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Duderstadt 475 Jahre Ursulinen: Festgottesdienst mit Bischof
Die Region Duderstadt 475 Jahre Ursulinen: Festgottesdienst mit Bischof
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18:02 19.11.2010
Findet im Kloster ein intensives geistliches Leben und Bestärkung durch die Gemeinschaft: Schwester Ingeborg.
Findet im Kloster ein intensives geistliches Leben und Bestärkung durch die Gemeinschaft: Schwester Ingeborg. Quelle: Pförtner
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In diesem Jahr, in dem sich die Ordensgründung zum 475. Mal jährt, denkt die Förderation intensiv über die Erneuerung ihrer Strukturen nach, berichtet Schwester Ingeborg.
Die Statuten sollen erweitert werden, damit die Präsidentin künftig bei Bedarf in die eigentlich autonomen Konvente eingreifen kann. Der Hintergrund: In einigen Klöstern beträgt das Durchschnittsalter bereits 82 Jahre. In der gesamten Föderation liegt es bei 76 Jahren, in Duderstadt bei 72 Jahren. Einige Klöster haben keine Oberin mehr. Sie können sich nicht mehr selbst verwalten.

„Wir überlegen auch, wie wir jungen Frauen, die nicht in unseren Orden eintreten wollen, die Mitarbeit ermöglichen können“, sagt die Präsidentin. So leitet in Duderstadt mittlerweile Gemeindereferentin Monika Schinke den Gästebereich. Sie ist keine Ursuline, hilft aber, ein Anliegen des Ordens umzusetzen, nämlich Frauen Zeit und Raum für die Besinnung zu geben.
Die Gemeinschaft hat die Trägerschaft für die Ursulinenschulen, für die sie bekannt ist, weitgehend an andere abgetreten, in Duderstadt schon 1973. Die Ursulinen versuchen aber durch die Fortbildung der Lehrer sowie Angebote für Schüler den alten Geist aufrechtzuerhalten. „Sehr viele Eltern wollen ihre Kinder auf eine Ordensschule schicken“, freut sich die Präsidentin. Die Menschen dächten aber nicht daran, dass es auch Ordensschwestern geben müsse, um solche Schulen zu betreiben.

Für Schwester Ingeborg war bereits zu Schulzeiten klar, dass sie Lehrerin werden wollte. Sie stammt aus Berlin. Ihre Eltern verschlug es aufgrund des Krieges nach Goslar. „Ich bin weder in einem katholischen Umfeld, noch auf einer katholischen Schule groß geworden“, sagt sie. Ihr Vater, der viel Kirchenmusik machte, sorgte aber dafür, dass sich seine Kinder in der katholischen Gemeinde zuhause fühlten.
Als angehende Lehrerin in Hannover suchte Schwester Ingeborg nach einer Möglichkeit, intensiv geistlich zu leben und Bestärkung durch die Gemeinschaft zu erfahren. Da es im Bistum Hildesheim nur einen Schulorden gab, ging sie zu den Ursulinen. Für ihre Gemeinschaft leitete sie von 1990 bis 2003 die Schule St. Ursula in Hannover. Die Einrichtung, die seit 1996 von einer Stiftung des Bistums betrieben wird, hat 1200 Schüler.

Der Orden ist 1535 von Angela Merici 1535 im norditalienischen Brescia gegründet worden, um Frauen und Mädchen zu unterstützen. Beim Festgottesdienst am Donnerstag, 25. November, um 17 Uhr in der Duderstädter Liebfrauenkirche wirkt Bischof Norbert Trelle mit. Der hannoversche Regionalkantor Lothar Rückert und Trompeter Reinhard Großer geben am Freitag, 26. November, um 19 Uhr in der Liebfrauenkirche ein Konzert für Orgel und Trompete. Es folgt ein Empfang im Kloster.

Von Michael Caspar