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Duderstadt BBS Duderstadt: Erfahrung mit Online-Unterricht zahlt sich aus
Die Region Duderstadt BBS Duderstadt: Erfahrung mit Online-Unterricht zahlt sich aus
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09:00 15.04.2020
Die Groß- und Außenhandelsschüler an der BBS Duderstadt lernen in der Corona-Krise verstärkt im Online-Unterricht. Quelle: r
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Duderstadt

Die Schulen in Niedersachsen sind wegen der Corona-Krise geschlossen. Während noch unklar ist, wann die Schüler im Land wieder in die Schule gehen dürfen, arbeiten viele Schulen daran, Alternativen zum Präsenzunterricht zu finden. Zumindest für ihre Groß- und Außenhandelsschüler hat die BBS Duderstadt eine Lösung gefunden: Sie würden über eine Internet-Plattform unterrichtet, die Lehrkräfte der Schule entwickelt haben, teilt die BBS mit. Das hat Vorteile – fordert Schüler und Lehrer aber auch heraus.

Die Probleme für viele Schulen sind in der aktuellen Situation dieselben: Lehrer sollen plötzlich ihren Unterricht vollständig digital anbieten und die digitalen Möglichkeiten gemeinsam mit ihren Schülern nutzen. Dafür bedarf es der richtigen Internet-Plattformen, sowie Kenntnis und Erfahrung in der Nutzung digitaler Kanäle. Schüler und Lehrer brauchen geeignete Endgeräte und eine ausreichende Internetverbindung.

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„Blended Learning“ schafft Grundlage für Online-Unterricht

Vieles davon hätten die Berufsschüler im Groß- und Außenhandel in Duderstadt bereits, so Gerrit Klinge, Fachlehrer und Teamleiter an der BBS. Ihr Vorteil: Sie arbeiten bereits seit Längerem nicht nur im Präsenzunterricht in der Schule, sondern auch mit Videokonferenzen und anderen Online-Kanälen.

Gerrit Klinge Quelle: r

„Bereits in den vergangenen drei Jahren wurden von der BBS Duderstadt im Rahmen des ,Blended Learning’ immer mehr Inhalte digital zur Verfügung gestellt“, sagt Schulleiterin Sabine Freese. Kontinuierlich seien dabei digitale Lernszenarien entwickelt worden. Diese kämen in der aktuellen Situation zum Zuge, so Freese: Bereits zwei Wochen nachdem die Schulen in Niedersachsen geschlossen wurden, habe die BBS ihren Groß- und Außenhandelsschülern Unterricht im Internet anzubieten.

„Blended Learning“ seit drei Jahren

Der Online-Unterricht für die Schüler im Groß- und Außenhandel an der BBS Duderstadt ist nach Angaben der Schulleitung auch deshalb möglich, weil die Schule bereits seit drei Jahren „Blended Learning“ forciert – zu deutsch: „gemischtes Lernen“. Beim „Blended Learning“ gehe es darum, das Beste aus den Welten des analogen und des digitalen Unterrichts zu verbinden, sagt Gerrit Klinge, Teamleiter Groß- und Außenhandel an der BBS. Der ursprüngliche Gedanke des Konzepts ist, den Unterricht zum Teil in der Schule und zum Teil per Online-Konferenzen stattfinden zu lassen.

Die Erfahrungen, die die BBS mit „Blended Learning“ gemacht habe, hätten geholfen, den Unterricht zumindest für die Schüler, die bereits zuvor Online-Unterricht erhalten haben, kurzfristig fast vollständig auf digitale Kanäle zu verlegen, so Schulleiterin Sabine Freese. Auch andere Schulen in der Region wie das Abendgymnasium in Göttingen haben Erfahrungen mit „Blended Learning“ und arbeiten aktuell daran, ihren Unterricht online anzubieten.

Seit 2017 Erfahrungen gesammelt

Online-Unterricht biete Schülern und Lehrern viele Vorteile, sagt Klinge. Sie könnten ihre eigenen Lernwege gehen und auf ihre eigene Weise ihren Horizont erweitern. Das funktioniere an der BBS gut, so der Fachlehrer: Kein Schüler habe bisher aus fadenscheinigen Gründen bei einer Web-Konferenz gefehlt. „Der Tagesablauf des Berufsschulunterrichts folgt in Zeiten von Corona keinem ganz regelmäßigen Rhythmus“, so Klinge. Der Stundenplan müsse jede Woche neu organisiert werden.

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Sabine Freese Quelle: r

Mit den Erfahrungen der vergangenen drei Jahre verfüge die BBS Duderstadt im Bereich des Online-Unterrichts über einen Wissensvorsprung, den sie nun nutzen könne, teilt die Schulleitung mit. Die Plattform, mit der die Schüler arbeiten, sei 2017 vom Niedersächsischen Kultusministerium in den Südniedersachsenplan aufgenommen worden. Schüler und Lehrer hätten die Plattform seitdem weiterentwickelt. Einige Betriebe, so Klinge, hätten sogar schon Räume eingerichtet, in denen ihre Auszubildenden am Online-Unterricht teilnehmen können.

Online-Unterricht: Eine Frage der Gewöhnung

Natürlich, so Klinge, gebe es auch Schwierigkeiten: Nicht jede Lehrkraft habe das notwendige Wissen und es sei auch schon vorgekommen, dass eine digitale Gruppenarbeit ohne Lehrkraft stattfinden musste, weil diese gerade ihre Kinder betreuen musste. Auch gebe es bisweilen technische Probleme, und einige Schüler müssten von der BBS Tablets oder Laptops zur Verfügung gestellt bekommen.

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Vor allem aber sei Online-Unterricht eine Gewöhnungssache, sagt Schulleiterin Freese. Alle Beteiligten müssten sich erst daran gewöhnen, sich plötzlich mittels Webcam gegenüberzusitzen. Insgesamt seien auch an der Berufsschule in der aktuellen Situation Flexibilität und Kreativität gefragt – dann könne der Unterricht auch in Zeiten von Corona und geschlossenen Schulen weitergehen.

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Von Tammo Kohlwes

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