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Duderstadt Wandbild mit Duderstädter Originalen
Die Region Duderstadt Wandbild mit Duderstädter Originalen
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00:20 07.07.2019
Ann-Kathrin Otto gestaltet zurzeit im Auftrag von Hans Georg Näder das große Wandbild an der Südfassade des Ballhauses (ehemals Eichsfeldhalle) Auch die Stadtpfeifer sollen sich als Motiv wiederfinden. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Seit einiger Zeit herrscht an der Talwiese rege Betriebsamkeit. Unter anderem entsteht gerade ein Wandbild an der Südfassade des Ballhauses. Bis zum Schützenplatz soll es fertig sein. Die Theatermalerin und Designerin Ann-Kathrin Otto will einige Duderstädter Originale in das Motiv aufnehmen.

Unkonventionelles ist Ann-Kathrin Otto nicht fremd. Den Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder kennt die Theatermalerin, Illustratorin und Designerin eigenen Angaben schon lange. Sie habe weltweit bereits einige Projekte für ihn umgesetzt, erzählt sie. Einige Arbeiten davon sind auch in Duderstadt zu finden – beispielsweise die Szene Duderstädter Schützen, die eine Wand im Innern der früheren Eichsfeldhalle ziert. Jetzt entsteht an der südlichen Außenfassade des „Ballhauses zum fidelen Anreischken“, wie die Eichsfeldhalle inzwischen heißt, ein neues großes Wandbild unter der Regie von Ann-Kathrin Otto.

Bis zum Schützenfest soll alles fertig sein

Was dort bisher zu sehen ist, lässt erahnen, dass auch dieses Bild am Ende alles andere als konventionell sein wird. Ganz so, wie für Näder zu arbeiten, sagt Otto und schmunzelt. „Für solche Projekte müssen sich schon zwei Bekloppte finden“, grinst die Künstlerin vor einigen Tagen vor Ort. Wenige Meter weiter hat der Unternehmer und Schützenfreund Näder unter einer der Eichen im Biergarten Platz genommen, um den Fortgang an der Talwiese in Augenschein zu nehmen –Biergarten, Eichsfeldhalle, Schützenhaus, Rinderstall. Überall wird auf Hochtouren gearbeitet, denn, so die Zielvorgabe: Bis zum Duderstädter Schützenfest soll alles fertig sein.

Auch das neue Fassadenbild. Auf dem sind bereits Theatervorhänge und eine typische Eichsfelder Landschaft zu sehen. Angedeutet sind zwei große Frauenfiguren in Eichsfelder Tracht, aber dennoch „frech und frivol“, wie Otto beschreibt. Die eine hält eine Flasche Heimatliebe-Bier in der Hand, die andere sitzt auf einem Bierfass. Doch nicht nur das Heimatliebe-Bier soll Lokalkolorit in das Wandbild bringen. Es wird am Ende ganz viele Überraschungen bereithalten, kündigt die Künstlerin an. Und die Verbindung von „Ballhaus zum fidelen Anreischken“ zum angrenzenden Schießhalle und dem Biergarten schaffen.

Stadtpfeifer als Models

Beim Vor-Ort-Termin mit dem Auftraggeber sind auch drei der Duderstädter Stadtpfeifer dabei. Peter Palmei, Jürgen Rhöse und Herbert Engelke stehen für Otto Modell für die Malerin Modell. Zusammen mit ihrer Kollegin Svenja Doering fotografiert und filmt Otto die leibhaftigen Traditionsfiguren, denn auch sie sollen später auf dem Fassadenbild zu entdecken sein.

Für die inzwischen bereits erkennbare Gruppe von vier ausgelassene Schützen auf dem Wandbild nutz Otto ein altes Foto von 1930 als Vorlage. Natürlich handelt es sich dabei um Duderstädter Schützen, das Motiv hat die Künstlerin dem Buch „700 Jahre Schützen“ entnommen, wie sie berichtet. „Ich habe das komplett durchgelesen“, sagt sie. Immerhin will sie auf der Fassade des „Ballhauses zum fidelen Anreischken“ – der soll übrigens ebenfalls einen Platz finden – die Schützentradition und etwas Neues verbinden.

Mehr über Ann-Kathrin Otto

Die Zusammenarbeit von Ann-Kathrin Otto und Hans Georg Näder währt, wie sie sagt schon länger. Zu den Projekten, die sie für den Duderstädter Ottobock-Chef realisiert hat, zählt zum Beispiel der Hai. Ein solcher ziert in knallbunt die sogenannte Kielbombe der Näderschen Yacht „Pink Gin“, also jenen Teil der 54-Meter-Yacht mit dem Kohlefaserrumpf.

Und in Duderstadt gesteltete Otto unter anderem für die Ausstellung Kippenberger Catwalk“ in der HGN Kunsthalle eine Paris-Bar-Bilderwand – als Hommage an den Fotografen Martin Kippenberger, dem die Schau im Jahr 2013 gewidmet war.

Auf ihrer Visitenkarte in Postkartengröße stehen unter ihrem Namen Ann-Kathrin Otto die Initialen AKO mit dem Zusatz „Alles Kunst! Oder?“ Die 51-Jährige absolvierte eine Ausbildung zur Theatermalerin an der Oper in Bonn und bildete sich weiter zur Filmausstatterin. In ihrer Vita auf der Postkarte heißt es, dass Otto freiberuflich als Szenenbildnerin, Interiordesignerin, Storyboardzeichnerin, Illustratorin, Kustmalerin und Art-Direktorin. Weltweit verwandle sie als Street-Art-Künstlerin Häuserfassaden und Objekte zu neuen Kulissen.

Seit 2004 ist sie beim ZDF im Morgenmagazin unter der Rubrik „Volle Kanne“ für unkonventionelle Wohn- und Design-Ideen zuständig.

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/94997-12.

Von Britta Eichner-Ramm

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