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Duderstadt Doro erkundet neues Zuhause im Bärenpark Worbis
Die Region Duderstadt Doro erkundet neues Zuhause im Bärenpark Worbis
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17:37 25.07.2019
Braunbärin Doro genießt ein Bad im Teich der Freianlage im Alternativen Bärenpark in Worbis. Quelle: Rüdiger Franke
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Worbis

Anfang Juni kam die Bärin in Worbis an und musste zunächst wie jeder Neuankömmling in die Quarantänestation einziehen. Die Pfleger studierten und analysierten ihr Verhalten und ihre körperliche Verfassung. Erst am 18. Juli konnte sie, nachdem sie noch einmal vom Tierarzt abschließend begutachtet wurde, ihre ersten Schritte in das Freigelände wagen. „Doro kam schnell raus“, sagte Pressesprecher Christopher Schmidt. Kaum sei der Schieber hochgegangen, sei sie gestartet.

Pedro macht sich bemerkbar

„Sie ist die Anlage abgelaufen“, erzählte Schmidt. Sie habe das Gelände erkunden, um Fluchtwege und Komfortzonen für sich zu finden. Denn sie lebt nicht allein in dem Worbiser Waldstück, auch wenn sie ihren Teil der Anlage zurzeit noch für sich hat. Nicht einmal fünf Minuten, nachdem Doro die Quarantäne verlassen hatte, fand sich Pedro auf der anderen Seite des Zauns ein und machte sich bemerkbar. „Doro hat auch darauf reagiert“, sagte der Pressesprecher, „ziemlich bestimmend.“ Nach aktuellem Stand sehe alles danach aus, als ob Pedro der erste Kontaktbär für Doro sei. Das passe gut, so Schmidt. Pedro sei gelassen, aber auch kräftig genug. Denn die neue Bärin sei sehr groß, unter anderem auch wegen ihrer langen Beine.

Bilder von Doros Badetag:

Braunbärin Doro ist aus Südspanien in den Alternativen Bärenpark Worbis umgesiedelt. Nach ihrer Quarantänezeit erkundet sie die Freianlage und nimmt ein erfrischendes Bad.

Erste Schritte ermüden

Ihre ersten Schritte in ihrer neuen Heimat habe Doro sehr bedacht gemacht, berichtete Schmidt. Sie müsse erstmal Muskeln aufbauen. „In den ersten beiden Tagen war sie richtig platt.“ Denn die Bärin sei den Waldboden nicht gewohnt. In ihrem Zoogehege habe sie nur festen Boden unter ihren Tatzen gehabt. Dort hatte sie gemeinsam mit der Bärin Daria gelebt. Beide wurden 1991 in Portugal geboren, kamen aber noch im Welpenalter in den Zoo in Südspanien.

Vermittlung in letzter Minute

Im Januar verließen die Besitzer den Zoo. „Einige ehrenamtlichen Helfer versorgten die Tiere notdürftig“, so Schmidt. Die Stadtverwaltung der Grenzstadt Ayamonte und die spanische Tierschutzorganisation Animals Feel bemühten sich mit Unterstützung der Organisation FAADA (Fundación para el Asesoramiento y Acción en Defensa de los Animales) um Plätze in Auffangstationen. „Nach und nach wurden die großen Tiere untergebracht“, erzählte Schmidt. „Übrig blieben die beiden Bären.“ Kurz bevor die Zeit für Daria und Doro ablief, konnten sie an die Stiftung für Bären vermittelt werden.

Trennung aus Platzgründen

Während Doro in Worbis eine neue Heimat findet, ist Daria in den Alternativen Wolf- und Bärenpark im Schwarzwald eingezogen. Die Trennung sei unter anderem aus Platzgründen geschehen, so der Pressesprecher. „Die Erfahrung zeigt aber auch, dass sich ein einzelner Bär besser integrieren lässt.“ Dass die beiden eine emotionale Bindung hätten, sei ein vermenschlichter Gedanke. Bären seien Einzelgänger, verlassen die Mutter bereits im Alter von drei Jahren.

Neun Bären leben im Worbiser Wald

Doro heißt die neue Braunbärin, die in den Alternativen Bärenpark Worbis eingezogen ist. Insgesamt leben dort zurzeit neun Bären. Die 30-jährige Conny ist im Mai 2015 aus dem Zoo in Halle übergesiedelt. Die ehemalige Zoo- und Zirkusbärin Daggi ist erst zwölf Jahre alt und kam 2014 aus Holland, lebte vorher in Bulgarien und Sardinien. Sie hatte die Zirkusdressur verweigert. Der 30-jährige Schwarzbär Jimmy kam 2002 mit dem mittlerweile verstorbenen Gonzo aus einem Zirkus in den Bärenpark. Die 28-jährige Katja lebt seit 2011 in Worbis. Vorher hat sie eine Odyssee über viele Stationen erlebt. Laura ist ein Findelkind. Die 27-Jährige wurde 1996 mit dem mittlerweile verstorbenen Goliath an einer Landstraße bei Seesen ausgesetzt. Sie ist seit der Eröffnung des Parks im Mai 1997 in Worbis. Max ist 28 Jahre alt. Er wurde 2000 gemeinsam mit der mittlerweile verstorbenen Emma aus einer Bärengrube in der Schweiz gerettet. Der 20-jährige Pardo ist ein ehemaliger Zirkusbär, der in Spanien auf der Todesliste stand. Er kam 2018 in den Park. Pedro lebt seit 2010 dort. Der 15-Jährige stammt aus einer Zirkushaltung in Spanien.

Gesundheitsprobleme

Doro befinde sich bis auf einige Ausnahmen in einem guten Zustand, erklärte Schmidt. „Sie hat zum einen schlechte Zähne, weil sie mit den Fangzähnen immer in die Gitter gebissen hat.“ Darüber hinaus seien die Hinterläufe angeschlagen. „Die Bärinnen haben im Zoo hinter einer dicken Plexiglasscheibe gelebt. Wenn die Besucher dagegen schlugen, stellten sich die Tiere auf. Das habe sich auf die Gelenke ausgewirkt.

Braunbärin Doro bewegt sich in der Freianlage im Alternativen Bärenpark in Worbis. Quelle: Rüdiger Franke

Geschecktes Fell

Eine Auffälligkeit an Doro sei ihr für einen Braunbären sehr geschecktes Fell, erzählte Schmidt. „Sie hat noch eine Anwandlung von einem Welpenkranz hinter dem Kopf. Das verwächst sich eigentlich und tritt sonst nur bei Zirkusbären auf.“ In Worbis sei das bei Katja und leicht auch bei Laura zu sehen.

Badevergnügen

Das neue Zuhause scheint Doro zu gefallen. Sie hat nach einer Woche im Freigelände erstmals ein Bad im Teich genommen. „Im Zoo gab es kein fließend Wasser und auch keinen Teich“, sagte Schmidt. Doch das kühle Nass kommt gut an. Gleich am Morgen nach der Premiere stand die nächste Baderunde an.

Von Rüdiger Franke

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