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Duderstadt 90 Jahre: Von Assenmoker zur Spedition Sommer
Die Region Duderstadt 90 Jahre: Von Assenmoker zur Spedition Sommer
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21:15 28.12.2012
Von Heinz Hobrecht
Am Kunst-Trailer: Annette Huke-Sommer und Christian Huke.
Am Kunst-Trailer: Annette Huke-Sommer und Christian Huke. Quelle: BL
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Gieboldehausen

Aus einem landwirtschaftlichen Anwesen und einer  Schmiede im Ortskern von Gieboldehausen entwickelte sich ein modernes Transportunternehmen, das weit über die Grenzen Südniedersachsens hinaus bekannt ist:  die Spedition Sommer, die auch unter dem Namen Gebrüder Sommer bekannt ist. In Deutschland und in den Benelux-Staaten sind die Lastzüge des Unternehmens mit Sitz im Eichsfeld auf Achse.

Zumeist sind die Fahrzeuge  des Unternehmens, das Tradition und modernes Transportmanagement verbindet, mit Neu- und Altpapier  beladen. Denn größter Auftraggeber ist die Herzberger Papierfabrik. 28 Lastzüge sind in Betrieb, 35 Aufleger stehen zur Verfügung.

45 Mitarbeiter gehören zur Belegschaft, wie Christian Huke, der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, sowie dessen Mutter Annette Huke-Sommer, eine der Gesellschafterinnen, berichten. Ebenso wie Siegbert Walther  aus Duderstadt, der schon seit 1977 Fernfahrer bei Sommers ist, sind auch andere Kollegen schon lange dabei, beispielsweise Ralf Ziepel aus Rhumspringe seit 27 Jahren. Carsten Paetsch aus Gieboldehausen kann am 4. Januar kommenden Jahres auf seine 20-jährige Tätigkeit zurückblicken.

Aus Anlass des 90-jährigen Bestehens hat die Spedition Sommer inzwischen einen von zwei Auflegern mit einer Sonderlackierung versehen lassen. Die Motor-Art-Künstlerin Nina Katharina Matthies aus Freiburg setzte eine Idee um, die Martina Huke, die Ehefrau des geschäftsführenden Gesellschafters, sowie Thorsten Kluß, einer der Mitarbeiter, hatten. Matthies verwandelte einen Krone-Trailer des Unternehmens in ein „Kunstobjekt mit Fernwirkung“. In einer Bildergalerie spiegelt sich die Firmen- und Familiengeschichte wieder, die sich allerorts sehen lassen kann. „90 Jahre für Sie unterwegs“ ist der verkehrszugewandten Seite des  13,60 Meter langen Auflegers zu entnehmen. 

Reparaturen für motorisierte Fahrzeuge

Geschäftsführer Huke ist seit 1994 für den betriebswirtschaftlichen Bereich der Spedition Sommer verantwortlich. Mit 23 Jahren übernahm der gelernte Speditionskaufmann den wichtigen Posten. Vom Anwesen seines Urgroßvaters Ernst Sommer hatte die Firmen- und Familiengeschichte ihren Lauf genommen. Dessen Söhne Ernst und Hermann Sommer gründeten am 12. Februar 1923 in der Rhumestraße 11 ein Transportunternehmen. Reparaturen für die motorisierten Fahrzeuge konnten in der väterlichen Werkstatt durchgeführt werden. Achsen für die im Eigenbau gefertigten Hänger stellten die „Assenmokers“ selbst her.

Mit Transporten aller möglichen Güter verdienten Sommers ihr Geld, beispielsweise dem Transport von  Apfelsinen von Hamburg nach Erfurt, wie  der Firmengeschichte zu entnehmen ist. Im Jahr 1938 bezogen die Gebrüder Sommer das neue Betriebsgelände an der Herzberger Landstraße 27, das auch heute noch Firmensitz ist. Hermann Sommer starb im Jahr 1956, sein Bruder Ernst lebte bis 1975.

Passend zum Namen will die Spedition Sommer im kommenden Jahr runden Geburtstag feiern. Ein Sommer-Fest ist auf dem Betriebsgelände geplant.

Stattliche Flotte: ein Teil des Fuhrparks der Firma Sommer im Jahr 1955 – in der Bildmitte ist im Hintergrund der ehemalige Paterhof zu sehen.