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Duderstadt Streitschlichter im Pauseneinsatz
Die Region Duderstadt Streitschlichter im Pauseneinsatz
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00:17 30.09.2016
Von Rüdiger Franke
„Die Kinder arbeiten immer im Team“, sagt die Schulleiterin, die den Eindruck hat, dass es auf dem Schulhof und in Pausensituationen friedlicher zugehe. Quelle: AIB
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„Es ist schon eine wegweisende Entscheidung, Streitschlichter zu werden“, erklärt Schulleiterin Antje Kopp, die mit ihrem Kollegium im Bereich der Gewaltprävention mit Polizeioberkommissar Dierk Falkenhagen zusammenarbeitet. Die Kinder gehen im zweiten Halbjahr der dritten Klasse in die Ausbildung. Am Ende stehen eine schriftliche und mündliche Prüfung. Danach üben die Kinder diese Funktion bis zum Ende der vierten Klasse aus.

„Es tut den Kindern gut, während der Ausbildung unter anderem in Rollenspielen auf ihre Aufgabe vorbereitet zu werden“, erläutert Schulsozialpädagogin Sina Meinig. Dabei könnten sie lernen, wie sie in späteren Situationen auf friedliche Lösungen hinarbeiten. Nach Angaben der Schulsozialpädagogin diene diese Aufgabe der Selbstwertstärkung, auch weil die Streitschlichter Anerkennung von anderen Schülern erfahren würden.

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„Die Kinder arbeiten immer im Team“, sagt die Schulleiterin, die den Eindruck hat, dass es auf dem Schulhof und in Pausensituationen friedlicher zugehe. „Die Streitschlichter werden vor allem am Anfang und Ende des Schuljahres gebraucht“, so Kopp. Sie hoffe, dass es sich später einmal mit einer Statistik belegen lasse, dass die Streitschlichter weniger gebraucht werden. „Die Kinder sollen Protokolle über ihre Einsätze schreiben“, sagt Kopp.

Den Dienstplan stellen die Kinder selbst auf. In kleinen Gruppen verrichten sie auf dem Schulhof ihren Dienst, bekleidet mit Warnwesten, auf denen Streitschlichter steht. „Wenn sie benötigt werden, sind sie so leicht erkennbar“, erklärt die Schulleiterin. Am Einsatzort checken sie die Lage und reagieren darauf.

Ein Beispiel: Größere Kinder haben kleinere von der Schaukel geschubst. Die Kleinen bluten und weinen. Die Streitschlichter kümmern sich sowohl um die Verletzten und sorgen gleichzeitig für eine Deeskalation der Situation. Dieses Szenario spielten die Kinder nach im Beitrag für den Wettbewerb „Filmklappe“ - möglichst detailgetreu mit Ketchup als Blut. Da muss die Schulsozialpädagogin öfter mal nachschminken, da die Versuchung zu groß war und die Kinder „Blut“ geleckt hatten.