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Duderstadt Ärger um Baugrundstücke in Seulingen
Die Region Duderstadt Ärger um Baugrundstücke in Seulingen
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20:38 23.03.2012
Von Ulrich Lottmann
Um diese Grundstücke geht es: Silvia Kellner in Seulingen.
Um diese Grundstücke geht es: Silvia Kellner in Seulingen. Quelle: Thiele
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Seulingen

Denecke halte nicht nur Informationen darüber zurück, sondern unterlaufe auch mündliche Absprachen und deren formale Absegnung im Rat, sagt Kellner. Der Anlass für die Vorwürfe: In der jüngsten Ratssitzung war ein Antrag der SPD zur Nutzung der Grundstücke Am Berge mit den Stimmen der achtköpfigen CDU-Fraktion vertagt worden. Denecke hatte gegenüber dem Tageblatt erklärt, die CDU wolle sich mit der Entscheidung Zeit lassen. „Warum Zeit lassen? Wir sind seit Juli an dem Thema dran“, reagiert Kellner sichtlich aufgebracht.

Der Hintergrund: Mitte 2011 hatte die Gemeinde die drei Grundstücke aus einer Insolvenz übernommen. Grundlage der Zustimmung der SPD sei gewesen, dass die Grundstücke kostengünstig an junge Familien verkauft werden sollten. So sei es vereinbart gewesen, das wollten die Sozialdemokraten mit einem entsprechenden Antrag im September im Rat beschließen lassen – fanden dafür jedoch keine Mehrheit. „Da wurde ich schon misstrauisch“, so Kellner.

Gerücht sei auf Geburtstagsfeiern kursiert

Im Dezember hätten dann Anwohner im Rat die Frage gestellt, ob auf den Grundstücken ein Altenheim gebaut werden solle. Dieses Gerücht sei zu dieser Zeit auf Geburtstagsfeiern kursiert. „Ich habe nichts gegen ein Altenheim oder eine Tagespflege-Einrichtung. Aber darüber muss man offen sprechen“, stellt Kellner klar. In der jüngsten Sitzung nun wiederholte die SPD ihren Antrag auf Nutzungsfestlegung, der vertagt wurde. Ein Antrag, über die Errichtung einer Senioreneinrichtung in Seulingen zu diskutieren, war aus formalen Gründen nicht auf die Tagesordnung gesetzt worden.

Der Vorwurf: Denecke verhindere durch das Zurückhalten von Informationen, auch gegenüber der CDU-Fraktion,  fällige Entscheidungen. Der Bürgermeister solle öffentlich erklären, was er mit den Grundstücken vorhabe, sagt Kellner: „Das tut er nicht. Und das hat einen Grund“, macht sie ihrem Ärger Luft. „Herr Denecke betreibt Geheimratspolitik und liebt Gerüchte und Halbwahrheiten.“

Die Antwort: Es bringe nichts, sich aufzuregen, kontert der Gescholtene. Er hat für die Vorwürfe Kellners kein Verständnis. Denecke verweist gegenüber dem Tageblatt auf die kommende Ratssitzung. In der werde er, gemäß dem SPD-Antrag, über die Errichtung einer Senioreneinrichtung informieren. Zu den Baugrundstücken sagt Denecke, hier bestehe kein Grund zur Eile. Vielmehr werde noch Zeit für Beratungen benötigt.