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Duderstadt Alzheimer Gesellschaft Göttingen unterstützt Demenzkranke
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00:20 23.12.2018
15 Erinnerungskisten möchte die Alzheimergesellschaft Göttingen an Senioreneinrichtungen im Landkreis vergeben. Markus Gerlach (Vorsitzender Alzheimergesellschaft, 2.v. l.) überreichte die erste an das Alten- und Pflegeheim St. Georg in Nesselröden. Carolin Blank (leitende Ergotherapeutin im Haus), Tanja Ludwig (Kassenführerin der Alzheimergesellschaft) sowie Jürgen und Nicola Blank (Heimleiter und Geschäftsführerin, v.l.) nahmen sie entgegen. Quelle: Markus Hartwig
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Nesselröden

An Demenz Erkrankte können keine neuen Informationen abspeichern. Sie sind auf ihre Erinnerungen angewiesen. lm Verlauf der Erkrankung gehen aber auch diese nach und nach verloren. Zuerst die neueren Erinnerungen, dann die älteren. So beginnt eine Reise in die Vergangenheit. Viele Schubladen bleiben nun verschlossen, nur noch vereinzelt schauen Ereignisse heraus. Manchmal aber wird ein „Schlüssel“ gefunden und eine Schublade kann geöffnet werden; ein Ereignis kann so erneut erlebt werden.

Schlüssel in die Vergangenheit

„Diese, Schlüssel können ganz unterschiedlich sein“, weiß Markus Gerlach, Vorsitzender der Alzheimergesellschaft Göttingen. Was er unter Schlüssel versteht, wird anhand der aus Holz gefertigten Erinnerungskiste deutlich. In ihr befinden sich verschiedene Gegenstände wie Kartenspiele, Puzzles, bunte Stricknadeln, Wäscheklammern. Aber auch ein Zollstock und ein Pinsel sind darunter. Dinge also, die Erinnerungen wachrufen können, auch Erinnerungen an das frühere Berufsleben.

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15 dieser Erinnerungskisten möchte die Gesellschaft an Senioreneinrichtungen im Landkreis vergeben. Dass die Erinnerungskiste für an Demenz Erkrankte eine gute Idee und auch notwendig sei, unterstreicht Jürgen Blank, Heimleiter in Haus St. Georg. Er sagt, dass 80 bis 90 Prozent der in Alteneinrichtungen lebenden Bewohner an Demenz erkrankt seien. Demenz sei ein Thema, das in den Einrichtungen schon lange ernst genommen wird. Die Kiste könne die Arbeit die bislang geleistet wird unterstützen, ergänzt Markus Gerlach.

15 Erinnerungskisten möchte die Alzheimergesellschaft Göttingen an Senioreneinrichtungen im Landkreis vergeben. Sie sollen mit der Zeit durch persönliche Gegenstände ergänzt werden. Quelle: Markus Hartwig

Erinnerungskiste soll ergänzt werden

Erinnerungen wecken, ins Gespräch kommen sowie Alltagspraktisches wie Kochen und viel Musik – Inhalte mit Aufforderungscharakter sind für Carolin Blank, leitende Ergotherapeutin im Haus St. Georg, Teil der Beschäftigung mit dementen Bewohnern. Hier soll die Erinnerungskiste eine ergänzende Rolle spielen. Der Inhalt der Erinnerungskiste zeigt sich als eine Art Grundausstattung. Das muss nicht so bleiben. Es sei vorgesehen, die Kiste mit weiteren Gegenständen zu ergänzen, so Gerlach weiter. Pflegeheime wie Bewohner sind aufgefordert, die Erinnerungskiste mit eigenen Ideen ständig zu erweitern und zu variieren.

Individuelle Kiste

Es wird oft die Frage gestellt, ob sich Demenz vorbeugen lässt. „Verhindern lässt sie sich noch nicht. Aber man kann sich darauf vorbereiten, eine gewisse Vorsorge betreiben.“ Gerlach fordert auf, eine große Kiste zur Hand zu nehmen und alles hinein zu legen, was einem selbst wichtig ist und was das eigene Leben ausmacht. „Das können Fotos sein, das Gesellenstück oder die Uhr vom ersten Lohn. Privates und Berufliches. Alleine schon beim Packen lässt sich in den schönsten Erinnerungen schwelgen und so manchen Gegenstand mit einem lachenden oder auch weinenden Auge hinein tun.“

Von Markus Hartwig

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