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Duderstadt Anreischke in Duderstadt nimmt Auszeit
Die Region Duderstadt Anreischke in Duderstadt nimmt Auszeit
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12:00 13.12.2018
Der Anreischke ist kaputt. Weil er gemacht hat, was er will, vor allem dauernd bis in den späten Abend mit Glockenspielbegleitung rein und raus gefahren ist, hat ihm Haumeister Markus Merten vorübergehend Hausarrest erteilt. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Duderstadt

Zu jeder ungeraden Stunde soll er aus seinem Turmfenster im historischen Rathaus über die Dächer von Duderstadt schauen, während das Glockenspiel in seinem Zimmer „Mein Duderstadt am Brehmestrand“ spielt – zumindest in der Zeit von 9 bis 19 Uhr. Doch seit einiger Zeit lässt sich der Anreischke nicht mehr blicken und auch das Glockenspiel bleibt stumm.

Weil die Figur des Wahrzeichens gemacht hat, was er will, vor allem dauernd bis in den späten Abend mit Glockenspielbegleitung rein- und rausgefahren ist, hat der Anreischke zurzeit Hausarrest. Nach der Reparatur soll er auch wieder vom Turm des Alten Rathauses nicken. Haumeister Markus Merten musste ihn im „Noteinsatz“ abschalten.

„Für Besucher und Bürger ist er ein Teil der wunderschönen Innenstadt“, ist sich Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) der Bedeutung der Holzfigur bewusst. Touristen versuchen pünktlich zur ungeraden Stunde unterhalb des Rathauses zu stehen, um ein Foto von ihm zu schießen, Bürger nehmen das Glockenspiel wahr und wissen, welche Stunde gerade geschlagen hat.

„Der Anreischke gehört einfach zur Stadt“

„Der Anreischke gehört einfach zur Stadt“, sagt Nolte. Schließlich gebe er für Besucher wie Bürger sechsmal am Tag und 42-mal in der Woche das Willkommen – „und das ohne Feiertagsregelung“. Nolte fragt sich, ob das Fernbleiben der Duderstädter Symbolfigur Anzeichen für einen beantragten Vorruhestand seien? „Dem wird natürlich nicht stattgegeben“, sagt er.

Der Bürgermeister zitiert aus der Chronik von Dr. Christoph Lerch, seit wann der Anreischke seinen Dienst in Duderstadt verrichtet. Den entsprechenden Eintrag fand er unter dem Datum des 31. Mai 1959. An jenem letzten Maitag sei das Glockenspiel mit seinen acht Bronzeglocken zur Melodie von „Mein Duderstadt am Brehmestrand“ mit dem Anreischken im Rathaus feierlich in Betrieb gesetzt worden. Eine von einem Elektromotor angetriebene Mechanik führt die Figur auf einer Schiene an das sich öffnende Fenster und lässt die Figur zur ungeraden Stunde dem Betrachter zunicken.

Seit 1929 beimSchützenausmarsch dabei

Anreischke im Turm Historisches Rathaus Duderstadt Quelle: Christina Hinzmann

Die Figur des Anreischken soll zurückgehen auf den Festungsbaumeister Andreas (plattdeutsch: Anreis), der 1506 mit den Arbeiten zur Errichtung der Wallanlagen beauftragt wurde. Bei den Bauern, die zur Arbeit herangezogen wurden soll er sich mit seiner Härte unbeliebt gemacht haben, weshalb das Wort Anreischke für Stadtbürger im Gegensatz zu heute nicht nett gemeint war. Typisch für die Darstellung der Symbolfigur sind eine große Nase und ein großer Mund. Darüber hinaus trägt er einen Bart und einen Hut mit einer Pilgermuschel. Seit 1929 ist er beim Auszug der Schützen zum Schützenplatz dabei, 30 Jahre vor seinem Einsatz im Westturm des Rathauses.

Volker Eckermann, technischer Angestellter in der Gebäudeunterhaltung bei der Stadt Duderstadt, stehe mit einer Fachfirma in regem Kontakt, berichtet Nolte. Die bislang letzte Antwort der Firma vom 30. November habe allerdings eine nicht so schöne Nachricht enthalten. Die Steuerung des Systems sei veraltet und müsse erneuert werden. Dazu werde das Unternehmen der Stadt ein Angebot unterbreiten. Auf dieses Angebot warte die Verwaltung derzeit. „Wir werden noch einmal darauf drängen und die Reparatur dann in Auftrag geben“, sagte Nolte. Allerdings müsse es dabei auch einen Blick auf die Kosten geben. Angestrebt werde, dass der Anreischke frühestmöglich vor seinem 60. Geburtstag wieder seinen Dienst im Rathaus verrichten könne.

Von Rüdiger Franke

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