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Duderstadt So erinnert das Eichsfeld an die deutsch-deutsche Teilung
Die Region Duderstadt So erinnert das Eichsfeld an die deutsch-deutsche Teilung
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09:29 05.10.2019
Bürgermeister Wolfgang Nolte spricht zu den Gästen. Quelle: Swen Pförtner
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Duderstadt

Mit einer Feierstunde und der Eröffnung der Ausstellung „30 Jahre WiedervereinigungErinnerungskultur im Eichsfeld“ ist am Freitagabend in der Kundenhalle der Sparkasse Duderstadt an die Teilung Deutschlands, die innerdeutsche Grenze und die friedliche Revolution im Herbst 1989 erinnert worden. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Daiva Schumann an der Harfe.

Daiva Schumann sorgte für die musikalische Begleitung. Quelle: Swen Pförtner

Sechs Monate lang haben Christiane und Lüder Mosler an der Konzeption der Ausstellung gearbeitet, die von der Stadt Duderstadt und Hermann Tallau initiiert wurde. Zu sehen sind Modelle der drei Bronzeskulpturen und des Gedenksteins, die entlang der Kunst-Achse in der Duderstädter Innenstadt stehen, sowie drei Werke von regionalen Künstlern. Für die Miniaturmodelle hätten sie sich entschieden, um alle Erinnerungsmale aus dem Stadtgebiet in einem Raum zu vereinen und „diese Energie zu verdichten“, sagt Christiane Mosler.

Modelle von Bronzeskulpturen

Die Bronzeskulpturen stammen alle von Karl-Henning Seemann. „Grenzschützer“ entstand 1980 und hat die „Absurdität der deutsch-deutschen Grenze zum Thema“, wird Schneemann in der Broschüre zur Ausstellung zitiert, die von Tallau und Hans-Reinhard Fricke verfasst wurde. Der „Grenzpfahlbrunnen“ steht heute im Großformat mitten im Bachbett der Brehme. Die Bronzestele wird von Wasser umspült und aus feinen Düsen besprüht. Für Tallau ein Symbol für Weiterleben und Veränderung. Der „Wiedervereinigungsbrunnen“ zeigt einen Mann und eine Frau, die aufeinander zu eilen. Die Arme sind zur gegenseitigen Umarmung ausgebreitet, aber sie laufen gegen eine unsichtbare Wand. Die Figuren stünden für die Menschen in den beiden Teilen des wiedervereinigten Deutschlands, heißt es auf der dazugehörigen Informationstafel.

„Grenzschützer“ Quelle: Swen Pförtner

Der Gedenkstein mit der Inschrift „Eichsfeld unteilbar“ schließlich symbolisiere Willensstärke, Ausdauer und Kraft. Doch auch außerhalb von Duderstadt gibt es zahlreiche Erinnerungsmale. Einen Überblick über elf Stationen, die in der Broschüre näher erläutert und mit GPS-Koordinaten versehen sind, gab Fricke in seiner Rede.

Gedenkstein Quelle: Swen Pförtner

Werke regionaler Künstler

Heinrich Schlüter hat sein „Grenzlandbild“ 1985 in dem Bewusstsein gemalt, dass er die Wiedervereinigung nicht mehr erleben würde. Doch es kam anders und der gebürtige Immingeröder war bei der Ausstellungseröffnung persönlich zugegen. Sein Kunstwerk zeigt den Aussichtsturm auf dem Pferdeberg und den DDR-Grenzturm. In diesem Jahr habe er das Bild noch einmal gemalt, mit „freien Türmen“, erzählt der Künstler im Gespräch. Die Grundstruktur des Bildes sei erhalten geblieben, aber mit Türmen ohne Mauer – quasi „als Korrektur“.

Aus technischen Gründen hatte Pilz nur 100 Steine für seine Installation mitgebracht. Quelle: Swen Pförtner

EisfeldEichsfeld“ hat Manfred Pilz seine Rauminstallation aus 204 weißen Kalksteinen genannt. Inspiriert durch den ähnlichen Wortklang habe er das Eichsfeld als Eisfeld darstellen wollen. Dazu hat er 197 Orte aus dem Eichsfeld besucht und dort Erdproben genommen, sie in Reagenzgläser gefüllt und in die aufgebohrten Steine eingelassen. Christiane Mosler hat sich ebenfalls mit einem Bild an der Ausstellung beteiligt. „Goldene Mark und Grünes Band“ zeigt das ehemals geteilte Deutschland, dargestellt durch zwei getrennte Werkstücke. Die schwarze Farbe stehe für den vorangegangenen Krieg, die goldene Farbe für die Wandlungsfähigkeit der Menschen. Und das grüne Band sei im Grunde genommen ein Verband „für eine Wunde, die noch nicht verheilt ist“, erklärt Mosler.

Gewidmet ist die Ausstellung all jenen „mutigen freiheitsliebenden Menschen“, deren Ausdauer „den Boden für eine friedliche Revolution bereitet“ hat. Sie ist zu den Öffnungszeiten der Sparkasse vom 7. bis einschließlich 23. Oktober zu sehen.

Gedenksteine und Erinnerungsmale

Eichsfeld unteilbar“ (Gedenkstein 1964), Obertorstraße, stadteinwärts linksseitig, einige Meter links neben dem Aufgang zum Stadtwall „Grenzschützer“ (Bronze 2017), zwischen Marktstraße 97 und 99, Nähe Herwig-Böning-Platz und Basilika St. Cyriakus „Grenzpfahlbrunnen“ (Bronze 1996), Nähe Marktstraße 65, im Bachbett der Brehme „Wiedervereinigungsbrunnen“(Bronze 1994), Nähe St.-Servatius-Kirche, Stichkanal zur Brehme

Aussichtsplattform, Brochthausen-Zwinge, 1999 Gedenkstein, Jützenbach-Fuhrbach, 1990 West-Östliches Tor, Kutschenberg zwischen Ecklingerode und Duderstadt, 2002 Grenzlandmuseum Eichsfeld, B 247, zwischen Teistungen und Duderstadt, eröffnet 1995 Gedenkstein, B 247, Parkplatz Grenzlandmuseum, Eichsfeld, 1994 Erinnerungsschilder entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, 2009 Mahnmal für Opfer der Grenze von Gudrun Friedrich-Kopp, Kolonnenweg, Grenzlandmuseum, 2001 Pferdebergkreuz, Ersatz für die Lindenbergkapelle in Gerblingerode, Pferdeberg, 1954 Pferdebergturm, Teil des Grenzinformationssystems, 1984 Gedenkstein, Straße zwischen Immingerode und Böseckendorf, 1988 Skulptur „Bewegung“ von Roger Bischoff, zwischen Nesselröden und Böseckendorf, 1991

Von Nora Garben

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