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Duderstadt Abriss der Altarinsel in der Kirche St. Cyriakus
Die Region Duderstadt Abriss der Altarinsel in der Kirche St. Cyriakus
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20:47 16.09.2014
Entfernen auch die Natursteinverkleidung vor der Altarinsel (unter dem Zelt): Peter Englert und Norbert Klühe (von links) von der Firma ATR aus Bischofferode. Quelle: Thiele
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Duderstadt

Am Montag haben Mitarbeiter des Unternehmens im Chor des katholischen Gotteshauses ein zehn mal fünf Meter großes Zelt aufgestellt. Es sorgt dafür, dass der Staub die Kirche nicht verschmutzt. Auch die Orgel wird so geschützt.
Gestern begann dann der Abbruch.

Zunächst entfernten die vier Arbeiter die Natursteinverkleidung von Altarinsel und Zelebrationsaltar. Sie ist aus Jura-Marmor gewesen. Dann fingen die Männer an, den darunter liegenden Beton mit schweren, elektrisch betriebenen Stemmhämmern zu zerlegen. Gegen den Lärm schützen sie sich mit Ohrstöpseln, gegen den Staub mit Atemschutzmasken.

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„Auf den Einsatz von Presslufhämmern und Baggern verzichten wir, um das Gebäude durch die Vibrationen nicht zu beschädigen“, erläutert Bau-Ingnieur Markus Ernst (45). Zusammen mit Tischlermeister Hubertus Riepenhausen (47) gehört er dem Bauausschuss des Kirchenvorstands an. Die beiden überwachen die Arbeiten in der Kirche.

Der abgeschlagene Beton wird mit der Schubkarre zu einem Container vor dem Nordausgang der Kirche gefahren. Eine Woche lang soll der Abbruch dauern. Danach wird roter Sandstein, wie er bereits im Kirchenschiff liegt, verlegt. Fünf Zentimeter sind die Platten stark.

Stehend weiterhin gut sichtbar

Entsprechend tief ist der Bereich auszuschachten. Aus dem gleichen Sandstein soll auch der neue Altar sein, der in der kommenden Woche errichtet wird. Viel schlanker als der bisherige soll er werden.
Der Pfarrer wird künftig auf gleicher Höhe neben dem Altar sitzen, statt wie bisher zwei Stufen erhöht auf einem Priesterthron hinter dem Altar. „Das soll ausdrücken, das Gläubige und Geistliche auf einer Ebene stehen“, betont Propst Bernd Galluschke (57).

Die bauliche Veränderung ist nicht unumstritten, weiß Kirchenvorsteher Ernst. Einige Gläubige fürchten, den Propst künftig im Gottesdienst nicht mehr sehen zu können. Ernst hält das für unbegründet. Stehend sei der Priester weiterhin gut sichtbar. Wer ihn auch sitzend erspähen wolle, solle sich einfach ein paar Reihen nach vorne setzen. Dort seien heute oft Plätze frei. Die Kosten der Abbrucharbeiten beziffert Ernst auf 20 000 Euro, den Bau des neuen Altars auf 10 000 Euro. Derzeit sammelt die Gemeinde Spenden, um das Geld zusammenzubekommen.

Altarinsel und Priesterthron stammen aus dem Jahr 1965. Die Reform des Gottesdienstes durch das Zweite Vatikanische Konzil hatte der Bau eines Zelebrationsaltars notwendig gemacht. Die erhöhte Plattform ist jedoch eine Stolperfalle. Das soll nun korrigiert werden. Der Bauausschuss des Kirchenvorstands war sich schnell einig, so Ernst.

Von Michael Caspar