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Duderstadt B 446: Das lange Warten auf die Markierung
Die Region Duderstadt B 446: Das lange Warten auf die Markierung
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18:20 10.11.2010
Von Kuno Mahnkopf
Seit Sommer 2009 ohne Markierung: Bis Ende 2010 soll die Bundesstraße 446 bei Seeburg wieder einen Mittelstreifen haben.
Seit Sommer 2009 ohne Markierung: Bis Ende 2010 soll die Bundesstraße 446 bei Seeburg wieder einen Mittelstreifen haben. Quelle: OT
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Konjunkturprogramme und harte Winter haben den Straßenbauämtern viel Arbeit beschert. Das erklärt aber nicht, warum auf der viel befahrenen Bundesstraße seit eineinhalb Jahren die Fahrbahnmarkierungen fehlen. Laut Günter Hartkens, der die zuständige Außenstelle Goslar der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr leitet, wurde am 18. Mai dieses Jahres ein Bündelauftrag über rund 100 000 Euro für Markierungsarbeiten im Bereich der Straßenmeisterei Herzberg an die Firma Marsan-Markierung aus Bernburg in Sachsen-Anhalt vergeben. Die Arbeiten seien bislang nur zum Teil ausgeführt worden, räumt Hartkens ein. Die deutschlandweite Ausschreibung sei frühzeitig erfolgt, im Winter hätte ohnehin nicht markiert werden können.

Neben dem Witterungsverlauf hat auch eine Panne den Ablauf verzögert. Die Maschine zur Fahrbahnmarkierung sei wegen eines Motorschadens zur Reparatur in Süddeutschland, teilt Marsan-Geschäftsführer Torsten Thierfelder auf Anfrage mit. Falls der Probelauf in dieser Woche erfolgreich verlaufe, solle die Maschine in den nächsten Tagen wieder in Südniedersachsen eingesetzt werden – allerdings nicht bei Feuchtigkeit oder gar Schnee. „Sobald es möglich ist, auf der Bundesstraße 446 zu markieren, wird das auch geschehen“, versichert Thierfelder.

Hartkens geht davon aus, dass das spätestens bis zum Jahresende der Fall ist. Die Reihenfolge der Arbeiten setzt allerdings die Straßenmeisterei fest. Auch auf Landesstraßen stünden noch Markierungen aus, bestätigt Hartkens. Das weitere Vorgehen hinge von den Wetterbedingungen ab, die je nach Beschattung und Windverhältnissen auf den einzelnen Streckenabschnitten variieren würden.

Zu denen, die kein Verständnis für das lange Warten auf den Mittelstreifen haben, gehört die Seeburgerin Gudrun Heinemann. Im Prozess nach dem Unfall mit Todesopfern im Februar, bei dem ein berauschter Autofahrer auf die Gegenfahrbahn geriet, spielte die fehlende Markierung zwar keine Rolle. Heinemann berichtet aber von mehreren „Beinahe-Unfällen“, die es aufgrund von zu weit mittig fahrenden Autos fast täglich gebe.

Die späte Auftragsvergabe sei unverständlich, eigentlich sollte der Sanierung gleich die Markierung folgen. Bei Dunkelheit, Regen und blendendem Gegenverkehr seien Markierungen als Fixpunkte nötig. Die Zeiteinschätzung Hartkens teilt Heinemann nicht: „Wenn es feucht bleibt und dem Laub der Schnee folgt, wird es bis zum Frühjahr dauern – wenn die Maschine dann nicht wieder kaputt ist.“ Hartkens versteht die Aufregung nicht. Es könne nicht immer zuerst dort markiert werden, wo es als dringend empfunden werde. Und mögliche Unfälle hätten mit der fehlenden Markierung nichts zu tun.