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Duderstadt Alte, Kranke und Behinderte pilgerten nach Germershausen
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16:17 15.06.2019
Andächtig: Rund 250 Christen kamen am Sonnabend zur Marienwallfahrt nach Germershausen. Quelle: Caspar
Germershausen

Kranke, alte und behinderte Menschen sind am Sonnabend mit Unterstützung vieler Helfer nach Germershausen gepilgert. Dort organisierte das Dekanat Untereichsfeld eine Marienwallfahrt.

„Als Gnade, als Geschenk“ könne er seine Behinderung heute empfinden, erklärte Göttingens blinder Diakon Martin Wirth während seiner Predigt. Es wisse, dass sich das gewagt anhöre, räumte er vor 250 Christen ein. Natürlich gebe es Momente, wo er gerne sehen würde. Unter seiner Blindheit litten Beziehungen. Die Behinderung habe aber auch ihr Gutes. Sie bremse ihn. Sonst würde er andere mit seiner Kreativität überfordern.

Begleiter des behinderten Schwagers

Wirth forderte die Gläubigen auf, sich über dieses Thema mit den Nachbarn auszutauschen. „Ich begleitete meinen behinderten Schwager“, berichtete Siegfried-Kurt Menzel aus Obernfeld dem Tageblatt. Er pilgere gerne nach Germershausen, sei aber auch schon im fränkischen Vierzehnheiligen gewesen. „Wenn es die Zeit zulässt“, schränkte der aktive Fanfarenzug-Spieler und Schütze ein.

Anfahrt mit dem Elektro-Scooter

„Ich bin zum dritten Mal bei dieser Wallfahrt“, verriet die 83-jährige Magarete Marschall aus dem Nachbarort Rollshausen. Aufgrund von Rheuma, das sie seit ihrem 50. Lebensjahr quäle, könne sie nicht mehr laufen. Seit einem Jahr gehe es auch mit dem Rollator nicht mehr. Nun nutze sie einen Elektro-Scooter. Sie liebe es, in der Natur zu sein. Deshalb gefielen ihr die Gottesdienste unter freiem Himmel so gut, sagte sie und blickte zu den Linden hinauf, in denen die Vögel zwitscherten.

Diakon Wirth unterhielt sich unterdessen am Lesepult angeregt mit Propst Bernd Galluschke. „Jesus lässt niemanden am Rand stehen“, hatte der Propst zu Beginn des Gottesdienstes erklärt. Er hole die in die Mitte, die geistig und körperlich nicht mehr mitkämen.

Ein Glaubenszeugnis legte während der Messe Wolfgang Eckert ab, ein Heilerzieher der Göttinger Werkstätten. Eckert sei evangelisch, verriet der Diakon, ihn in Germerhausen sprechen zu lassen, stelle „ein echtes Experiment“ dar. Die Pilger lachten. Er glaube, bekannte Eckert, dass es nur einen Gott gebe, der alle liebe. Der Heilerzieher forderte die Gläubigen auf, die anderen anzunehmen, wie sie seien. Die Humanität einer Gesellschaft lasse sich an ihrem Umgang mit Schwächeren ablesen.

Zusammen mit Eckert und anderen trug Uwe Kolle aus Göttingen die Fürbitten vor. Er lebt in einer Wohngruppe auf den Zietenterrassen und war mit fünf Mitbewohnern und zwei Betreuern angereist.

Herzenswünsche Todkranker

Die Kollekte des Gottesdienstes ging an ein Projekt der Malteser. Sie erfüllen todkranken Menschen Herzenswünsche. Diese können begleitet von Sanitätern in einem Krankenwagen noch einmal nach Hause, in die Berge oder an die See fahren. „In Göttingen haben wir ein, zwei solche Fälle im Jahr“, sagte Thomas Bitterberg-Formanek von den Maltesern der Unistadt.

Angehende Altenpfleger und Erzieherinnen

Die Malteser hatten zwei Dutzend Pilger aus Duderstadt und Hildesheim nach Germershausen gebracht. Zu den Helfern aus Duderstadt gehörten unter anderem auch jeweils gut 20 angehende Altenpfleger von der Malteserschule und Erzieherinnen in Ausbildung von der Vinzenz-von-Paul-Schule.

Von Michael Caspar

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