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Duderstadt Bauarbeiten am Felsenkeller in Duderstadt
Die Region Duderstadt Bauarbeiten am Felsenkeller in Duderstadt
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10:00 14.08.2019
Bauunternehmer Volkmar Sommerfeld vor dem Eingang zu den Eiskellern der ehemaligen Brauerei Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Auf dem ehemaligen Brauereigelände am Sulberg wird seit einiger Zeit gearbeitet. Besitzer Hans Georg Näder lässt das Areal rund um die Felsenkeller aufarbeiten. Eine neue Nutzung ist aber derzeit noch nicht geplant.

Bis 1922 wurde im Norden von Duderstadt Bier gebraut. Dort hatte die Brauerei der Gebrüder Keseling ihren Sitz. Keselings hatten die Produktion 1893 von der Marktstraße an den Felsenkeller verlegt. Mit dem Ende der Brauerei endete die Tradition Duderstadts als Bierstadt, die im Mittelalter begonnen hatte – zumindest für die nächsten neun Jahrzehnte. Erst mit der Eröffnung der Heimatliebe-Brauerei durch Hans Georg Näder wurde diese Tradition 2012 wieder aufgenommen.

Brauereigelände

Der Erfolg des neuen Bieres bewog Näder dazu, bereits im Folgejahr über eine Erweiterung nachzudenken. Als Möglichkeit kam das ehemalige Brauereigelände direkt gegenüber der von ihm eröffneten Kunsthalle ins Spiel. Und so nahm er 2013 Gespräche mit Bauinvestor Volkmar Sommerfeld über den Erwerb der Felsenkeller auf. Dieser hatte den Gebäudekomplex drei Jahre zuvor von der Familie Keseling erworben, um die südlich liegenden Häuser zu sanieren und Wohnungen zu schaffen.

Bauunternehmer Volkmar Sommerfeld vor dem Eingang zu den Eiskellern der ehemaligen Brauerei Quelle: Rüdiger Franke

Eiskeller

Sommerfeld verkaufte das Areal mit den Felsenkellern an Näder. „Das waren früher die so genannten Eiskeller“, erzählt er und zeigt auf die Röhren, die in den Berg hineinführen. Diese waren in den gewachsenen Sandstein geschlagen worden und mit Steinen als halbrundes Gewölbe ausgemauert – hoch genug, um aufrecht darin arbeiten zu können. Sie beherbergten die Lagerhallen der ehemaligen Brauerei, da sie auch an heißen Tagen, vergleichbar mit Höhlen, Kühlung bieten.

Einer der Gewölbekeller Quelle: Rüdiger Franke

Meisterhaus-Fassade geschützt

Eine Sanierung sei so enorm, dass der neue Investor entschieden habe, die Gebäude teilweise runterzubrechen, erklärt Sommerfeld, der von Näder mit den Arbeiten beauftragt wurde. Die Gebäude seien von der Denkmalbehörde noch einmal neu als Nicht-Denkmal qualifiziert worden. Sie hatten auch vorher nicht unter Denkmalschutz gestanden. „Nur die vordere Fassade des Meisterhauses ist geschützt.“ Neu dazugekommen seien die in die Felsen gehauenen Röhren.

Archäologische Untesuchungen

Das Areal werde noch archäologisch untersucht, berichtet der Bauunternehmer. Mit den Untersuchungen beauftragt wurde das Büro Streichardt & Wedekind Archäologie aus Göttingen. In den Röhren soll auch noch ein Querschlag gemacht werden. Man wolle wissen, ob diese in der Vergangenheit schon aufgefüllt wurden. Im Verlauf der Bauarbeiten soll später ein Eichentor als Eingang vor die Gänge gesetzt werden.

Entwicklungspotenzial

Wie das Areal künftig genutzt werden soll, steht noch nicht fest. Eine Vision, die Näder einmal geäußert hatte, war, dass das Gelände gegenüber der Kunstausstellung in der Kunsthalle HGN gastronomisches Entwicklungspotenzial biete. „Es gibt noch keine konkreten Pläne“, sagt Karsten Ley, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Duderstadt 2030. Zunächst einmal werde der Hang befestigt, dass die Erde bei starken Niederschlägen nicht auf die Straße geschlämmt werden könne.

Bauarbeiten auf den Felsenkellern Quelle: Rüdiger Franke

Terrassenbildung

Der Hang soll zur Straße Am Sulberg mit einer Terrassenbildung gegen ein mögliches Abrutschen abgesichert werden, erklärt Sommerfeld. Danach sollen heimische Gehölzen gepflanzt werden. Auch auf dem Berg direkt über den Röhren sind die Arbeiten fortgeschritten. „Wir haben erst einmal aufgeräumt und den Untergrund begradigt“, erläutert Sommerfeld. Geplant sei, eine Rasenmischung in die vorhandene Fläche einzusäen. „Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten hier oben am Felsenkeller abgeschlossen sein.“

Kunst gegenüber vom Felsenkeller

Die Kunsthalle HGN in Duderstadt ist im Dezember 2011 eröffnet worden. In den bisherigen Ausstellungen waren Werke aus der Sammlung HGN oder auch der DZ Bank Kunstsammlung zu sehen. Die Themenwelten reichten vom Heimatbegriff über kubanische Kunst bis zum Kippenberger Catwalk und Bildern der Aktfotografie-Pioniere Helmut Newton und František Drtikol. In diesem Jahr informiert anlässlich des 100. Firmengeburtstages von Ottobock die Ausstellugn „Vom Start-up zum Weltmarktführer“ über die Entwicklungsgeschichte des Unternehmens. Die Ausstellung in der Kunsthalle HGN ist noch bis zum 29. Dezember zu sehen. Geöffnet ist sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Rüdiger Franke

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