Diözesanversammlung sei der Erfolg gekommen: 300 Teilnehmer hätten dafür gestimmt, nur eine Nein-Stimme und eine Enthaltung habe es gegeben, so Nolte. Zuerst war eine Bildungsstätte in Busgröße geplant. „Wenn wir das machen, braucht es eine Größe in Richtung 200 Betten“, habe es dann geheißen. Das Land Niedersachsen übernahm 40 Prozent der Kosten, die Ferienstätte konnte gebaut werden. „Ein großer Traum ist hier wahr geworden. Unendlich viele Frauen und Männer haben mitgewirkt“, so Nolte.

Vor 40 Jahren erfolgte der Spatenstich für das Ferienparadies Pferdeberg an der Bischof-Jansen-Straße in Duderstadt. Bei einer Feierstunde wurde der Zeit seitdem gedacht. Quelle: lel

Originalspaten jetzt vergoldet

Klaus Bechtold ist einer von ihnen. Zwölf Jahre war er Vorsitzender des Fördervereins, bei der jüngsten Mitgliederversammlung schied er aus dem Dienst. Noch ist kein Nachfolger gefunden. Bechthold hatte einen goldfarben lackierten Spaten dabei – „das ist der Originalspaten von damals, nur die Farbe gehörte nicht dazu“, erzählte er. 1985 kam er mit seiner Familie zum ersten Mal im Urlaub auf den Pferdeberg. Der Umgang mit dem Jahresurlaub habe sich gewandelt. „Früher buchten Familien drei Wochen am Stück, heute zwei bis dreimal im Jahr eine Woche“, sagte Bechtold.

Vor 40 Jahren erfolgte der Spatenstich für das Ferienparadies Pferdeberg an der Bischof-Jansen-Straße in Duderstadt. Bei einer Feierstunde wurde der Zeit seitdem gedacht. Außerdem führte Andreas Bulitta durch den neuen Wellnessbereich. Quelle: lel

Das Ferienparadies spare durch die Photovoltaikanlagen und das Blockheizkraftwerk jährlich 10 000 Euro ein, nur noch 23 500 statt 25 000 Gäste pro Jahr müssten kommen, damit das Ferienparadies „plus minus Null“ herausgehe, so Bechtold weiter. Es habe sich auch jenseits der Energieversorgung weiterentwickelt: Der neue Wellnessbereich sei von Bund und Ländern jeweils mit 150 000 Euro gefördert worden, für Brandschutz und Türen und allerlei andere Investitionen seien insgesamt vier Millionen Euro aufgebracht worden. „Ohne Eure Spenden wären wir in finanzielle Schwierigkeiten gelaufen“, so Bechtold.

Vor 40 Jahren erfolgte der Spatenstich für das Ferienparadies Pferdeberg an der Bischof-Jansen-Straße in Duderstadt. Bei einer Feierstunde wurde der Zeit seitdem gedacht. Außerdem führte Andreas Bulitta durch den neuen Wellnessbereich. Quelle: lel

Zeitspenden haben dem Ferienparadies Pferdeberg sehr geholfen

Eine ganz wichtige Art von Spenden seien die Zeitspenden. „Anfangs wurde gesagt: ,Das bringt doch nichts’“, sagte Bechtold. Aber dem stehen 9670 Arbeitsstunden seit 2012 gegenüber, das wären bei einem Stundenlohn von zehn Euro schon 100 000 Euro. Malerarbeiten, Umbauten und Renovierungen – dafür hätten viele ihre Zeit gesopfert. „Um das anderweitig zu finanzieren, hätten wir eine Million Euro Umsatz durch Übernachtungen haben müssen“, so Bechtold.

Einen Urlaub in den Kolping-Ferienstätten kann Bechtold uneingeschränkt empfehlen: „Die Werte, die uns als Familie hier vermittelt wurden, haben unser Leben geprägt. Wir müssen dafür sorgen, dass auch andere Familien das nutzen können.“

Von Lea Lang