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Duderstadt Autor Matthias Kneip im Duderstädter Eichsfeld-Gymnasium
Die Region Duderstadt Autor Matthias Kneip im Duderstädter Eichsfeld-Gymnasium
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17:26 08.11.2019
Matthias Kneip nimmt Zehnt- und Zwölftklässler des Eichsfeld-Gymnasiums mit auf eine persönliche Reise ins Nachbarland. Quelle: Hartwig
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Duderstadt

Nein, es war keine Liste, die Kneip am Freitag Zehnt- und Zwölftklässlern des Eichsfeld-Gymnasiums vorlegte, unter ihnen auch Mitglieder der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Göttingen, die die Lesung organisiert hatte. Er hat die Gründe für die Liebenswürdigkeit Polens in seinem Buch witzig und charmant zusammengefasst. Den Gymnasiasten mit Leistungskurs Geschichte im Lehrplan, hat es gefallen, und sie wurden an mancher Stelle über Fragen und Aufforderungen, eigene Erlebnisberichte beizusteuern, mit einbezogen.

Witzige Liebeserklärung

„111 Gründe, Polen zu lieben“ ist eine gleichsam witzige wie hintergründige Liebeserklärung des Schriftstellers Kneip an Deutschlands östliches Nachbarland und seine Menschen. Humorvoll und mit einem Augenzwinkern wird der Leser mit auf eine sehr persönliche Reise genommen, ohne dass der Blick für die Gegenwart verloren geht. Die 111 kleinen Kapitel des Buches, das mittlerweile in der dritten Auflage erschienen ist, geben gleichzeitig auch einen Überblick über polnische Landeskunde.

Unterschiede und Kurioses

Das Buch, sagt Kneip, sei für Schulen bestens geeignet, es sei ein Einsteigerbuch. Nicht unbedingt geschrieben für Menschen, die sich bereits in unser Nachbarland verliebt hätten. Er möchte ein Publikum erreichen, das ein Grundinteresse hat, sich über Länder zu informieren. Das Bild, das Schüler von Polen hätten, sei in diesem Sinne objektiv und noch nicht vorgeprägt: „Ich möchte das Interesse dort wecken, wo es noch nicht vorhanden ist.“ Dabei geht es ihm aber nicht nur um das schnelle Verlieben in ein Land. Sein Buch stellt auch Unterschiede heraus und deckt Kurioses auf. Aber es gebe auch viele Anknüpfungspunkte zwischen Polen und Deutschland, meint der Autor.

Der Teller darf nicht leer sein

Da wäre beispielsweise der leere Teller. Gäste, die ihren Teller leer essen, bekommen ungefragt Nachschlag. Der Gast ist in Polen nämlich König, und der muss auf jeden Fall an einem gut gedeckten Tisch sitzen. „Das geht so weiter, bis der Berg stehen bleibt – das Zeichen, dass der Gast satt ist“, so der Autor vor amüsiertem Publikum. Und dieses Publikum hatte am Freitag die Möglichkeit, Wissenswertes und Neues zu Landeskunde, Geschichte, Kultur und weiteren Aspekten unseres Nachbarlandes zu erfahren.

Kleine Geschenke

Kneip hat in seinem Buch 111 Gründe aufgeführt, die seine Liebe zu Polen erklären. Und was ist sein Lieblingsgrund? Dieser trägt im Buch die Nummer 22, verrät er. Es seien die kleinen Geschenke, die in Polen selbstverständlich seien und die Freundschaft erhalten würden. Kneip erinnert sich an einen Besuch bei polnischen Freunden und daran, wie er ein Bild auf dem Flur bestaunte. Dieses habe ihm der Gastgeber beim Abschied überreicht – unbeobachtet von der Wand genommen und als Geschenk verpackt. Kneip: „Das Unfassbare ist, dass ich öfter so beschenkt worden bin, beinahe bei jedem Besuch.“

„Wir haben eine große Affinität zu Polen hier im Haus“, sagte Ben Thustek, als er den Auftritt von Kneip ankündigte. Der Studiendirektor am Eichsfeld-Gymnasium koordiniert unter anderem die Schüleraustausche mit Polen, die jährlich stattfinden. 25 Jahre existiert die Beziehung zur Partnerstadt Kartuzy bereits. Und Thustek ist über die Jahre klar geworden: „Polen wissen mehr über uns, als wir über sie.“

Weitere Informationen über den Autor.

Von Markus Hartwig

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