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Duderstadt Auf Engpass folgt Streusalzflut
Die Region Duderstadt Auf Engpass folgt Streusalzflut
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06:18 18.03.2012
Von Kuno Mahnkopf
Nach einem milden Winter bis unters Dach gefüllt: das Streusalzlager des Duderstädter Bauhofes.
Nach einem milden Winter bis unters Dach gefüllt: das Streusalzlager des Duderstädter Bauhofes. Quelle: Tietzek
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Eichsfeld

Nach zwei strengen Wintern mit Engpässen, in denen der Streusalzverbrauch in die Höhe geschnellt war, hatten Städte und Gemeinden aus Vorsorgepflicht Hamsterkäufe getätigt. Sitzen bleiben werden sie auf den Salzbergen allerdings nicht: Der nächste Winter kommt bestimmt.

„Das Lager ist voll, vor dem nächsten Winter muss kein neues Salz geordert werden“, bestätigt Duderstadts Bauhof-Leiter Frank Widera: „Statt der üblichen zehn Züge haben wir nur einen Zug verbraucht.“ Lediglich zehn Prozent des langjährigen Mittels und fünf Prozent des Vorjahresverbrauchs seien in diesem Winter benötigt worden. Seit 1995 hatte der Duderstädter Bauhof für den Winterdienst durchschnittlich 215 Tonnen Salz pro Jahr verbraucht. Im Winter 2009/10 stieg der Verbrauch dann rasant auf 450 Tonnen an, im darauf folgenden, nicht minder strengen Winter 2010/11 waren es 420 Tonnen. Jetzt können die Kommunen erst einmal durchatmen. In diesem Winter mussten lediglich rund 25 Tonnen Salz gegen Schnee und Glätte gestreut werden. Die überschüssige Menge kann jetzt für den kommenden Winter eingelagert werden.

150 Tonnen

Nicht anders sieht es beim Bauhof in Gieboldehausen aus. Auch dort ist das Salzlager randvoll. Wurden im vergangenen Winter noch knapp 150 Tonnen benötigt, schrumpfte der Verbrauch in diesem Winter auf drei bis vier Tonnen. „War waren nur an sieben bis acht Tagen im Einsatz“, sagt Verwaltungsmitarbeiter Bruno Kluge.

Für die finanziell gebeutelten Kommunen bedeutet das bares Geld. 25 Tonnen Streusalz kosten rund 2300 Euro. Allein in Duderstadt wurden gegenüber dem Vorjahreswinter mehr als 35 000 Euro eingespart.

Auf dem neuesten Stand

Da die Streu- und Räumfahrzeuge kaum zum Zuge kamen, gab es auch kaum Beschwerden. Widera ist sich bewusst, dass der Winterdienst eine Gratwanderung ist. Immer wieder einmal klagen Anwohner über zu glatte Straßen, während Naturschützer den Streusalz-Einsatz kritisieren. „Wir bemühen uns um sparsamen Einsatz und reduzieren die Menge auf ein Minimum“, sagt Widera. Technisch sei man beim Trockensalz auf dem neuesten Stand. Für den auf Autobahnen inzwischen üblichen Einsatz von Feuchtsalz, das als besonders wirtschaftlich und umweltschonend gilt, fehlten allerdings die Voraussetzungen. Während sich bei flüssigem Streusalz mit sofortiger Wirkung und geringem Salzverbrauch direkt auf der Straße eine Sole bildet, geschieht das beim Trockensalz erst, wenn die Reifen mit Salz und Schnee in Kontakt kommen.