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Duderstadt Duderstadt feiert mit Gästen aus Combs-la-Ville
Die Region Duderstadt Duderstadt feiert mit Gästen aus Combs-la-Ville
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00:24 10.06.2019
Duderstadt feiert mit Gästen aus Combs-la-Ville: Zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft stiegen Luftballons in den französischen und Duderstädter Farben auf. Quelle: r
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Duderstadt

Die Partnerschaft zwischen Combs-la-Ville und Duderstadt wurde 1968/69 gegründet. „Die Anfänge liegen bereits in den Jahren 1965/66“, erzählt Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte. 1966 habe es eine erste Tour des Rates mit Gästen aus Vereinen und Verbänden in die im Einzugskreis von Paris liegende Stadt gegeben unter der Leitung von Bürgermeister Joseph Ossenkopp und Stadtdirektor Karl Krukenberg. Die Fahrt war überschattet von einem tragischen Ereignis während der Rückfahrt, während der der Bürgermeister verstarb. „Von der 66er-Tour sind nur noch Johannes Förster und ich übrig“, erzählt Nolte, der damals noch kein Amt bekleidete.

Mehr als nur Partner

„Die Partnerschaft mit Combs-la-Ville wurde in der Folge getragen und gelebt von den Bürgermeistern Willi Thiele und Lothar Koch“, erzählt Nolte. Durch die deutsch-französischen Verträge seien aus ehemaligen Feinden im Ergebnis Freunde geworden. Und die Freundschaft zwischen Duderstadt und Combs-la-Ville sei intensiv gelebt worden. „An der Spitze stehen dabei die deutsch-französischen Freundschaftskreise in beiden Städten.“ Stellvertretend seien dabei Erich Baumgratz auf franzöischer Seite und Gerd Goebel für den Freundschaftskreis Tiftlingerode/Duderstadt genannt.

„Der deutsch-französische Freundschaftskreis Tiftlingerode/Duderstadt besteht seit 37 Jahren“, erzählt der Ehrenvorsitzende Gerd Goebel. Goebel hat den Freundschaftskreis bis 2003 geleitet, danach übernahmen Karl Tenz, Sieglinde Weber, Ilka Conrad und vorher auch Silvia Kopp-Müller. 36-mal habe ein Austausch mit einer Teilnehmerzahl zwischen 40 und 55 Leuten stattgefunden, so Goebel. Beide Seiten stünden aber mittlerweile auch unter dem Einfluss des demografischen Wandels. Nachwuchs werde dringend benötigt.

Bilder der Partnerschaft:

Die Städte Duderstadt und Combs-la-Ville feiern das 50-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft.

Vielleicht lässt der sich aus dem intensiven Schüleraustausch zwischen dem Eichsfeld Gymnasium Duderstadt (EGD) und dem Gymnasium „Les Cités Unies“ Combs-la-Ville gewinnen. 1986 ist die Schulpartnerschaft begründet worden. Dabei seien vor allem die Lehrer Rudolf Diedrich, Margarethe Nolte-Rietveld und Sonja Lehmeier genannt, so Nolte. Diese hätten auch immer als Dolmetscher zur Verfügung gestanden. „Wir fahren mit unseren Schülern im Herbst nach Frankreich“, erzählt Lehmeier, die das Programm seit sieben Jahren mit ihrer Kollegin Britta Stehlik betreut. „Die französischen Schüler kommen im Frühjahr zu uns.“ Das sei auf jeden Fall ein interessantes Erlebnis für die Jugendlichen.

In Duderstadt wurde zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zu Combs-la-Ville ein Mosaik enthüllt. Quelle: r

Auch auf Vereinsebene sei die Partnerschaft gelebt worden, erzählt Goebel. So habe es in der Vergangenheit regelmäßige Treffen zwischen den Tennisvereinen Combs-la-Ville und Blau-Weiß Duderstadt gegeben.

Intensiver gelebt

Mit Begeisterung sei die Partnerschaft zu Combs-la-Ville in Gang gesetzt worden, sagt Lothar Koch. Die Verbindung nach Frankreich sei zum Beispiel auch intensiver gewesen als nach Strout, die nach der Fusion des Landkreises Duderstadt mit dem Landkreis Göttingen eingeschlafen sei. Aber auch der jetzige Bürgermeister von Combs-la-Ville, Guy Geoffroy, habe festgestellt, dass man die Freundschaft hochhalten müsse. In der französischen Stadt ist schon ein Kreisel nach Duderstadt benannt. In Duderstadt soll der Kreisel am Euzenberg den Namen der französischen Partnerstadt erhalten.

Brauchen wir solche Dinge wie Städtepartnerschaften noch? Die Frage stellt Nolte und beantwortet sie gleich selbst: „Notwendiger denn je.“ Deshalb sei es wichtig, die Freundschaften zwischen den Bürgern zu leben und möglichst noch zu intensivieren. „Die Beziehungen laufen immer, wenn man mit dem cœur, also dem Herzen, dabei ist“, sagt Koch.

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Deutsch-französische Freundschaft als Beitrag zum Frieden

Seit 37 Jahren besteht der deutsch-französische Freundschaftskreis Tiftlingerode/Duderstadt. Das Pendant auf französischer Seite habe der Journalist Jean-Louis Theiller maßgeblich vorangetrieben, erzählt der Ehrenvorsitzende Gerd Goebel. Auch Erich Baumgratz habe große Verdienste für den Erhalt der Freundschaft geleistet.

Deutsch-französischer Freundschaftskreis Tiftlingerode-Duderstadt anlässlich der Städtepartnerschaft von Combs-la-Ville und Duderstadt Quelle: E-Mail-GTB

Goebel erinnert aber auch an Alain Vivien, ehemaliger Bürgermeister sowie Vizepräsident der Nationalversammlung und stellvertretender Außenminister. „Er hat uns alle Türen geöffnet in Paris, zum Beispiel von der Nationalversammlung.“ Aber selbst ein Foto von ihm half 1992 an der Grenze. „Wir hatten als Gastgeschenk einen Trabbi als Symbol der deutschen Einheit mitgenommen“, so Goebel. Karl-Heinz Rappe habe diesen auf einem Anhänger transportiert und sei an der Grenze aufgehalten worden. Das Auto dürfe nicht eingeführt werden. „Ich habe den Grenzern ein Foto von Alain Vivien gezeigt und erklärt, dass es mit ihm abgesprochen sei“, erzählt Goebel. Und so durfte der Trabbi mit. Bei einer ersten Probefahrt in den frühen Morgenstunden habe es dann gleich einen leichten Unfall gegeben.

„Wir haben eine tolle Bilanz in den ganzen Jahren“, so Goebel, der aber auch Sorgen für die Zukunft äußert. „Wir müssen die Freundschaft mit Leben füllen und junge Familien finden.“ Gefordert seien Parteien, Vereine und die Stadt. Sportliche und kulturelle Begegnungen müssten gefördert werden. „Mein Wunsch ist, das Thema Partnerschaften im Kulturausschuss auf die Tagesordnung zu setzen.“ In der Vergangenheit habe es gegenseitigen Austausch auch durch Ausstellungen und Konzerte gegeben. Ein Höhepunkt sei auch der französische Besuch bei den Feierlichkeiten zur 850-Jahrfeier in Tiftlingerode gewesen. „Die Franzosen haben in originellen und traditionellen Kostümen aus der Bretagne, Provence und Normandie sowie mit historischen Kostümen aus der Zeit Ludwig XIV. am Umzug teilgenommen.

Fahrt nach Combs-la-Ville Quelle: r

„Als wir 1982 zum ersten Mal nach Combs-la-Ville starteten, war die Begeisterung im Bus groß“, erinnert sich Bärbel Goebel. Je näher man dem Ziel kam, desto ruhiger wurde es. Was würde die Eichsfelder erwarten. Man kannte sich nicht u

Deutsch-französischer Freundschaftskreis Tiftlingerode-Duderstadt anlässlich der Städtepartnerschaft von Combs-la-Ville und Duderstadt Quelle: E-Mail-GTB

nd auch die Sprachkenntnisse waren nur bei wenigen gut ausgeprägt. Doch der Empfang in Frankreich sei toll gewesen. In den folgenden Jahren eine richtige Euphorie: Fünf Jahre gab Bärbel Goebel zusätzliche Französisch-Kurse.

Wann immer die Tiftlingeröder nach Combs-la-Ville gefahren seien, habe sich bei ihnen auch ein Wandel eingestellt. „Man verändert zum Beispiel seine Essgewohnheiten“, so Gerd Goebel. Man esse mehr Salat, nehme vor dem Mahl einen Aperitif und schließe dieses mit Käse ab. „Das hält auch zu Hause immer noch ein paar Tage an.“

In all den Jahren seien viele Ressentiments abgebaut worden, so der Ehrenvorsitzende. Es habe viele Einladungen zu Geburtstagen und Hochzeiten gegeben. Er erinnert sich an die Kommunion seiner Tochter, als eine Familie aus Frankreich zu Gast war, ebenso wie eine Familie aus Tiftlingerode. Gemeinsam stellte man fest, dass die Großväter beide im Krieg in Verdun waren und vielleicht sogar aufeinander geschossen haben. „Es war eine sehr emotionale Situation.“ Der Austausch sei ein Beitrag zum Frieden.

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Erlebnis in jungen Jahren

Der Schülerausstausch zwischen dem Eichsfeld Gymnasium Duderstadt (EGD) und dem Gymnasium „Les Cités Unies“ Combs-la-Ville besteht seit 1986. „Der Austausch fördert das Zusammenwachsen“, erzählt Sonja Lehmeier, die den Austausch seit sieben Jahren betreut. Zuvor sei Margarethe Nolte-Rietveld für lange Jahre zuständig gewesen. Aus Duderstadt fahren die Schüler der achten Klassen. In Combs-la-Ville beteiligen sich Deutschschüler der achten und neunten Klassen am Austausch, dürfen also zweimal fahren.

Der Austausch sei ein besonderes Erlebnis, so die Französischlehrerin. Zunächst würden die Schüler im Vorfeld auch nach ihren Interessen den Austauschpartnern zugeteilt. „Wenn zwei Schüler zum Beispiel reiten und Pferde lieben, ergibt sich gleich ein gemeinsames Thema.“ Interessant sei aber auch die Teilnahme am Familienalltag. „Man bekommt etwas mit, was in einem Urlaub eher nicht der Fall ist.“ Wie läuft das Essen ab? Welche Regeln gelten zu Hause? Wie ist die Freizeitgestaltung?

Empfang von französischen Austauschschülern aus Combs-la-Ville durch Bürgermeister Wolfgang Nolte im historischen Rathaus.. Quelle: Niklas Richter

„Meistens haben wir mehr Schüler“, sagt Lehmeier. Dann müsse leider auch gelost werden, wer fahren darf. „In Frankreich gilt Deutsch als schwere Sprache“, erklärt die Lehrerin. Deshalb würden viele Schüler eher Spanisch wählen, da die Sprache wie Französisch einen romanischen Ursprung habe und deshalb für die Franzosen leichter zu lernen sei. „Außerdem ist Spanisch auch gerade in Mode, auch in Deutschland.“

Lehmeier berichtet auch von einer besonders schönen Geschichte, gerade in einem Jahr als sich auf französischer Seite nur vier Schüler beteiligen wollten. „Meist haben wir sonst um 20 Interessierte in Combs-la-Ville.“ In dem Jahr sei das Interesse aber gering gewesen. Und beim Abholen vom Bahnhof stiegen sogar nur drei Schüler und die Lehrerinnen aus. Eine Schülerin sei im Verkehrschaos steckengeblieben und habe den Zug nicht rechtzeitig erreicht. Das Mädchen sei todtraurig gewesen. Deshalb seien die Eltern durchgestartet und brachten sie mit dem Auto nach Duderstadt. Die Eltern seien natürlich gleich zum Übernachten eingeladen worden. Und die beiden Austauschschüler hätten sich so gut verstanden, dass sie sich später über das Heinrich-Heine-Programm, einen von weiteren Austauschmöglichkeiten, für längere Zeit gesehen haben. „Es ist schön, zu sehen, dass die Arbeit sich lohnt“, erklärt die Lehrerin.

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