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Duderstadt Brandschützer als Umbautrupps im Einsatz
Die Region Duderstadt Brandschützer als Umbautrupps im Einsatz
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09:00 06.02.2017
Von Nadine Eckermann
Geehrte und Beförderte der Schwerpunktfeuerwehr mit Führungskräften sowie Vertretern der Stadtverwaltung und des Fördervereins. Quelle: Eckermann
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Nun liegt das Augenmerk auf dem gewünschten Anbau. Während der Jahreshauptversammlung zog Ortsbrandmeister Thorsten Krone Bilanz: "Das abgelaufene Geschäftsjahr war aus feuerwehrlicher Sicht ein Jahr, in dem der Schwerpunktfeuerwehr enorme Leistungen abverlangt wurden", sagte er. Zudem sei viel Zeit in die Ausbildung investiert worden. Als "eine der großen Herausforderungen" bezeichnete Krone die Einführung des Digitalfunks, die damit verbundenen Schulungen, Umstellungen und Neuerungen. "Über Jahrzehnte hat die Feuerwehr mit Ihren analogen Funkgeräten gefunkt." Da Kommunikation im Einsatz lebenswichtig sei, habe die Umstellung einen "Riesenschritt" bedeutet. "Wir mussten garantieren, dass jeder Kamerad zum Stichtag der Umstellung mit beiden Funkvarianten – analog und digital - umgehen konnte."

Einsätze

Außer bei vielen Entstehungsbränden und Verkehrsunfällen mit teilweise eingeklemmten Personen kamen die Duderstädter Feuerwehrleute bei zehn Zimmerbränden, Dachstuhlbränden an der Industriestrasse und in Werxhausen und einem Scheunenbrand in Gieboldehausen zum Einsatz. Schwierigstes Unterfangen sei die Absicherung nach der Explosion eines erdgasbetriebenen Autos auf einer Tankstelle gewesen. Die Feuerwehr hatte dort mit Wasser- und Schaumwerfern der Löschfahrzeuge den Bereich der Tankstelle gesichert und abgesperrt, falls ein weiterer der vier Tanks explodiert wäre. Das Problem, sagte Krone, sei die lange Einsatzzeit gewesen. "Unendlich froh bin ich darüber, dass bei diesem Einsatz keiner meiner Einsatzkräfte zu Schaden kam." Zu Beginn sei nicht absehbar gewesen, welche Gefahr von dem Van ausgehe. Insgesamt rückte die Schwerpunktwehr 2016 zu 148 Einsätzen aus.

Die Wache erhielt 2016 neue Fenster im Bereich des Gemeinschaftsraumes. Umbauten seien auch am Raum neben der Zentrale erfolgt, berichtete Krone: Das Mobiliar sei ausgeräumt worden, "um Platz für den neu angedachten und vom Landkreis Göttingen geforderten Stabsraum zu schaffen". Mit den Bestandsmöbeln sei die Zahl der Sitzplätze erhöht worden. Durch Eigenleistung sei auch der administrativen Gebäudeteil verbessert worden: Kommandoraum, Führungskräftebüro, Putzkammer, Kleiderkammer und Damen-WC seien bereits wieder in Betrieb genommen.

Weitere Räumlichkeiten wie der Kinder- und Jugendfeuerwehrraum sollen folgen, sobald der zweite Durchbruch vorhanden ist. "Dieser ist laut Bauamt aus brandschutzrechtlichen Gründen erforderlich", erklärte Krone, der hofft, dass damit in Kürze begonnen werden könne. "Es wäre schade, dass das Vorhaben nicht am Platz, sondern nur an einem Loch in der Wand scheitert." Krone wies in diesem Zusammenhang darauf hin, wie "überfällig" ein Anbau an das Gerätehaus sei. Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) schilderte die Zusammenhänge auch mit Bauprojekten in der Nachbarschaft, bat um Geduld und machte zugleich Hoffnung auf die Umsetzung.

Bereits angeschafft und im Einsatz sei ein vom Förderverein angeschafftes Smartboard. "Es dient als neues Medium für interaktive Ausbildung sowie als Abspielgerät im neuen Kommandoraum." Ebenfalls mit Unterstützung des Fördervereins sei ein Fahrzeug gekauft worden, dass zur Beförderung der Feuerwehrleute, auch im Einsatz, dienen soll. Der Ford Transit Custom sei für Feuerwehrzwecke mit einer Sondersignalanlage umgerüstet und beklebt worden. Der Übergabetermin stehe in den kommenden Wochen an. "Allein für dieses Projekt hat der Förderverein 25000 Euro zur Verfügung gestellt", lobte Krone die Arbeit des Teams um Vorsitzenden Michael Böning. Auch eine zweite Wärmebildkamera zum Schutz des zweiten Trupps, falls dieser im Brandfall nach Feuerwehrleuten suchen muss, wurde angeschafft. Ebenfalls für Hilfe zur Selbsthilfe soll ein neuer Defibrilator dienen.

Dienste

Die Mitglieder der Feuerwehr absolvierten 2016 zwölf Wehrdienste, elf Zugdienste, einige Atemschutzausbildungen teilweise mit Heißausbildung im Container, und 44 Gruppendienste und eine Drehleitermaschinistenausbildung außer der üblichen Ausbildung. Eine Evakuierungsübung wurde bei bei der Sparkasse Duderstadt unternommen. "Dazu kamen Aufgaben wie Hydrantenpflege oder Nachwuchsförderung der Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie zahlreiche Lehrgänge im Feuerwehrzentrum Potzwenden und der Landesfeuerwehrschule Celle", sagte Krone. Gemeinschaftliche Übungen finden auch immer wieder mit benachbarten Feuerwehren statt, ob im Stadtgebiet, Richtung Gieboldehausen, im nahen Thüringen oder bei der Ottobock-Werkfeuerwehr. Wie Jugendwartin Franziska Windolph berichtete, habe der Nachwuchs 139 Dienststunden abgeleistet. Um die Gemeinschaft zu stärken, sei eine Übernachtung auf der Wache organisiert worden.

Wahlen

Während der Jahreshauptversammlung sind die Beisitzer für das Ortskommando Duderstadt bestätigt worden. Zeugwart ist Christian Oppermann, als Sicherheitsbeauftragter fungiert Sven Möller, Gerätewarte sind Michael Oppermann, Frank Engelke und Armin Waldschmidt. Die Aufgaben des  Kinderfeuerwehrwarts übernimmt Jannik Saenger, als Schriftwarte sind Stefanie Geilke und in Stellvertretung Benedikt Windolph tätig. Mit der Wahl durch die Mitglieder der Jugendfeuerwehr löst Benedikt von Zwehl Nadine Rodens als stellvertretender Jugendwart ab. Sie hatte angekündigt, in diesem Jahr zurücktreten zu wollen.

Beförderungen

Vom Feuerwehranwärter zum Feuerwehrmann wurden Alexander Golla, Simon Jacobi, Sebastian Raabe und Marco Kasulke befördert. Oberfeuerwehrmann dürfen sich Tobias Gütter und Johannes Windolph nennen. Benedikt von Zwehl ist nun Hauptfeuerwehrmann, Löschmeister Fabian von Zwehl. Zum Oberlöschmeister wurde Christian Oppermann befördert. Stadtbrandmeister Kai Walter überreichte die Urkunden, Ortsbürgermeister Hubertus Werner die Nadeln an die Beförderten.