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Duderstadt Auf nach Rom: Pilger Matthias Völkel bricht auf
Die Region Duderstadt Auf nach Rom: Pilger Matthias Völkel bricht auf
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21:01 25.06.2013
Von Ulrich Lottmann
Start zur ersten Etappe: Matthias Völkel (r.) pilgert in 80 Tagen, zeitweise begleitet von Cousin Winfried Dornieden und Ehefrau Gerlinde Völkel (2., 3. v.li.), nach Rom
Start zur ersten Etappe: Matthias Völkel (r.) pilgert in 80 Tagen, zeitweise begleitet von Cousin Winfried Dornieden und Ehefrau Gerlinde Völkel (2., 3. v.li.), nach Rom Quelle: Schauenberg
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Hilkerode

Völkel (64) wird auf den ersten Tagesetappen, bis zur Wallfahrtskapelle Etzelsbach und zum Hülfensberg, begleitet von Ehefrau Gerlinde. Im schweizerischen Marienwallfahrtsort Einsiedeln wird Völkel Ende Juli vom Hilkeröder Winfried Dornieden (71) erwartet, um von dort gemeinsam nach Rom zu pilgern.

Reges Treiben

Um 8.30 Uhr herrschte gestern reges Treiben auf dem Grundstück des Ehepaars Völkel. Der Rucksack, 16 Kilogramm schwer, war zwar schon gepackt und lehnte am Schuppen, aber viele Hilkeröder waren zum Abschied gekommen. Gerlinde Völkel versorgte sie mit belegten Brötchen, Sektgläser wurden rumgereicht. Mittendrin, Bart und Haare kurz gestutzt, gab Matthias Völkel Interviews vor Mikrofon und Fernsehkamera.

Auch Ortsbürgermeisterin Rust war eine gesuchte Gesprächspartnerin. Sie stellte die Beziehung her von Völkels Pilgerreise und der Geschichte Hilkerodes als Handelsdorf, mit dem Reff, dem Holztragegestell der Händler im Wappen.Von allem unberührt fraß Esel Birk Heu aus einem Plastiksack. Das 16-jährige Tier wird Völkel in Deutschland begleiten.

Ausloten der Grenzen körperlicher Leistungsfähigkeit und spirituelles Erlebnis

Die Szenerie stand im Gegensatz zu dem, was Völkel in den nächsten 80 Tagen erwartet. Das spirituelle Erlebnis der oft einsamen Wanderung steht für ihn, neben dem Ausloten der Grenzen körperlicher Leistungsfähigkeit, im Vordergrund. So war es schon, als der frühere Berufssoldat 2009 mehr als 3000 Kilometer ins spanische Santiago de Compostela gepilgert war. Auch für Dornieden, ebenfalls erprobter Pilger, steht die geistige Erfahrung im Vordergrund. Gegenüber Schwierigkeiten werde man gleichmütig, „Probleme muss man hinnehmen“, sagte Dornieden“.

Beeindruckend seien hingegen die Menschen, die man auf einer Pilgerreise treffe. Das seien Begegnungen  auf Augenhöhe, „da ist man gleich“, berichtete der 71-Jährige. Ruhig und entspannt wirkte Gerlinde Völkel. Ob sie viel wandere? „Eigentlich nicht“, entgegnet sie lächelnd, machte sich aber dennoch gemeinsam mit Ehemann und Esel Birk auf die erste Etappe. Um 9 Uhr, der Männergesangverein sang „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ und „Muss i denn zum Städtele hinaus“, zogen sie los.