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Duderstadt Deutsches Rotes Kreuz und Feuerwehr zeigen Schülern, wie sie Unfallopfer retten
Die Region Duderstadt Deutsches Rotes Kreuz und Feuerwehr zeigen Schülern, wie sie Unfallopfer retten
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14:40 23.09.2019
Deutsches Rotes Kreuz und Feuerwehr im Einsatz: Rettung von drei Unfallopfern aus einem Auto. Quelle: mic
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Duderstadt

Sechs Klassen der Berufsbildenden Schulen Duderstadt waren am Montagmorgen dabei, als Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz auf dem Parkplatz an der Kolpingstraße ihr Können zeigten. Die Übung sollte jungen Erwachsenen mögliche Folgen einer Trunkenheitsfahrt oder des Handygebrauchs am Steuer vor Augen führen. Eltern nachts aus dem Bett zu klingeln, um ihnen den Unfalltod ihrer Kinder mitzuteilen, sei für ihn das Schlimmste am Polizeidienst, erklärte der Leiter des Polizeikommissariats Duderstadt, Karl-Hubert Wüstefeld.

Kunstblut tropfte von der Stirn

Kunstblut tropfte Isabell Wiedemann von der Stirn. Die ehrenamtliche Rettungssanitäterin simulierte am Montag die Beifahrerin vorne neben dem Fahrer. Sie hatte es bei dem Unfall am schlimmsten erwischt. Polizeihauptkommissar Dierk Falkenhagen alarmierte die Rettungskräfte. Er klärt während der Verkehrssicherheitswoche Schüler über Risiken des Autoverkehrs auf.

Mit Blaulicht und Sirene fuhren der Notarzt und die Sanitäter vor. Schnell sprangen sie aus ihren Fahrzeugen heraus und liefen zum Unfallwagen. Der unter Schock stehende, aber unverletzte Fahrer konnte alleine aussteigen. Seine Beifahrer dagegen waren eingeklemmt. Zu ihrer Rettung war die Hilfe der Feuerwehr notwendig, die kurz darauf ebenfalls eintraf.

Deutsches Rotes Kreuz und Feuerwehr im Einsatz: Rettung von drei Unfallopfern aus einem Auto. Quelle: mic

Die Vitalfunktionen der beiden Patienten waren stabil. So konnten sich die Einsatzkräfte Zeit mit der Bergung lassen. „Eventuell gibt es Rückenverletzungen, die sich nicht verschlimmern sollen“, erklärte Steffen Gellert vom Roten Kreuz das auf Sicherheit bedache Vorgehen. Die Feuerwehr brach mit einem Spreizer die Türen nacheinander heraus und schnitt sie ab. Zur Rettung der Frau klappten die Feuerwehrleute das Dach nach vorne über die Kühlerhaube klappen. Dazu bedeckten sie die Patientin, hinter der die ganze Zeit ein Sanitäter saß und alles erklärte, zunächst mit einer Plastikfolie. Dann schlugen sie die mit einer Folie abgeklebten Scheiben ein und schnitten die Stege durch. Zu mehreren zogen sie Wiedemann auf ein Brett und hoben sie aus dem Auto heraus.

Christian Oppermann konnte nur noch eine Leiche bergen

„Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Unfalleinsatz“, sagte Christian Oppermann, der Gruppenführer der Feuerwehr, nach der Übung. Zwei junge Männer hätten nach der Disco noch eine Runde mit ihren Autos gedreht. Der eine habe Hunger bekommen und den anderen angerufen. Dieser habe beim Annehmen des Anrufs die Kontrolle über seinen Wagen verloren, habe sich mehrmals überschlagen und sei gegen einen Baum geknallt. Die Feuerwehr habe nur noch die Leiche bergen können.

„Das ist das erste Mal, dass ich so etwas sehe“, sagte Berufsschüler Anwar Orman. Und: „Wir fahren, langsam, vorsichtig und nicht unter Alkohol.“ „Beeindruckend“ sei die Übung gewesen, fand Luis Ridel, der die Berufsfachschule Bau besucht und Zimmermann werden will.

Deutsches Rotes Kreuz und Feuerwehr im Einsatz: Rettung von drei Unfallopfern aus einem Auto. Quelle: mic

Schulleiterin Sabine Freese

„Gebt auf einander acht“, bat Schulleiterin Sabine Freese die Schüler. Wenn jemand betrunken oder unter Drogen ins Auto steigen wolle, sollten sie ihm zur Not den Schlüssel wegnehmen. Junge Fahrer fühlten sich oft unverletzlich. Dabei hätten sie nicht die Routine langjähriger Autofahrer. Erst im vergangenen Schuljahr sei eine 19-Jährige Berufsschülerin aus Duderstadt tödlich verunglückt. „Für mich ist der cool, der nüchtern ins Auto steigt und sich beim Fahren auf die Straße – und nicht auf sein Smartphone – konzentriert““, erklärte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU).

Von Michael Caspar

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