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Duderstadt 400 Gäste in der Galerie Morgenstern
Die Region Duderstadt 400 Gäste in der Galerie Morgenstern
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20:15 04.04.2011
Blickfang bei der Ausstellung in der Galerie Morgenstern: Stofftiere der Künstlerin Celia Mollmeier. Quelle: Kunze
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Christa Morgenstern hat sich auf Aquarelle spezialisiert. Das Besondere daran: Sie arbeitet in der japanischen Sumi-e-Technik. „In dieser Technik deutet man nur an und gibt nicht fotografisch genau wieder. Außerdem bleiben auf dem Bild immer weiße Flächen als Kontrast“, erklärte sie den Stil, den sie auch in Kursen unterrichtet. Eine weitere Besonderheit sind ihre Arbeitsmaterialien. Morgenstern aquarelliert nicht nur auf Papier, sondern auch auf Eiern und speziell behandelten Kugeln. „Die Eier werden zuvor entfettet, dann haben sie ähnliche Eigenschaften wie Papier und saugen zum Beispiel Flüssigkeit auf“, so die Künstlerin.

Neben Buchbindearbeiten von Dorothée Rose, Feinheiten aus Stoff von Ingrid Abram und Tonskulpturen von Kerstin Niemeier waren auch die Filz- und Stofftiere sowie die farbenfrohen Papierblüten von Celia Mollmeier ein Publikumsmagnet. Die Blüten stellt die Künstlerin aus finnischem Papiergarn her, das erstmal wie einfaches Band aussieht, aber beim Auseinanderziehen seine ganze Pracht entfaltet. Außerdem hat sie sich auf die Reparatur von Puppen und Stofftieren spezialisiert. „Ich stelle Puppen selbst her, forme und bemale die Porzellanköpfe, und ich arbeite mit Papiermaché. Daher fällt mir auch die Reparatur von alten Puppen leicht, die oft aus eben diesen Materialien bestehen“, sagte Mollmeier. Während der Ausstellung hatte die Rosdorferin Gelegenheit, eine Rarität in den Händen zu halten: „Eine Dame brachte eine alte Heubach-Puppe zur Reparatur, ein ganz prächtiges Stück und sehr gut erhalten. So eine Puppe hat bereits einen hohen Sammlerwert. Es ist mir eine Freude, solche Puppen zu betrachten“, schwärmte die Fachfrau.

Liebe zum Detail zeigte auch Ursula Eben, die meist aus Silber, manchmal aus Gold, Schmuckstücke herstellt. Mit großer Geduld und feinem Geschick arbeitet sie filigrane Muster in die Metalle und emailliert die so entstandenen Formen. „Nicht das Tragen von Schmuck fasziniert mich, sondern das Machen – das harte Material, das ich in alle Formen verändern kann“, schilderte sie ihre Begeisterung für ihr Kunsthandwerk.

Mit den Besucherzahlen zeigten sich die Veranstalter sehr zufrieden. An den zwei Tagen der Ausstellung seien um die 400 Gäste empfangen worden. Renshausen als Künstlerhochburg? Morgenstern lachte: „Immerhin gibt es hier einige kreative Leute im Dorf, wir haben auch noch einen Kunstschmied und einen Air-Brush-Künstler“, nannte sie Beispiele. Interessierte könnten aber auch außerhalb der Ausstellung die Galerie nach Absprache besuchen.
Informationen zu weiteren Ausstellungen im Internet. www.galerie-morgenstern.blogspot.com.

Von Claudia Nachtwey