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Duderstadt Abenteuer in Grönland mit Peter von Sassen
Die Region Duderstadt Abenteuer in Grönland mit Peter von Sassen
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00:24 04.04.2019
Peter von Sassen auf Expedition in Grönland. Quelle: r
Duderstadt

Der TV-Journalist und Moderator Peter von Sassen ist mit einer Expedition in Grönland unterwegs gewesen, um die nördlichste Landmarke zu finden. Sein Abenteuer war nun Thema einer Multimedia-Schau im Rathaussaal.

Peter von Sassen, bekannt durch zahlreiche Fernseh-Sendungen im Norddeutschen Rundfunk, hat auch in Duderstadt eine treue Zuhörerschaft. Mehrmals ist er schon der Einladung der Theater- und Konzertvereinigung (TKV) gefolgt und hat Wilhelm Busch in Szene gesetzt“ (2015) und Astrid Lindgren ganz persönlich“ (2017) vorgestellt. Bei der aktuellen multimedialen ReportageAbenteuer in Grönland“ stand nun kein berühmter Schriftsteller im Mittelpunkt, sondern die größte Insel der Erde, die dank ihres extremen Klimas bisher vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben ist. Lange galt die kleine Kiesbank Oodaaq vor Grönlands Nordküste als die nördlichste Landmarke der Welt. Jedoch haben Kiesbänke keinen dauerhaften Bestand. Oodaaq konnte von nachfolgenden Expeditions-Teams nicht mehr geortet werden, und auch später entdeckte Landstücke sind dann wieder verschwunden.

Peter von Sassen stellt das „Abenteuer Arktis“ in Bildern vor.

Der amerikanische Geophysiker Ken Zerbst hatte sich in den Kopf gesetzt, ein beständiges nördlichstes Stückchen Erde zu finden. Bei dieser abenteuerlichen Suche wurde er 2008 von einem dreiköpfigen NDR-Team und drei US-Amerikanern begleitet. Peter von Sassen hat daraus eine informative und ästhetische Reportage konzipiert – und dem Publikum die arktische Welt in ihrer einzigartigen Schönheit, aber auch in ihrer dramatischen Veränderung näher gebracht. Auf Großbildleinwand zeigte er Fotografien und Filmsequenzen, untermalt von musikalischen Elementen und von den wenigen Geräuschen der sonst so stillen Landschaft, dem Kreischen einer Möwe, dem Rauschen eines Baches.

Ein Drittel der Eisfläche ist verschwunden

„Wer die Arktis noch so sehen will, wie wir sie kennengelernt haben, sollte bald hinfahren“, sagte von Sassen einleitend und bot geografische Fakten: Seit 1979 ist ein Drittel der Eisfläche verschwunden. Die Arktis werde sich weiterhin verändern, man könne die Einzigartigkeit dieser Naturlandschaft nur noch anschaulich machen und ihr Verschwinden bedauern, sagte der Journalist.

Mit einem russischen Eisbrecher ist die Gruppe um Ken Zerbst 2008 in See gestochen, um Ultima Thule, die nördlichste Landmarke, zu entdecken. Das NDR-Team filmte die Reise. Die wenigen Inuit, die noch in diesem extremen Klima leben, der Verfall ihrer alten Gesellschaftsstrukturen und die Abwanderung der Jugend, zeigten traurige Parallelen zu den schwindenden Lebensgrundlagen der Eisbären, die auf Müllhalden der Menschen nach Nahrung suchten.

Ein Helikopter brachte die Expedition zur nördlichsten Wetterstation am Kap Morris Jesup, von wo aus die Suche nach Ultima Thule fortgesetzt wurde. Ein Zelt-Camp wurde errichtet, neugierige, aber gefährliche Eisbären auf Abstand gehalten, und Moschusochsen gesichtet. Immer wieder marschierten die Forscher und das NDR-Team mit schwerer Ausrüstung durch die Wildnis, in der Hoffnung, Zerbst möge sich nicht irren. Groß war die Freude, als schließlich ein Fleckchen Erde etwa 705 Kilometer vom Nordpol entfernt gefunden und damit ein neuer Rekord gesetzt wurde. Ob Ultima Thule dauerhaft Bestand habe, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte von Sassen.

Die Spannung des Vortrags lag aber auch in den Bildern eines gewaltigen Ökosystems. Menschen überschritten Grenzen von Lebensräumen – und wurden von der Tierwelt beäugt und vom Land geduldet. Peter von Sassen ist es gelungen, die Kraft der Natur in all ihrer Komplexität, und damit auch in ihrer Zerbrechlichkeit, eindrucksvoll dazustellen.

Mit einer Sonderveranstaltung am Sonnabend, 20. April, setzt die TKV ihr Kulturprogramm fort: Unter dem Titel „Musik um fünf“ präsentieren Claudia Braun-Tietje (Gesang) und Kai Tietje (Klavier) Lieder und Arien der Romantik. Beginn ist um 17 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es in der Gästeinformation im Duderstädter Rathaus, Telefon 05527/ 841200.

Von Claudia Nachtwey

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