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Duderstadt Aus todkrankem Welpen wird Energiebündel
Die Region Duderstadt Aus todkrankem Welpen wird Energiebündel
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18:09 12.03.2012
Von Anne Eckermann
Vierbeiniger Liebling: Welpe Sandy genießt sichtlich die Streicheleinheiten von Jonathan und Sabine Wieter.
Vierbeiniger Liebling: Welpe Sandy genießt sichtlich die Streicheleinheiten von Jonathan und Sabine Wieter. Quelle: Thiele
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Seeburg

Sandy war das Sorgenkind des Tierheims in Duderstadt. Gemeinsam mit seinen fünf Geschwistern war der mutterlose und stark unterernährte Welpe im Herbst vergangenen Jahres aus einer verwahrlosten Wohnung gerettet worden. Während sich seine Schwestern und Brüder gut entwickelten und schnell in neue Familien vermittelt werden konnten, blieb Sandy schwach und untergewichtig.

Die Tierärztin stellte einen so genannten Ductus Botalli bei Sandy fest, eine Gefäßverbindung zwischen Lungenarterie und Hauptschlagader, die sich nicht geschlossen hatte und das Leben des Winzlings akut bedrohte. Rund 2000 Euro sollte die lebensrettende Operation in der Tierärztlichen Hochschule Hannover kosten – eine Summe, die Tierschutzverein und Tierheim Duderstadt nicht aufbringen konnten. Die Seeburger Familie Wieter hatte Sandy trotz ihres schlechten Gesundheitszustandes aufgenommen und sie liebevoll gepflegt.

Nach einem Tageblatt-Artikel über das Hundeschicksal wendete sich das Blatt unerwartet schnell: Ein anonymer Spender hatte 2000 Euro auf das Konto des Tierheims überwiesen mit der Auflage, dieses Geld für Sandys Operation zu verwenden. „Danach ging alles sehr schnell, bereits wenige Tage später wurde Sandy in Hannover operiert“, erinnert sich Andreas Wieter an die aufregenden Tage im Dezember 2011. Denn niemand wusste, wie der geschwächte Welpe Narkose und Operation überstehen würde.

Nach drei Tagen aus der Klinik

„Es hat alles super gut geklappt, unser Hundemädchen war ganz schnell wieder auf den Beinen. Wir konnten sie schon nach drei Tagen wieder aus der Klinik holen. Da hat wirklich keiner mit gerechnet“, freut sich auch Sabine Wieter, die den mittlerweile rund sechs Kilo schweren Wirbelwind kaum bändigen kann. „Die holt jetzt alles nach, was sie bislang nicht machen konnte“, mutmaßt Andreas Wieter und schaut ein wenig mitleidig auf die drei betagten Hundedamen, die ebenfalls im Wieterschen Haushalt leben und von Sandy jetzt „ordentlich aufgemischt werden“.

Sandys Energie und Spielfreude entlädt sich deshalb beim Toben mit dem elfjährigen Sohn der Familie Wieter, Jonathan. „Wenn der aus der Schule kommt, dann geht die Post ab. Sandy ist ein echter Ball-Junkie“, beschreibt Andreas Wieter, räumt aber ein, dass der junge Hund niemals  ganz gesund werden wird. Sandys Herz ist vorgeschädigt, und sie muss noch einmal zur Kontrolle. Trotzdem, so Wieter, sei die Prognose der Ärzte gut.

Auch finanziell war die Operation des Welpen buchstäblich ein Gewinn, denn die Klinik sei dem Tierheim deutlich entgegengekommen, die OP-Kosten lagen deutlich unter dem 2000-Euro-Budget. Der Überschuss kommt nach Absprache mit dem Spender der Tierheim-Arbeit zugute.
Dass Spendenaktion und Operation wohl nicht ohne Kritik bleiben würden, war den Wieters von Beginn an klar. „Wir haben schon ein paar böse Sprüche bekommen. Doch jeder Spender hat freiwillig gegeben und selbst entschieden, wo und wie er helfen möchte“, freuen sich die Wieters einfach auf hoffentlich viele fröhliche Jahre mit dem kleinen vierbeinigen Energiebündel.