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Duderstadt Am Leben teilnehmen: Freizeitclub der Lebenshilfe Duderstadt
Die Region Duderstadt Am Leben teilnehmen: Freizeitclub der Lebenshilfe Duderstadt
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00:29 26.04.2014
Von Anne Eckermann
Einsatz beim  Adventsbasar im Lebenshilfe-Haus Am Kutschenberg: Die Freizeitclubs-Mitglieder Annette Sommer, Laura Daume, Carola Ahlborn, Ingo Werner und Svenja Schneegans (von links) bieten selbstgemachte Pralinen an. Quelle: Richter
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Duderstadt

Alles Wissenswerte über Wald und Tiere im Leeren erfahren, die Feuerwehrzentrale in Duderstadt erkunden, einen spaßigen Karaoke-Abend im Backsteinhaus genießen, Pizza backen oder gemütlich bei Streichers in Seeburg essen gehen – für viele Eichsfelder ganz selbstverständliche Freizeitbeschäftigungen.

Dass aber auch Menschen mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilhaben, Veranstaltungen besuchen oder entspannte Abende genießen können, dafür sorgen bei der Lebenshilfe Eichsfeld Jeannette Rheinländer und Anja Wirth.

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Seit fünf Jahren arbeitet das weibliche Team zusammen und stellt für den Lebenshilfe-Freizeitclub ein Jahresprogramm zusammen, das neben Spiel und Spaß auch Informationen und Besichtigungen bietet. „Wir treffen uns 14-tägig im Wechsel mit der Theatergruppe im Lebenshilfe-Haus Am Kutschenberg“, erklärt Rheinländer.

Deutliche veränderung im Clubleben

„Dazu kommen dann noch Sonderveranstaltungen, Ausflüge oder Fahrten“, ergänzt Wirth. Viel rausgehen, das ist die oberste Devise der beiden Frauen. „Früher spielte sich fast alles nur im Lebenshilfe-Haus ab. Wir wollen aber raus, ein ganz normales Leben mit unseren Mitgliedern führen“, unterstreichen beide die deutliche Veränderung im Clubleben. Positiv aufgenommen würden auch die Veranstaltungen, bei denen auch interessierte Angehörige dazukommen könnten.

Ob Fledermausnacht im Rathaus, ein Besuch bei Polizei oder Schützengesellschaft, das Programm folgt wenig Vorgaben. „Wir achten auf eine gute Mischung aus Unterhaltung und Bildung“, so Rheinländer und erzählt, dass Kochen und Backen besonders beliebt seien.

Es  würden auch Anregungen der Teilnehmer bei der Zusammenstellung des Programms berücksichtigt: „Grundsätzlich aber wollen wir unsere Leute mit dem Programm aber auch überraschen“, sagt Rheinländer. Voraussetzung sei, dass jedes Clubmitglied an der jeweiligen Veranstaltung auch teilnehmen könne – egal, ob mobil oder nicht.

"Veranstaltungen, wo nicht alle mitkommen können, machen wir eben nicht"

„Das managen wir alles für die körperlich eingeschränkten Mitglieder. Wir sorgen dafür, dass Rollis oder andere Fortbewegungshilfen mitgenommen werden können“, sagt Rheinländer und verweist auf die Lebenshilfe-Kleinbusse und das engagierte Fahrerteam. „Veranstaltungen, wo nicht alle mitkommen können, machen wir eben nicht.

Und angesetzte Vorträge sind so ausgesucht, dass sie für jeden verständlich sind“, sagt Wirth kurz und bündig. Durchschnittlich zwei Stunden werden von Rheinländer und Wirth pro Clubveranstaltung eingeplant,  denn manche der Teilnehmer könnten nicht so weite Strecken fahren. Nur sonnabends würden Ausnahmen gemacht und natürlich bei den Fahrten.

„Im Oktober planen wir unsere Abschlussfahrt, da geht es zum Musical Shreck“, berichtete Rheinländer. Schon im Vorfeld werde auf den Termin „hingearbeitet“. So würden die Teilnehmer des Freizeitclubs und der Theatergruppe – viele sind in beiden Gruppen aktiv – gemeinsam den Film Shreck anschauen, in der Theatergruppe sollen Shreck-Puppen gebastelt werden.

Ehrenamtlicher Einsatz

„So etwas nutzen wir für ein übergreifendes Projekt“, erläutern Rheinländer und Wirth. Kostenfrei ist die Teilnahme an den Clubangeboten nicht, aber immer erschwinglich. „Nicht alle Veranstaltungen können über Spenden finanziert werden“, so Rheinländer.

Das meiste werde aber über den ehrenamtlichen Einsatz der Helfer möglich gemacht, „Die Lebenshilfe Eichsfeld ist, was das Ehrenamt angeht, wirklich beispielhaft“, lobt auch Lebenshilfe-Vorsitzender Manfred Thiele den Einsatz seiner Mitstreiter und bezieht sich dabei auch auf Lob und Anerkennung der benachbarten Lebenshilfen.

So gut derzeit auch der Club-Betrieb läuft, für die Zukunft wünscht sich das Frauen-Team jüngere Helfer, die einmal in ihre Fußstapfen treten könnten. „Wir kommen auch in die Jahre!, sagt Rheinländer augenzwinkernd. Und auch der Altersdurchschnitt der Clubmitglieder sinke stetig.

Deshalb haben sich Rheinländer und Wirth für die Zukunft ein festes Ziel gesetzt: „Wir wollen auf Familien zugehen, die bislang nicht in die Lebenshilfe-Aktivitäten eingebunden sind. Wir wollen Betroffene abholen.“

Informationen und Kontakt zum Lebenshilfe-Freizeitclub über Telefon 0 55 27/98 810