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Duderstadt Ausstellung im Heimatmuseum Duderstadt eröffnet
Die Region Duderstadt Ausstellung im Heimatmuseum Duderstadt eröffnet
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15:00 15.06.2019
Ausstellungseröffnung im Heimatmuseum Duderstadt mit Laudator Michael Schäfer. Mit dabei (von links): Landrat Bernhard Reuter, Gudrun Bartels vom Verein Göttinger Märchenland, Sandra Kästner vom Heimatmuseum Duderstadt, Reinhild Otterbein, Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Im Heimatmuseum Duderstadt, Bei der Oberkirche 3, ist am Sonnabend die Ausstellung „Illustrationen zu den Märchen aus Tausendundeine Nacht“ eröffnet worden. Diese ist Teil der Veranstaltungen der elften Göttinger Märchenwochen 2019, die vom Verein Göttinger Märchenland in Kooperation mit dem Göttinger Apex organisiert wurden. Die Ausstellung ist bis zum 18. August während der Öffnungszeiten des Museums – freitags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr – zu sehen.

„Lassen Sie Bilder in ihren Erinnerungen Gestalt werden“. Das hat Laudator Michael Schäfer den Besuchern zum Auftakt der Ausstellung geraten. Die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht hätten schon immer die Phantasie der Menschen angeregt. Fliegende Teppiche, Turbane, Prinzessinnen, Öllampen und Felswände, die sich nur auf ein Zauberwort hin öffnen. „Sesam öffne dich“ hieß es am Sonnabendvormittag im Heimatmuseum Duderstadt für „Aladdin und die Wunderlampe“ und „Ali Baba und die 40 Räuber“, „Sheherazade“ und „Sindbad der Seefahrer“. In Gestalt von Bildtafeln, Buch-Covern und -Illustrationen, Kunstdrucken, Karten und vielem mehr rückten sie die berühmten Märchen ins Bewusstsein.

Geschichten statt Märchen

Die Exponate, die gezeigt werden, stammen aus dem Archiv des Vereins Göttinger Märchenland und aus den Privatsammlungen von Michael Schäfer und Thomas Minzloff. Schäfer umriss während seines Vortrags zur Ausstellungseröffnung nicht nur den Ursprung der Märchen aus Tausendundeiner Nacht, die genaugenommen Geschichten seien. Er schilderte auch, wie die Märchen vor etwa 300 Jahren in Europa einem breiten Publikum bekannt geworden seien und nannte Beispiele für besondere Illustrationen derselben. Einige werden in den Räumen des Heimatmuseums dargestellt.

Dazu zählten die Zeichnungen von Fritz Fischer (1911 –1968), der als Pressezeichner in Leipzig gearbeitet habe und später unter anderem das Buch des Hauff’schen Märchens „Das kalte Herz“ illustrierte. Vier Zeichnungen Fischers steuerte Schäfer für die Ausstellung bei. In einem davon entdecke der Betrachter erst bei genauem Hinsehen den Geist. Schäfer lobte Fischer für dessen Fähigkeit, mit seinen Zeichnungen Charaktere darzustellen.

„Massenhaft Bücher illustriert“

Auch über Edmund Dulac sprach Schäfer. Der Maler und Grafiker Dulac sei 1882 in Frankreich geboren worden, habe dann aber „den Frexit gemacht“ und sei nach England übergesiedelt. Dort habe er dann „massenhaft Bücher illustriert“. Eine Auswahl der märchenhaften Illustrationen sei in der Ausstellung ebenfalls zu sehen, so Schäfer und lenkte das Augenmerk auch auf die anderen Exponate der Schau, welche die „Märchen aus Tausendundeiner Nacht“ auf ganz unterschiedliche Weise illustrieren.

Die Besucher der Ausstellungseröffnung erfuhren außerdem, dass die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht ursprünglich überhaupt nicht als Kinderunterhaltung entstanden seien. Tatsächlich seien die originalen Texte eine Geschichtensammlung für Erwachsene mit zum Teil erotischen Passagen gewesen. Die französische Übersetzung des Orientalisten Antoine Galland habe sie vor etwa 300 Jahren erstmals einem breiten europäischen Publikum zugänglich gemacht. Das Bild des Orients, seiner Sitten und Gebräuche und seiner Menschen sei, so führte Schäfer aus, sei durch jene Künstler geprägt worden, die sich der Geschichten angenommen hätten.

„Werden sie wieder Kind“

Den Ausstellungsbesuchern legte Schäfer schließlich ans Herz: „Werden Sie wieder das Kind, das sich jeden Abend nach einer Geschichte sehnt.“ Zuvor hatten Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), Landrat Bernhard Reuter (SPD) als Schirmherr und Gudrun Bartels vom Vorstand des Vereins Göttinger Märchenland für den Besuch der Ausstellung und der weiteren Veranstaltungen der elften Göttinger Märchenwochen unter dem Titel „auf der Seidenstraße unterwegs“ geworben.

Göttinger Märchenwochen 2019

Das Programm der Göttinger Märchenwochen – vom 7. bis zum 23. Juni – steht unter dem Titel „auf der Seidenstraße unterwegs“ und umfasst außer der Ausstellung im Duderstädter Heimatmuseum auch Lesungen, Konzerte, Workshops und Filme sowie eine Fotoausstellung im Apex in Göttingen. „Leben an der Seidenstraße: Impressionen aus Xinjiang“ ist der Titel dieser Fotoausstellung in Kooperation mit dem Centre for Modern East Asian Studies der Göttinger Uni.

Der Verein Märchenland veranstaltet die Märchenwochen in Kooperation mit dem Verein Apex Kultur und lenkt den Blick nach wenigen Jahren Pause diesmal auf den Orient und den Märchenkosmos im asiatischen Raum, auf Seidenstraße, Siddharta und mehr. Schirmherren sind für die Stadt Göttingen Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, für den Landkreis Göttingen Landrat Bernhard Reuter.

Veranstaltungen gibt es dank der Förderung durch den Landkreis Göttingen auch in der Region. So gab es bereits ein Pfingstkonzert auf dem Rittergut Besenhausen. Und außer der Ausstellung „Illustrationen zu den Märchen aus Tausendundeiner Nacht“ noch bis zum 18. August im Heimatmuseum Duderstadt geht auch die szenische Lesung mit den „Stillen Hunden“ unter dem Titel „Etwas Besseres als den Tod findest du überall“ nach der ersten Vorstellung im Apex auch noch im Landkreis über die Bühne: am Donnerstag, 20. Juni, um 19 Uhr im Rittergut Besenhausen.

Von Britta Eichner-Ramm

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