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Duderstadt Angst vor der Afrikanischen Schweinepest
Die Region Duderstadt Angst vor der Afrikanischen Schweinepest
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19:52 16.09.2018
Für Wildschweine und Hausschweine stellt die Afrikanische Schweinepest eine tödliche Gefahr dar. Quelle: Peter Heller
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Landkreis

„Mir stehen die Haare zu Berge“, fasst Kellner die Angst deutscher Landwirte in Worte. „Es ist genauso passiert, wie es vorausgesagt wurde.“ Verantwortlich für die Verbreitung ist der Mensch, etwa über Transitstrecken, erklärt der Jagdfunktionär und Landtagsabgeordnete Thomas Ehbrecht (CDU). Reste infizierter Rohwurst würden für einen Ausbruch der Tierseuche reichen. Nach dem jüngsten Fall in Bulgarien sei der Virus offenbar in Westeuropa angekommen und habe hunderte Kilometer in wenigen Tagen überwunden.

Transitverkehr

Ein Brot mit infizierter Wurst werde während der Fahrt aus dem Fenster geworfen und dann vom Wildschwein gefressen, vermutet Kellner, der ebenfalls in der Jagd beheimatet ist. Aber auch wenn es in Mülltonnen an den Raststätten entsorgt werde, könne es zum Beispiel von Waschbären in den Wald geschleppt werden. Im August seien an Raststätten Hinweistafeln in mehreren Sprachen aufgestellt worden. Die Landkreise Göttingen und Northeim haben eine gemeinsame Übung abgehalten. Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordere mehr Biosicherheit an Bahnhöfen, Parkplätzen und Grenzübergängen, berichtet Ehbrecht. Dazu gehörten verschließbare Abfallbehälter ebenso wie Wildschwein-sichere Zäunungen. Die potenzielle Gefahr einer Verbreitung bestehe aber nicht nur durch den Transitverkehr sondern auch durch Saisonarbeitskräfte aus den gefährdeten Gebieten, so Kellner.

Biosicherheit

In den Mastställen gebe es eine hohe Biosicherheit, sagt Kellner. Im Gegensatz zur Schweinepest, die unter anderem über die Abluft in einen anderen Stall gelangen könne, sei bei der Afrikanischen Schweinepest ein direkter Kontakt notwendig. „Wir können nur hoffen, dass noch niemand infizierte Wurst in Deutschland entsorgt hat“, sagt der Kreislandwirt.

Zusammenbruch des Marktes

„Der gesamte Markt wird zusammenbrechen, sollte der Virus Deutschland erreichen“, vermutet Kellner. „Wir werden sofort mit Sanktionen behängt.“ Russland und China würden kein deutsches Schweinefleisch mehr kaufen. Für Züchter stelle es ein großes Problem da, „wenn der Mäster nicht mehr mästet“. „Denn die Sauen ferkeln weiter.“ Der Kreislandwirt hat sieben Gruppen im Stall: eine habe gerade geferkelt, eine sei gerade dabei und fünf Gruppen tragen. Die Trächtigkeit dauere 115 Tage, alle 21 Tage ferkele eine Gruppe ab. Nach dem Wurf gebe es noch eine Schonzeit. „Das bedeutet, was heute besamt wird, kann ich erst in einen Dreivierteljahr verkaufen.“ Die Politik müsse für den Ernstfall eine Lösung finden.

Von Rüdiger Franke

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