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Duderstadt Kinder sprechen mit dem Weihnachtsmann
Die Region Duderstadt Kinder sprechen mit dem Weihnachtsmann
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20:21 03.12.2017
Julius funkt mit dem Weihnachtsmann. Großvater Peter Täuber (links) und Carsten Koch, Vorsitzender des Ortsverbands Osterode, helfen. Quelle: Arne Bänsch
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Rote Warte

„Hallo, ich heiße Julius“, sagte der fünfjährige Julius aus Osterhagen ins Mikrofon. Er hatte sich mit seinem Opa durch den Schnee auf den Weg ins Forsthaus gemacht. Der Weihnachtsmann antwortete, fragte nach den Wünschen. „Ich finde Deinen Zettel gerade nicht. Kannst Du mir helfen?“ Der Junge war so überrascht, dass es ihm erst einmal die Sprache verschlug. „War das vielleicht ein neues Fahrrad, das Du Dir wünscht?“, mutmaßte der Weihnachtsmann. Den Zettel des Kleinen hatte er schließlich noch nicht gefunden. „Nein“, entgegnete Julius, „das war es nicht. Ich hab doch schon ein neues.“ Der Weihnachtsmann wechselte das Thema. Wie ihm denn das Funken gefalle? „Gut“, sagte der Kleine, bevor sich beide mit dem Amateurfunkergruß „73“ verabschiedeten. Das bedeutet „herzliche Grüße“ und stammt aus der Morsetelegrafie.

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„Die Facetten im Amateurfunk sind sehr vielseitig“, erklärte Carsten Koch, Vorsitzender des Ortsverbandes Osterode. Mit einfachsten Techniken könnten Kinder begeistert werden. So erhielten die Teilnehmer am Funkgerät ein Funkdiplom mit den den wichtigsten Funkcodes und -frequenzen. Es war aber auch eine kleine Lötstation aufgebaut, um das Lötdiplom zu bekommen. Es gebe viele Möglichkeiten, junge Menschen für den Amateurfunk zu interessieren. Koch nannte den Peilsportwettbewerb, bei dem ein im Gelände versteckter Sender gesucht werden müsse. Funkamateure würden Schulen aber auch in den Mint-Fächern unterstützen. So habe er jetzt an der KGS in Bad Lauterberg einen Raum bekommen, wo er mit den Schülern einen Ballonprojekt starten möchte. Koch erzählt von einem Projekt in Norditalien, wo die Europäische Raumfahrtagentur ESA mit Schülern ein Sattelitenprogramm gestartet habe.

Doch was reizt Menschen in der modernen Zeit am Amateurfunk, wenn sie auch via Internet mit anderen Menschen in Kontakt kommen können. „Ja, das könnten wir“, erklärt Koch. Aber Amateurfunker würden nicht nur miteinander sprechen, sondern auch ihre Ausrüstung zum Teil selber bauen. Wer was darf, lässt sich zum Beispiel am persönlich zugeteilten Rufzeichen erkennen, vergleichbar mit einem Autokennzeichen. DL8AAP lautet die Kennung von Koch. „Er hat ein Klasse-eins-Rufzeichen“, sagt Frank Beljan, Ortsverbandsvorsitzender in Duderstadt. Das würde die DL-Kombination zu Beginn verraten. Beljan ist unter dem Klasse-drei-Rufzeichen DO3OBF registriert. DO zeige seine Klasse an, wobei das O an niedersächsische Funker vergeben werde.

Deutscher Amateur-Radio-Club e.V. aus Duderstadt und Osterode treffen sich in der Roten Warte, um interessierten Kindern Einblicke in den Amateurfunk zu gewähren. Highlight ist der Funkkontakt zum Weihnachtsmann. Vorn rechts: Achim Demuth Quelle: Arne Bänsch

Der Amateurfunk sei nicht zu vergleichen mit dem CB-Funk, der jedermann zugänglich sei. „Wir arbeiten seriöser“, erklärt Koch. So habe das Landesministerium Niedersachsen den Amateurfunkdienst zum Beispiel als zusätzliche Rückfallebene im Katastrophenfall deklariert.

Von Rüdiger Franke

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