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Duderstadt Speisen für die Seele
Die Region Duderstadt Speisen für die Seele
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Von Claudia Nachtwey
Jacqueline Jürgenliemk erläutert koschere Speisen. Quelle: Nachtwey
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Duderstadt

Das jüdische Essen sollte koscher sein, was nichts anderes bedeutet als „erlaubt, geeignet“. „Bei unseren Speisevorschriften gibt es zwar einerseits hygienische Aspekte, aber in erster Linie betreffen sie unsere Seele“, erklärte Jürgenliemk die Ethik, die hinter den äußerst komplexen Geboten steht. Diese betreffen die Zusammensetzung von Nahrung, die Art der Zubereitung, die Fleischsorten, die gegessen werden dürfen, und womit die erlaubten Sorten auf keinen Fall zusammen verzehrt werden sollten. „Heute wird es immer komplizierter, herauszufinden, was koscher ist, da wir bei vielen Nahrungsmitteln nicht sofort erkennen, was drin steckt“, nannte Jürgenliemk ein Problem, das nicht nur Juden kennen, sondern auch Vegetarier, Diabetiker und andere, die sich bewusst ernähren wollen.

„In der Kaschrut spiegelt sich eine Verantwortung des Menschen gegenüber Gott und der Schöpfung, das heißt, auch gegenüber anderen Lebewesen und Lebensarten“, erklärte Jürgenliemk. Verboten sei es allerdings auch, Fleischprodukte mit Milchprodukten in irgendeiner Weise zu verbinden. „Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen“, zitierte Jürgenliemk aus dem zweiten Buch Mose. Nicht mal der gleiche Teller dürfe für Milch und Fleischprodukte verwendet werden. Um die strenge Aufteilung in der Küche zu umgehen, würden sich eben die Mitglieder der jüdischen Gemeinde beim gemeinsamen Essen vegetarisch ernähren.

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Mehr kulinarische Einblicke, auch für Schulklassen und Familien, gibt es noch bis zum 31. März bei der Sonderausstellung „Alles koscher - Das Brot der Juden“ im Heimatmuseum. Dabei sind unter anderem Fotografien von Varda Polak-Sahm zu sehen. ny